Keine Fluppe mehr im Freibad: Neue Rauchverbote im Südwesten

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Neue Regeln in Baden-Württemberg:Rauchverbote in BaWü: Keine Kippen mehr auf der Freibad-Wiese

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Baden-Württemberg weitet das Rauchverbot aus: Auf Spielplätzen, in Freibädern oder an Haltestellen gelten strengere Regeln. Bei Verstößen drohen Bußgelder.

Ein Hinweisschild mit Rauchverbot-Symbol informiert in einem Freibad über das «Landesnichtraucherschutzgesetz BW».

Baden-Württemberg stärkt den Nichtraucherschutz. Es gilt jetzt: kein Rauchen mehr an Spielplätzen, Haltestellen, Freibädern, Zoos und Freizeitparks – zum Schutz von Kindern und Jugendlichen.

01.06.2026 | 0:35 min

Wer raucht, muss sich in Baden-Württemberg jetzt an strengere Regeln halten. Am 1. Juni ist im Südwesten ein neues Nichtraucherschutzgesetz in Kraft getreten. Dies sieht zusätzliche Rauchverbote an Orten vor, an denen viele Kinder und Jugendliche unterwegs sind. Auch E-Zigaretten, Vapes und Shishas fallen nun unter die Regeln für Raucher. Darauf müssen Raucherinnen und Raucher achten: 

Wo ist Rauchen zusätzlich verboten?

Das neue Gesetz dehnt das Rauchverbot auf weitere Orte aus, an denen häufig Kinder und Jugendliche unterwegs sind. Hier darf nicht mehr geraucht werden:

  • auf Kinderspielplätzen
  • an Straßenbahn- und Bushaltestellen
  • in Freibädern
  • in Zoos
  • in Freizeitparks

In Freibädern, Zoos oder Freizeitparks können aber Raucherzonen eingerichtet werden, sofern diese etwas abseits ausgewiesen werden. Auf Schulhöfen gibt es dagegen keine Raucherzonen mehr, auch Raucherzimmer in Behörden sind tabu.

Was ist mit E-Zigaretten?

Auch E-Zigaretten, Vapes und Shishas fallen nun unter die Regeln – und zwar auch dann, wenn damit gar kein Tabak, Nikotin oder Cannabis konsumiert wird. Als Grund wird in der Gesetzesbegründung genannt, dass beim Verbrennen, Verdampfen und Erhitzen potenziell gesundheitsschädliche Stoffe freigesetzt werden.

Im Hamburger Hafen sichergestellte und nicht in Deutschland zugelassene Vapes werden während einer Pressekonferenz ausgestellt. Der Zoll in Hamburg stellte seine Jahresbilanz für das Jahr 2025 vor.

Laut einer neuen Umfrage konsumieren 9,6 % der 12- bis 17-Jährigen Nikotin. Besonders E-Zigaretten sind beliebt. Die Politik fordert nun Werbeverbote und härtere Regeln.

26.05.2026 | 2:43 min

Gibt es Ausnahmen?

Die Ausnahmeregeln, die das bisherige Gesetz für Kneipen und Gaststätten vorsah, bleiben weitgehend bestehen:

  • In Gaststätten ist das Rauchen zwar verboten, es gibt aber Ausnahmen für Außenbereiche.
  • Das Rauchen in kleinen Ein-Raum-Kneipen ist erlaubt, sofern dort kein warmes Essen serviert wird.
  • In größeren Gaststätten und Discos darf in abgetrennten Raucherräumen gequalmt werden. Auf diese Räume muss bereits am Eingang hingewiesen werden. Zudem dürfen die Räume nur von Erwachsenen betreten werden.

Warum sind Bierzelte von der neuen Regel ausgenommen?

Ein Bürgerforum, das die Entstehung des Gesetzes begleitet hatte, hatte sich eigentlich klar für Rauch- und Dampfverbote in Bier-, Wein- und Festzelten ausgesprochen. Schutzbedürftige Menschen seien auch dort schutzbedürftig. Die Landesregierung folgte der Empfehlung aber nicht, weil Ereignisse wie Festivals in der Regel auf einen kurzen Zeitraum begrenzt seien. Im Vordergrund stehe weniger das gesellige Zusammensein als der Eventcharakter.

Welche Strafen drohen Rauchern?

Wer sich nicht an die neuen Verbote hält, muss sich auf Bußgelder einstellen. Wird man zum ersten Mal beim Rauchen erwischt, drohen dem Gesetz zufolge bis zu 200 Euro Strafe. Wird man innerhalb eines Jahres nochmal erwischt, werden sogar bis zu 500 Euro fällig. Halten sich Betreiber nicht an die besonderen Regeln etwa für Raucherkneipen, dann drohen ihnen Strafen bis zu 3.330 Euro, im Wiederholungsfall sogar bis zu 6.500 Euro.

An gesundheitlichen Folgen des Rauchens starben in Deutschland im Jahr 2023 rund 131.000 Menschen – dies entspricht laut dem Tabakatlas des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in etwa jedem siebten Todesfall (13,7 Prozent). Der beim Passivrauchen inhalierte Rauch enthält dieselben Substanzen wie der beim aktiven Rauchen inhalierte Rauch, erklärt das DKFZ. Passivrauchen erhöhe etwa das Risiko für Lungenkrebs und Schlaganfall um 20 bis 30 Prozent. Kinder sind demnach besonders gefährdet.

Quelle: dpa


Wie wird das Gesetz konkret umgesetzt? 

Für die Umsetzung des Gesetzes sind die Betreiber betroffener Einrichtungen zuständig. Im Stuttgarter Zoo Wilhelma zum Beispiel ist man dem Gesetz schon zuvorgekommen. Dort ist einem Sprecher zufolge bereits seit Anfang März das Rauchen nur noch in gekennzeichneten Bereichen erlaubt. Diese lägen bewusst nicht in der Nähe von Spielplätzen oder Restaurants und seien von überall im Park innerhalb von fünf bis zehn Minuten Gehzeit erreichbar. Die Mitarbeiter des Zoos seien angehalten, Raucher darauf hinzuweisen, dass sie nur dort rauchen dürfen.

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01.06.2026 | 5:15 min

An den Bus- und Straßenbahnhaltestellen in Stuttgart sollen nach Angaben der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) alle Haltestellen von Anfang Juni an mit entsprechenden Hinweisschildern ausgestattet sein. An Straßenbahnhaltestellen kontrolliere der Sicherheitsdienst der SSB das neue Verbot, an Bushaltestellen sei die Stadt Stuttgart zuständig, sagte eine SSB-Sprecherin. 

In den Stuttgarter Freibädern haben die Betreiber Raucherzonen eingerichtet, ebenso in den Freibädern in Karlsruhe. 

Wie viele Menschen rauchen im Südwesten noch?

Der Anteil der Rauchenden geht zwar tendenziell zurück, aber immer noch raucht etwa jede fünfte Person im Alter ab 15 Jahren. Laut Statistikportal lag die Raucherquote in Baden-Württemberg 2021 bei 17,4 Prozent. Der Anteil von Rauchern ist aber rückläufig, 2017 waren es noch 21,2 Prozent. Erst jüngst ergab allerdings eine bundesweite Umfrage, dass Jugendliche zuletzt wieder häufiger rauchten. Vor allem der Konsum von Mehrweg-E-Zigaretten nahm demnach zu.

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Junge Frau vor künstlichem Hintergrund, welche während dem Rauchen gezeigt wird.
Grafiken
Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 01.06.2026 um 12:08 Uhr in dem Beitrag "Rauchverbote in Baden-Württemberg ausgeweitet".

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