Update am Morgen: Wo die Reformbereitschaft endet

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Update am Morgen:Wo die Reformbereitschaft endet

Stefan Leifert

von Stefan Leifert

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Stefan Leifert


Guten Morgen,

so ganz abstrakt sind wir Menschen ja zu allem Möglichen bereit: uns gesünder zu ernähren, nachhaltiger zu konsumieren oder sparsamer mit unseren Daten umzugehen - auch wenn all das Verzicht bedeutet. Kommt es dann zum Praxistest, ist die hehre Bereitschaft schnell wieder dahin. Was die Psychologie als "Intentions-Verhaltens-Lücke" beschreibt, kann die Politik in die Verzweiflung treiben, wenn sie den schwierigen Konsens für Reformpolitik sucht.

Im neuen Politbarometer ist die Intentions-Verhaltens-Lücke diese Woche besonders plastisch: Eine überwältigende Mehrheit hält eine grundlegende Rentenreform für wichtig - selbst dann, wenn sie zu Einschnitten und Belastungen führt.

Politbarometer, Grundlegende Rentenreform

Quelle: ZDF

Die abstrakte Reformbereitschaft bei der Rente bricht dann aber sofort wieder ein, wenn es konkret wird. So wird die geplante Abschaffung der sogenannten "Rente mit 63" von den meisten Befragten abgelehnt. Sogar bei den Anhängern der beiden Koalitionspartner überwiegt die Meinung, die "Rente mit 63" solle bleiben.

Politbarometer, Rente mit 63

Quelle: ZDF

In der Berliner Landespolitik lassen sich gerade SPD und Grüne bei den Sondierungen für eine Regierung auf ein Projekt der Linken ein, die Vergesellschaftung großer Wohnungskonzerne. Dass das einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme auf dem Wohnungsmarkt in Großstädten leisten kann, glaubt lediglich eine Mehrheit der Linken-Anhänger. Alle anderen Parteianhängerschaften, auch die von SPD und Grünen, bezweifeln das.

Politbarometer, Vergesellschaftung, Wohnungskonzerne

Quelle: ZDF

Die Probleme auf dem Wohnungsmarkt sind eine der Triebfedern, die in Europa gerade die junge Generation auf die Straßen bringt, begleitet von ungebremstem Zerstörungswahn in vielen Städten. Auch hierzulande formiert sich gerade ein Bündnis, das die Proteste nach Deutschland holen will. Die Proteste in Frankreich, gepaart mit den innenpolitischen Problemen, könnten für die ganze EU zum Problem werden, glauben über zwei Drittel der Deutschen. Einzig die Anhänger der Linken sehen das anders.

Politbarometer, Proteste in Frankreich

Quelle: ZDF

Einen bemerkenswerten Konsens gibt es in einer anderen europäischen Frage - einer, die sich vor Donald Trump so verschärft gar nicht stellte. Doch seit der US-Präsident von Europa und dem Versprechen, es zu verteidigen, immer wieder abrückt, hat sich das Selbstverständnis der EU-Staaten gewandelt. So sind rund 90 Prozent der Deutschen der Meinung, dass sich die europäischen Verbündeten auch ohne die USA selbst verteidigen können sollten.

Politbarometer, EU-Verteidigung ohne USA

Quelle: ZDF

Dass die EU trotz aller Bekenntnisse und guter Absichten von militärischer Unabhängigkeit noch weit entfernt ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Wird es konkret, ist die Bereitschaft der Mitgliedstaaten gering, nationale Hoheiten über die Verteidigung abzugeben. Hier liegt die Intentions-Verhaltens-Lücke also eindeutig auf Seiten der handelnden Politiker.

Was auch immer Ihre guten Absichten fürs Wochenende sind: Ich wünsche Ihnen einen schönen Freitag!

