"Die Kinder haben geweint":Block-Entführung: Mutmaßlicher Kidnapper äußert sich
Hat Unternehmerin Christina Block ihre Kinder entführen lassen? Im Prozess äußert sich der Anführer der mutmaßlichen Kidnapper-Gruppe - und entschuldigt sich beim Vater der Kinder.
Gastronomin Christina Block wird vorgeworfen, die Entführung ihrer Kinder aus dem Haus des Vaters in Auftrag gegeben zu haben.
Quelle: dpaIm Prozess um die Entführung der Kinder von Steakhouse-Erbin Christina Block hat der mutmaßliche Anführer der Kidnapper die Reaktionen des Jungen und des Mädchens geschildert. "Die Kinder haben geweint, sie waren geschockt und sehr unglücklich", sagte der Zeuge aus Israel, David Barkay, bei der Fortsetzung seiner Befragung vor dem Landgericht Hamburg.
Es tat mir sehr leid für sie.
David Barkay, mutmaßlicher Entführer
Im Prozess gegen Christina Block hat im Mai eine mutmaßliche Entführerin als Zeugin ausgesagt. Sie berichtet von Ermittlungen über das Umfeld der Kinder und großem Druck vonseiten Eugen Blocks.
20.05.2026 | 3:20 minSeine Sicherheitsfirma Cyber Cupula soll laut Anklage für die Entführung der Kinder verantwortlich sein. Der damals zehnjährige Junge und das 13-jährige Mädchen waren in der Silvesternacht 2023/24 in Dänemark in ein Auto gezerrt worden. Er habe seinem Team vor der Tat die Anweisung gegeben, "jegliche Gewalt zu minimieren", es so "menschlich" wie möglich auszuführen, betonte Barkay laut Übersetzung aus dem Englischen. Auf die Frage der Nebenklage, ob die Männer Waffen getragen hätten, antwortete der Zeuge: "Niemals."
Block-Prozess: Entführer entschuldigt sich
Gewalt gegen den Vater Stephan Hensel, der im Prozess Nebenkläger ist, sei nicht geplant gewesen. "Herr Hensel, ich entschuldige mich dafür", sagte Barkay in Richtung des 52-Jährigen. Er habe extra zwei Kampfsport-Experten mitgenommen, die den Vater nur kurz hätten festhalten sollen, ohne Gewalt. Ihm sei berichtet worden, dass ein anderes Teammitglied zugeschlagen habe - er selbst habe das aber nicht gesehen. "Mir wurde erzählt, dass sein Eingreifen ein Chaos verursacht hat."
Der 68-Jährige hatte für seine Aussage in Deutschland sicheres Geleit bekommen. Er muss zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen. Nach Aussage eines anderen Zeugen soll der Mann Berufssoldat bei den israelischen Spezialkräften und Abteilungsleiter beim Geheimdienst Mossad gewesen sein.
Christina Block steht unter Verdacht, ihre beiden Kinder entführt haben zu lassen. Zwei der mutmaßlichen Täter haben im Dezember vor Gericht ausgesagt.
11.12.2025 | 1:43 minChristina Block: Hat sie die Entführung veranlasst?
Der angeklagten Unternehmerin Christina Block wird vorgeworfen, der israelischen Sicherheitsfirma den Auftrag zur Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder vom Wohnort des Vaters in Dänemark erteilt zu haben. Die 53-Jährige bestreitet das. Es gibt sechs weitere Angeklagte, darunter der Lebensgefährte von Christina Block, der Ex-Sportmoderator Gerhard Delling. Der 67-Jährige betont, nichts Unrechtes getan zu haben. Für alle Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.
Blocks Ex-Mann hatte die beiden jüngsten Kinder nach einem Wochenendbesuch im August 2021 nicht zurück nach Hamburg gebracht. Er erhob Gewaltvorwürfe gegen die Mutter, die diese zurückweist. Zu den drei Kindern, die beim Vater in Dänemark leben, hat die Mutter keinen Kontakt mehr.
Im Prozess um die Block-Kinder sagte der mutmaßliche Chef der Entführer aus, dass die angeklagte Mutter Christina Block von der geplanten Rückholung gewusst habe.
11.12.2025 | 1:29 minFall Block: Mysteriöses Treffen in Hamburger Hotel
Der Zeuge Barkay hatte vor einigen Monaten ausgesagt, die angeklagte Mutter und der ebenfalls angeklagte Anwalt der Familie, Andreas Costard, hätten von der geplanten Rückholaktion gewusst. Aber: "Ich wollte die Einzelheiten nicht teilen, weil ich kein Vertrauen hatte", sagte der 68-Jährige über sein damaliges Verhalten.
Sein gesamtes Team sei aus Israel nach Hamburg gereist und habe sich am 28. Dezember 2023 im Hotel Grand Elysée mit Christina Block getroffen. Die Männer seien maskiert gewesen. Die Verteidigung von Block bestreitet, dass es so ein Treffen gab und moniert, dass die mutmaßlichen Entführer alle unterschiedliche Zeitpunkte für ein angebliches Treffen genannt hätten.
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