Update am Abend:Merz in der Kälte und KI-Agent auf gefährlicher Mission
von Torben Heine
Guten Abend,
Friedrich Merz ist wortkarg auf dem Treffen mit anderen EU-Staats- und Regierungschefs in Finnland: Während es in der Polarregion um Sicherheitsinteressen Europas geht, wachsen zuhause Zweifel an der Autorität des Kanzlers, die er wohl lieber nicht kommentieren will. Und: Ein Software-Sicherheitsforscher konnte offenbar ein schädliches KI-Modell von Anthropic stoppen und einen größeren Sicherheitsvorfall verhindern.
Kanzler Merz bei Gipfeltreffen am Polarkreis
- Das ist passiert: Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich mit elf Amtskollegen zu einem EU-Arktis-Gipfel in Finnland getroffen. Die Regierungschefs machten dabei deutlich, dass die Staaten ihr Engagement am Polarkreis ausbauen und entsprechende Mittel dafür zur Verfügung stellen wollen. Im Zentrum stehen der Zugriff auf kritische Rohstoffe, Sicherheitsfragen sowie der Umgang mit den Folgen des Klimawandels.
- Das ist der Hintergrund: In der Arktis-Region konkurrieren die Weltmächte um Einfluss. Auch Russland, China und die USA haben ihre Präsenz dort bereits verstärkt. Für die EU ist die Frage der Sicherheit von Grönland, auf das US-Präsident Donald Trump immer wieder Ansprüche erhoben hat, höchst relevant.
heute in Deutschland, 14.09.2026, ab 14:00 Uhr
14.09.2026 | 1:55 minInnenpolitischer Druck auf Merz wächst
- Das ist passiert: Während Merz im Norden Europas auf außenpolitischer Mission ist, wächst der innenpolitische Druck. Seit dem Erfolg der AfD in Sachsen-Anhalt wackelt der Stuhl des Kanzlers. In der Union mehren sich kritische Stimmen, es gibt sogar erste Rücktrittsforderungen. Staatsminister Philipp Amthor verteidigte den Kanzler heute im ZDF-Morgenmagazin, auch er pochte aber auf "bessere Ergebnisse".
- Das ist der Hintergrund: Den Kritikern zufolge ist es Merz nicht gelungen, nach dem Wahldebakel der CDU in Sachsen-Anhalt ein angemessenes Signal zu senden. Ein Kanzlersturz wirkt nicht mehr ausgeschlossen, auch wenn sich bislang niemand offensiv als Alternative ins Spiel bringt. Abzuwarten bleiben wohl zunächst die Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und in Berlin. Danach beraten unter anderem die CDU-Landeschefs über die Ergebnisse - und indirekt wohl auch über Merz' Zukunft.
- Das sagt unser Korrespondent Wulf Schmiese: "Er steht auf dünnem Eis" und wisse das auch, sagt er über Merz. Dessen Botschaft an die eigene Partei sei mit Blick auf die kommenden Wahlen in den Ländern: "Leute, wir müssen da zusammenstehen, auch wenn das bitter wird." Wenn Merz als Kanzler ginge, so die Erzählung, folge innen- und außenpolitische Instabilität. "Ich habe den Eindruck, dass Merz gar nicht mehr der große Kämpfer um sein Amt ist", analysiert Schmiese. Er schmeiße jedoch auch nicht einfach hin, sondern appelliere an die Vernunft. Sein Angebot sei "Stabilität, um die Reformen, die begonnen wurden, auch weiterzuführen".
ZDF-Morgenmagazin, 14.09.2026, ab 05:30 Uhr
14.09.2026 | 1:55 minSicherheitsforscher stoppt Späh-Software von Anthropic
- Das ist passiert: Ein Software-Sicherheitsforscher aus Wien konnte offenbar verhindern, dass ein KI-Modell des US-amerikanischen Unternehmens Anthropic Schadsoftware ins Internet lädt. Er reagierte schnell auf eine entsprechende Warnung des von ihm betriebenen Analyselabors und stellte einen Warnbericht ins Netz. Wenig später wurde das KI-Modell außer Gefecht gesetzt und weiterer Schaden abgewendet. Auf Nachfrage von ZDF frontal schweigt Anthropic zu dem konkreten Fall.
- Das ist der Hintergrund: Zuletzt wurden vermehrt vergleichbare Sicherheitsvorfälle bekannt, bei denen sich KI-Modelle autonom Zugang zum Internet verschafft hatten und damit Grenzen überschritten, die ihre Entwickler ihnen gesetzt hatten. Neben Anthropic machte auch ChatGPT-Entwickler OpenAI einen ähnlichen Fall öffentlich. Welche Regulierungen es bei autonomen KI-Agenten gibt und wer für Schäden haftet, erfahren Sie hier.
- Das sagt der Cybersicherheitsexperte Dennis-Kenji Kipker: Auch er warnt vor der rasanten Entwicklung von Künstlicher Intelligenz. "Wir bauen immer höher, immer schneller das KI-Kartenhaus. Und je mehr Bestandteile wir in Systeme einschieben, umso größer ist auch das Risiko", sagte er im ZDF-Morgenmagazin. Von Angriffen KI-gestützter Systeme sowie Cyberkriminellen, die mit KI arbeiten, sei vor allem die kritische Infrastruktur bedroht. Kipker sprach von der Energieversorgung, der Logistik, Lieferketten, der Finanzmarktinfrastruktur und sogar militärischen Waffensystemen. Um die Entwicklung besser kontrollieren zu können, brauche es staatliche Beteiligungen an KI-Unternehmen sowie transparentere Meldewege bei Sicherheitsvorfällen.
