Mond-Mission der Nasa:Welche Eindrücke von der "Artemis 2"-Mission bleiben
von Markus Wolsiffer
Die Artemis-Astronauten Christina Koch, Victor Glover, Reid Wiseman und Jeremy Hansen stehen vor ihrer Rückkehr zur Erde. Im Gepäck: Einsichten und Erinnerungen. Ein Blick zurück.
Ein historischer Flug zum Mond: Die "Artemis 2"-Crew blickt auf eine außergewöhnliche Mission zurück. Nie waren Menschen weiter von der Erde entfernt.
10.04.2026 | 2:36 minNachdem sie so weit im All waren wie kein Mensch zuvor, nimmt sich Kommandant Reid Wiseman das Funkgerät. Die Crew habe einen Punkt auf dem Mond ausgemacht, einen Krater, den man manchmal auch von der Erde aus sehen könne. Mit brüchiger Stimme richtet er eine Bitte Richtung Erde, direkt ans Mission Control Center in Houston: "Wir würden ihn gern Carroll nennen." Carroll ist die Ehefrau von Wiseman, sie war 2020 an Krebs verstorben. Viele Tränen, lange Umarmungen. Es ist der vielleicht emotionalste Moment ihrer Reise um den Mond.
Die Besatzung der "Artemis 2"-Mission bereitet sich auf die Rückkehr zur Erde vor. Auf ihrer zehntägigen Mission hat die Crew die geplante Mondumrundung geschafft.
10.04.2026 | 0:22 min"Artemis 2": Neue Mond-Mission nach fünf Jahrzehnten
Nach mehr als 50 Jahren sind sie die ersten Astronauten, die sich auf den Weg zum Mond gemacht haben. Ein Bilderbuchstart ist es am 1. April in Cape Canaveral. Da kann auch ein kurzfristiges Problem mit der Toilette nichts daran ändern.
Die Crew fliegt jedoch nicht direkt zum Mond, sondern umrundet zunächst einmal die Erde. Währenddessen testen die Astronauten alle wichtigen Systeme. Danach trennen sich Raketenoberstufe und Raumkapsel. Die zündet schließlich ihr eigenes Triebwerk. Die Power dafür kommt vom Europäischen Servicemodul, es ist die Lebensversicherung der Astronauten. Es versorgt sie mit Energie, Luft, Wasser und Treibstoff. Stolz ist die ESA, mit diesem überlebenswichtigen Bauteil an der Mission beteiligt zu sein. Gefertigt hat es Airbus in Bremen.
Es ist wirklich das allererste Mal in der Geschichte der amerikanischen Raumfahrt, in der bemannten Raumfahrt, dass ein missionskritisches Element an eine Firma außerhalb der USA vergeben worden ist.
Kai Bergemann, Projektleiter bei Airbus
Die "Artemis 2"-Mission flog mehr als eine Million Kilometer. Das Video zeigt die Route in 3D.
31.03.2026 | 0:47 minBeobachtungen, die kein Mensch zuvor gemacht hat
Mit jedem Tag kommen die Astronauten ihrem großen Ziel näher, bis sie schließlich 406.771 Kilometer von der Erde entfernt sind - weiter als je ein Mensch zuvor. Es sei ihnen wichtig, betont Jeremy Hansen, ihre Vorgänger der bemannten Raumfahrt zu ehren: "Wir wählen diesen Moment, um diese Generation und die nächste herauszufordern, sicherzustellen, dass dieser Rekord nicht lange hält."
Eine Landung und ein Spaziergang auf dem Mond sind nicht geplant, dafür sehen sie - auch wegen der Sonnenverhältnisse - vor allem auf der Mondrückseite Dinge, die nie zuvor ein Mensch mit eigenen Augen gesehen hat. Sie machen Tausende Fotos und dokumentieren viele Beobachtungen, unter anderem Mondkrater und Lichtblitze auf der Mondoberfläche.
Dass sie zwischendurch für etwa 40 Minuten keinen Kontakt mit der Erde haben würden, haben die Astronauten zwar gewusst - surreal sei es dennoch gewesen. Sie versammeln sich, essen Ahorn-Kekse und dann geht es zurück an die Arbeit. Gegen Ende ihres Vorbeiflugs das nächste Highlight: Als der Mond an der Sonne vorbeizieht, erleben sie noch eine Sonnenfinsternis. Die passenden Schutzbrillen haben sie natürlich dabei.
Nach mehr als 50 Jahren startet mit der "Artemis 2"-Mission wieder eine bemannte Raumkapsel mit vier Menschen an Bord Richtung Mond. Ein maßgebliches Modul der Rakete wurde in Bremen gebaut.
02.04.2026 | 2:03 minNasa will dauerhaft Menschen auf dem Mond sehen
So viele unvergessliche Momente, so viele Geschichten. "Ich bin noch gar nicht bereit, nach Hause zu gehen", sagt Christina Koch und lacht. Er habe "noch nicht einmal angefangen zu verarbeiten, was wir erlebt haben", schildert Victor Glover - und Reid Wiseman will "in Tagebüchern festhalten und aufschreiben, um das Erlebte dann in seiner ganzen Tiefe zu begreifen".
"Artemis 2" ist eine Testmission, sie soll den Startschuss geben für viele weitere Mond-Missionen. Die USA machen Tempo, im Wettrennen gegen China wollen sie vorne sein. Dazu hat die Nasa ihr Mondprogramm jüngst umgebaut, sie will nun bis 2028 und damit vor dem Ende von Donald Trumps Amtszeit auf dem Mond landen. Außerdem kündigte die Nasa an, dort eine dauerhafte, menschliche Präsenz zu bauen. Natürlich hoffen auch die Europäer, wieder dabei zu sein, wenn es Richtung Mond geht.
Mit Material von dpa und AFP.
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