Staatsminister Amthor im ZDF:"Probleme des Landes größer als Personaldebatten"
Umfragewerte sinken, der Rückhalt, auch in der eigenen Partei, schwindet: Merz steht unter Druck. Staatsminister Amthor verteidigt den Kanzler, pocht aber auf "bessere Ergebnisse".
"Die Lage ist insgesamt sehr schwierig", sagt Philipp Amthor, CDU. Nach der Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt und offenen Reformfragen steht die CDU unter Druck. Man müsse nun in die Umsetzung kommen.
14.09.2026 | 5:33 minNach der Wahlniederlage der CDU in Sachsen-Anhalt reißt die Kritik am Kurs von Parteichef Friedrich Merz nicht ab. So erklärte der Chef des CDU-Arbeitnehmerflügels (CDA), Dennis Radtke, der durch den Kanzler vertretene Kurs einer "CDU pur" sei gescheitert und forderte einen "Kurswechsel".
Auch CDU-Wahlkämpfer für die am Sonntag stattfindenden Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin distanzierten sich von ihrem Vorsitzenden. Und in Medien flammten Spekulationen über einen "Kanzlertausch" wieder auf.
Die Unzufriedenheit mit Kanzler Merz ist seit seinem Amtsantritt stark gestiegen. Nach Wahlniederlage, schwachen Umfragen und offenen Reformfragen steht die CDU vor der Frage wie es jetzt weiter geht.
14.09.2026 | 2:41 minPhilipp Amthor, Staatsminister für Bund-Länder-Koordination im Kanzleramt, verteidigte indes Merz. Im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF sagte er: "Zunächst ist wichtig, dass der Bundeskanzler sich aus der Verantwortung nicht ausnimmt, sondern sich selbst ja auch mit Selbstkritik in die Verantwortung gestellt hat."
Aber er weiß auch, und das halte ich auch für richtig, dass die Probleme des Landes ja auch noch größer sind als die Personaldebatten, die wir gerade führen.
Philipp Amthor, Staatsminister für Bund-Länder-Koordination im Kanzleramt
Es ginge nicht nur um "bessere Kommunikation", sondern um "bessere Ergebnisse", sagte der CDU-Politiker im ZDF-Morgenmagazin. "Es geht darum, dass das, was wir als Reformprogramm verabredet haben mit unserem Koalitionspartner vor der Sommerpause, jetzt auch in die Umsetzung kommt."
Amthor: Keine Regierung mit politischen Rändern
Zeitgleich steigt die Nervosität vor den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin am kommenden Sonntag. Umfragen sagen in der bisher unter CDU-Führung regierten Bundeshauptstadt ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen mit der Linkspartei voraus. Dramatisch sind die Umfragewerte für die Kanzler-Partei in Mecklenburg-Vorpommern. Jüngste Erhebungen sahen sie im Norden nur noch bei sieben Prozent.
Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt steht Kanzler Merz unter Druck: In Berlin liefern sich Linke und CDU ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in Mecklenburg-Vorpommern die AfD mit der SPD.
11.09.2026 | 38:20 minMit Blick auf die Wahlen betonte Amthor im ZDF, dass die CDU in dieser "entscheidenden Woche" dafür arbeite, dass es regierbare Wahlausgänge gebe.
Beide Länder dürfen nicht dem Chaos und den politischen Rändern überlassen werden.
Philipp Amthor, Staatsminister für Bund-Länder-Koordination im Kanzleramt
Es würden stabile Regierungskoalitionen aus der politischen Mitte benötigt, so Amthor. Dazu gehöre die AfD nicht, da "wir Sorgen vor einer politischen Haltung dieser Partei haben". Die CDU bleibe bei ihrer Grundsatzhaltung, dass sie nicht mit den politischen Rändern eine Regierung bilde.
Dazu braucht es eine starke und stabile CDU, das sollte auch nicht die SPD für sich alleine monopoliseren.
Philipp Amthor, Staatsminister für Bund-Länder-Koordination im Kanzleramt
Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt, schwache Umfragen und offene Reformfragen erhöhen den Druck auf Kanzler Merz. "Er steht auf dünnem Eis", sagt ZDF-Hauptstadtkorrespondent Wulf Schmiese.
14.09.2026 | 1:55 minLassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
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