ZDF-Morgenmagazin, 14.09.2026, ab 05:30 Uhr
14.09.2026 | 5:33 minZDFheute Update am Abend:Die Nachrichten des Tages kompakt zum Feierabend
Keine Zeit für endlose Nachrichtenfeeds? Der Newsletter bündelt die wichtigsten Themen, Hintergründe und Analysen in fünf Minuten Lesezeit von Montag bis Freitag.Grafik des Tages
Quelle: ZDF/simpson33/iStock
Weniger als die Hälfte der Haushalte in Deutschland lebt in ihren eigenen vier Wänden. Der Anteil ist laut einer Studie des Pestel-Instituts 2024 auf 43,5 Prozent gesunken. Das ist demnach der niedrigste Wert seit mehr als 20 Jahren.
Ratgeber: So hilft regelmäßiger Sport bei Krebs
Sportliche Aktivität während der Krebserkrankung ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Sie hilft, körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten und Nebenwirkungen zu lindern.
Volle Kanne, 14.09.2026, ab 09:05 Uhr
14.09.2026 | 5:14 minSport
Tennis: Alexander Zverev hat die US Open gewonnen. Mein Kollege Jannik Schneider analysiert: Damit hat Zverev das Narrativ seiner Karriere eigenhändig umgekehrt - vom Unvollendeten, dessen beeindruckende Laufbahn ohne große Erfolge enden könnte, hin zum zweifachen Grand-Slam-Sieger.
ZDF-Morgenmagazin, 14.09.2026, ab 05:30 Uhr
14.09.2026 | 1:45 minAmerican Football: Die National Football League (NFL) ist gestartet, das Rennen um die Vince-Lombardi-Trophy läuft. Was man zur neuen Saison wissen muss: Nico Rindlisbacher gibt Ihnen einen Überblick.
Alle Highlights aus Bundesliga, Champions League und DFB-Pokal sowie die wichtigsten Nachrichten aus dem Sport bekommen Sie ab sofort auch im Newsletter der Kollegen vom ZDFsportstudio.
Schlagzeilen
- Straße von Hormus: Warum die Krise feststeckt
- Israel: Minister will Regisseuren die Staatsbürgerschaft entziehen
- Wadephul: "Neues Kapitel" zwischen Ungarn und Deutschland
- Schweden nach der Wahl: Wer kann jetzt regieren?
- Reservistenverband fordert: AfD-Regierung Zugang zu Geheimplan verwehren
- Hohe Kosten für Strom, Gas und Erdöl: 3,8 Millionen Deutsche bei Energie in Zahlungsverzug
Ein Lichtblick
In Hamburg haben drei Jugendliche einen Roboter entwickelt, der Schülerinnen und Schüler motiviert, das Handy zur Seite zu legen und sich aufs Lernen zu konzentrieren.
heute in Deutschland, 14.09.2026, ab 14:00 Uhr
14.09.2026 | 1:48 minStreaming-Tipps für den Abend
"Serial Cleaner": Teri wird bei ihrem Putzjob in einem Luxushotel Zeugin eines Mordes. Um ihr eigenes Leben zu retten, bietet sie an, die blutigen Spuren zu beseitigen - und geht damit einen teuflischen Pakt ein. (Thriller-Serie, 6 Folgen à 45 Min.)
Sehen Sie hier Folge 1: "Kein Zurück"
14.09.2026 | 42:30 min"The True Story of Ariana Grande": Sie zählt zu den größten Popstars unserer Zeit. Mit ihrer Stimme über vier Oktaven prägt die Amerikanerin Musik- und Filmindustrie und etabliert sich zugleich als globale Marke. (Dokumentation, 45 Min.)
14.09.2026 | 43:39 min
Rezept des Tages: Pflaumenknödel mit glasierten Aprikosen
Mario Kotaska präsentiert einen fruchtigen Nachtisch mit gegarten Pflaumen. Das Dessert rundet er mit einer leckeren Vanille-Mohn-Sauce und in alkoholfreiem Weißwein glasierten Aprikosen ab. Für das Rezept finden Sie hier den Download.
Volle Kanne, 14.09.2026, ab 09:05 Uhr
14.09.2026 | 5:27 minWenn Sie unser ZDFheute Update abonnieren möchten, können Sie das hier tun oder in Ihrer ZDFheute-App unter Meine News / Einstellungen / ZDFheute-Update-Abo.
Genießen Sie Ihren Abend!
Torben Heine und das gesamte ZDFheute-Team
Alles gut? Danke, dass Sie unser ZDFheute Update lesen! Empfehlen Sie das Briefing gerne Ihren Freunden und Bekannten - hier ist der Anmelde-Link. Außerdem freuen wir uns weiterhin über Ihr Feedback, was Ihnen besonders gut gefällt und was wir noch besser machen sollten, an zdfheute-feedback@zdf.de. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!