Angeklagter räumt Treffen mit Block vor Entführung ein

Prozess um Kindesentführung:Angeklagter räumt Treffen mit Christina Block ein

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Im Prozess um die Entführung der Block-Kinder hat ein Angeklagter seine bisherige Aussage korrigiert. Seinen Angaben zufolge soll es ein Treffen mit Christina Block gegeben haben.

Christina Block, deutsche Gastronomin und Unternehmerin, verlässt nach dem Verhandlungstag des 30.01.2026, im Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung, im Landgericht Hamburg den Gerichtssaal.

Einer der mutmaßlichen Entführer der Kinder von Christina Block hat eine frühere Aussage korrigiert: Demnach habe er sich doch kurz vor der Aktion mit der angeklagten Mutter getroffen.

30.01.2026 | 0:38 min

Ein Angeklagter, der die Block-Kinder entführt haben soll, hat seine bisherige Aussage vor dem Landgericht Hamburg korrigiert. Wenige Tage vor der Rückholaktion aus Dänemark habe es ein Treffen mit der ebenfalls angeklagten Unternehmerin Christina Block im Hotel "Grand Elysée" gegeben, sagte der 36-Jährige.

Ihre Botschaft sei gewesen, dass sie dem Team für seine Hilfe danke. Der Großteil des Teams sei bei dieser Zusammenkunft maskiert gewesen. In früheren Aussagen hatte der Israeli das Treffen nicht erwähnt, sondern angegeben, er habe Block vor der Entführung nur aus der Ferne gesehen. Er habe nicht gewollt, dass die Mutter der Kinder ins Gefängnis müsse und es deshalb verschwiegen. "Ich möchte mich tief entschuldigen."

Für seine Aussage in Hamburg hatte die Staatsanwaltschaft dem 68-Jährigen sicheres Geleit gewährt. Der Chef einer Sicherheitsfirma gilt als Beschuldigter, ist aber kein Angeklagter im aktuellen Prozess.

Fortsetzung Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung im Gericht

Christina Block steht unter Verdacht, ihre beiden Kinder entführt haben zu lassen. Zwei der mutmaßlichen Täter sollen nun vor Gericht aussagen. Das könnte den Prozess drehen.

11.12.2025 | 1:43 min

Block bestreitet Auftrag zur Entführung

Von diesem Treffen erstmals im Prozess berichtet hatte vor einigen Wochen der mutmaßliche Chef der Entführer. Er hatte ausgesagt, dass die angeklagte Mutter von der geplanten Rückholung gewusst habe. Sein gesamtes Team sei aus Israel nach Hamburg gereist und habe sich am 28. Dezember 2023 im "Grand Elysée" mit Christina Block getroffen.

Christina Block soll laut Anklage nach einem langen Sorgerechtsstreit die Entführung ihrer beiden Kinder vom Wohnort ihres geschiedenen Mannes in Dänemark in Auftrag gegeben haben. Sie bestreitet das. Die israelische Firma habe auf eigene Faust gehandelt. Der damals zehnjährige Junge und das 13-jährige Mädchen sollen von der Sicherheitsfirma gewaltsam nach Deutschland geholt worden sein. Am 5. Januar 2024 entschied das Hanseatische Oberlandesgericht, dass die beiden Kinder zu ihrem Vater zurückgebracht werden müssen.

Angeklagte Verwandte bricht in Tränen aus

Block hatte in ihrer Aussage zu Beginn des Prozesses erklärt, dass sich die israelische Sicherheitsfirma eigentlich nur um die Cybersicherheit im zur Block-Gruppe gehörenden Hotel kümmern sollte. Sie sei davon ausgegangen, dass die Israelis vor Silvester in ihre Heimat abgereist seien. Eine Mitarbeiterin der Firma habe sie am Neujahrsmorgen 2024 angerufen und ihr mitgeteilt, sie solle zu einem Treffen mit ihren Kindern nach Süddeutschland fahren. Das habe sie damals völlig überrascht.

Block-Prozess: Stiefmutter sagt aus

Christina Block soll die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben haben, so die Anklage vor Gericht. Im November trat die neue Frau ihres Ex-Mannes Stephan Hensel in den Zeugenstand.

19.11.2025 | 2:28 min

Bereits am Vormittag des Verhandlungstages war es zu einer dramatischen Szene gekommen. Die Strafkammer lehnte den Antrag einer Mitangeklagten ab, die Anklagevorwürfe gegen sie zu erläutern. Der Verwandten und engen Vertrauten von Christina Block wird Beihilfe vorgeworfen, weil sie den Jungen und das Mädchen sowie die Mutter nach der Rückholaktion Anfang 2024 das letzte Stück des Weges von einem Hamburger Vorort mit einem Auto nach Hause fuhr.

Die 49-Jährige brach in Tränen aus. Ihr Verteidiger Reinhard Daum unterbrach die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt und beantragte eine Pause. Seine Mandantin lief schluchzend aus dem Gerichtssaal.

Prozess könnte sich bis Ende des Jahres ziehen

Daum hatte bereits in der Vergangenheit vergeblich beantragt, das Verfahren gegen seine Mandantin abzutrennen. Diese flüchtete vor den Pressefotografen auf dem Gerichtsflur in eine Toilette. Christina Block und die Verteidigerin eines weiteren Mitangeklagten, Gül Pinar, standen ihr bei und versuchten, sie zu beruhigen. Einen Antrag von Daum und anderen Verteidigern, die Verhandlung für eine weitere halbe Stunde zu unterbrechen, lehnte die Kammer ab. Blocks Verteidiger Ingo Bott rief dem Gericht zu: "Dieses Verfahren wird mit einer Härte geführt."

Gerhard Delling, ehemaliger Fernsehmoderator und Sportjournalist, sitzt im Prozess wegen mutmaßlicher Kindesentführung im Landgericht Hamburg am 29.08.2025

Im Prozess um die beauftragte Entführung der Block-Kinder sagte im September auch der Partner von Christina Block, der ehemalige Sportmoderator Gerhard Delling, vor dem Hamburger Landgericht aus.

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Zuvor hatte eine Mitarbeiterin des Unternehmers Eugen Block (85), der Großvater der entführten Kinder, als Zeugin ausgesagt. Sie beschrieb die enge Bindung der Großeltern zu ihren Enkeln. Der Gründer der Steakhaus-Kette "Block House" und seine Ehefrau Christa seien "todtraurig" gewesen, dass sie ihre Enkelkinder in Dänemark über so lange Zeit nicht sehen konnten, sagte die 36-Jährige. Vorher seien die Kinder regelmäßig bei den Großeltern zu Besuch gewesen.

Der Vater der Kinder, Stephan Hensel, hatte die Kinder im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch nicht wie vereinbart zurückgebracht. Kurze Zeit vor der Entführung an Silvester 2023/24 wollte Eugen Block seinen Enkelkindern über einen Sicherheitsdienst Weihnachtsgeschenke am Wohnhaus in Süddänemark überreichen. "Ich muss doch irgendwie meinen Enkelkindern zeigen, wie lieb ich sie habe", erinnerte die Zeugin seine Worte. Zur Übergabe der Geschenke kam es nicht, die Polizei wurde gerufen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF unter anderem am 30.01.2026 um 18:50 Uhr in dem Beitrag "Wendung im Block-Prozess".

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