Kulturstaatsminister Weimer in Kritik:Streit eskaliert: Vergabe des Buchhandlungspreises abgesagt
Nach dem Ausschluss linker Buchläden sagt Kulturstaatsminister Weimer die Verleihung des Buchhandlungspreises ab. Schriftsteller kritisieren, die Meinungsfreiheit nehme Schaden.
Mit dem Deutschen Buchhandlungspreis würdigt die Bundesregierung ausgewählte inhabergeführte Buchhandlungen mit einer Prämie in Höhe von bis zu 25.000 Euro.
Quelle: dpaKulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) lässt die Verleihung des Deutschen Buchhandlungspreises auf der Leipziger Buchmesse absagen. Hintergrund für die Entscheidung sei eine Debatte um die Streichung von drei Juryvorschlägen, teilte ein Sprecher des Beauftragten für Kultur und Medien (BKM) mit. Weimers Entscheidung, drei linke Buchläden von der Liste für den Buchhandlungspreis zu streichen, hatte für massive Kritik gesorgt.
Die Debatte drohe, den eigentlichen Sinn der Verleihung - die Ehrung unabhängiger Buchhandlungen - zu überlagern
Eine angemessene Würdigung der Preisträgerinnen und Preisträger scheint in einem solchen Kontext kaum noch möglich.
Sprecher des Kulturstaatsministers
Ursprünglich hätte die Verleihung am 19. März im Rahmen der Leipziger Buchmesse stattfinden sollen. Nun würden die ausgewählten Buchhandlungen ihre Urkunden und das Preisgeld auf direktem Wege erhalten, so der Sprecher. Die Hauptpreise sollen in gesonderter Form bekanntgegeben werden.
Regelmäßig ist Cherno Jobatey mit Politikern im Gespräch, um sie in ihrem privaten Umfeld zu zeigen. Dieses Mal ist der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Wolfram Weimer zu Gast.
17.02.2026 | 4:32 minSchriftstellern sehen Meinungsfreiheit bedroht
Zuvor hatte Weimer drei Geschäften aus Berlin, Bremen und Göttingen die Teilnahme wegen Extremismusverdachts verwehrt, was teils auf Kritik gestoßen ist. Im Raum steht der Vorwurf, der Ausschluss der drei Buchhandlungen durch Weimer könnte unter Rückgriff auf ein regierungsinternes Verfahren erfolgt sein, das staatliche Finanzierung mutmaßlich extremistischer Vereinigungen und Veranstaltungen möglichst verhindern soll. Es sieht entsprechende Anfragen von Ministerien beim Bundesverfassungsschutz vor.
Die Schriftstellervereinigung PEN Deutschland erklärte angesichts des Falls, dass Meinungsfreiheit und -vielfalt auch die Freiheit der Buchhändler umfasse.
Wehret den Anfängen - ansonsten werden wir im Handumdrehen "amerikanische" Zustände haben.
Matthias Politycki, Präsident der Schriftstellervereinigung PEN
"Die Holländerinnen" von Dorothee Elmiger ist der beste Roman des Jahres 2025 – gestern wurde der Schweizer Autorin in Frankfurt am Main der Deutsche Buchpreis verliehen.
14.10.2025 | 2:16 minDer Börsenverein des Deutschen Buchhandels forderte anschließend von Weimer und der Bundesregierung eine Offenlegung der Gründe. "Die Kunst- und Meinungsfreiheit sind für die Arbeit der Buchhandlungen und unsere gesamte Gesellschaft von größter Bedeutung", erklärte der Börsenverein.
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