Stefan Leifert, Leiter des heute journals

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Was heute noch wichtig ist

Ausblick

Treffen der Außenminister in Istanbul / CSU-Parteitag in München / Gespräche VW und IG Metall

23.10.2026 | 1:08 min

Beratungen zu Straße von Hormus und Ukraine: In Istanbul treffen sich die Außenminister von Deutschland, Großbritannien und Frankreich (kurz: E3) mit ihren Amtskollegen aus der Türkei, Ägypten, Saudi-Arabien und Pakistan. Es ist das erste Treffen dieser Art, ohne die USA. Im Fokus: der Einbruch der Getreideexporte aus der Ukraine und die Blockade der Straße von Hormus.

CSU-Parteitag: Ab heute hält die CSU ihren Parteitag in München ab. Mit Spannung wird erwartet, inwieweit sich der CSU-Vorsitzende Markus Söder und Kanzler Friedrich Merz zu Ilse Aigner als möglicher Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin äußern werden.

Neue Gespräche bei VW: Der VW-Vorstand und die Arbeitnehmer-Vertreter der IG-Metall kommen in Hannover zur zweiten Runde der sogenannten Überprüfungsgespräche zusammen. Das Verhältnis zwischen Management und Belegschaft gilt als extrem belastet. Die IG Metall hatte Vorstandspläne öffentlich gemacht, denen zufolge bei den Gehältern weltweit Nullrunden bis zum Jahr 2030 geplant seien.

Sportlich in den Tag

Fußball: Was ist da bloß los bei Borussia Mönchengladbach? Neuer Trainer, altes Leid: Das Team punktet nicht, verliert in Serie. Heute Abend müssen die "Fohlen" in Stuttgart ran. Stephan Klemm analysiert die möglichen Gründe für Gladbachs Krise.

Sinken die Temperaturen, bricht alljährlich die Zeit für den Wintersport an: Morgen startet in Sölden der Weltcup im Ski alpin. Wir blicken auf die Chancen der deutschen Starter. Bei den Frauen ruhen die Hoffnungen vor allem auf Emma Aicher, wie Elisabeth Schlammerl berichtet:

Emma Aicher beim Finale des Alpinen Weltcups in Hafjell.

ZDFsportstudio, 21.10.2026, 19:53 Uhr

21.10.2026 | 2:08 min

Zahl des Tages

1.000 - ungefähr so viele Songs passten auf den ersten "iPod". Heute vor 25 Jahren präsentierte der Apple-Gründer und damalige Firmenchef Steve Jobs das portable Musik-Abspielgerät. Das minimalistische und handliche Design revolutionierte den Musik-Markt und eröffnete Apple den Weg vom reinen Computerhersteller hin zum Tech-Giganten von heute.

Der erste Ipod enthielt eine 5-Gigabyte-Festplatte und konnte Dank mp3-Komprimierung rund 1000 Musikstuecke speichern (Oktober 2001).

Quelle: dpa

Gesagt

Ruszkik haza!

Politischer Slogan in Ungarn

Dieser Slogan kann mit "Russen, geht heim!" übersetzt werden. Er entstand während des ungarischen Volksaufstands, der heute vor 70 Jahren, am 23. Oktober 1956, mit einer friedlichen Großdemonstration von Studenten in Budapest begann. Der Protest richtete sich gegen die Alleinherrschaft der Kommunistischen Partei und wurde am 11. November 1956 von Sowjettruppen blutig niedergeschlagen.

Weitere Schlagzeilen

Die Nachrichten im Video

heute Xpress

Kurznachrichten im ZDF - immer auf dem Laufenden

22.10.2026 | 2:03 min

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So wird das Wetter heute

Heute ist es im Osten und Südosten mit etwas Sonne noch meist trocken. Sonst kommt von Westen Regen und starker Wind auf. Ganz im Westen sind Sturmböen dabei. Die Temperatur steigt auf Werte von 10 bis 16 Grad. Den aktuellen Wetterbericht der ZDF-Meteorologen finden Sie jederzeit auf unserer Übersichtsseite.

Das Wetter am Freitag 23.10.2026

Quelle: ZDF

Zusammengestellt von Torben Heine

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