Deutschlands höchster Berg:Großer Felssturz an der Zugspitze: Was bekannt ist
Ein Felssturz an der Zugspitze hat Deutschlands höchsten Berg in eine große Staubwolke gehüllt. Gefahr für Wege besteht nicht - vorbei ist das Bröckeln aber offenbar nicht.
An der Zugspitze hat ein Felssturz mit einer großen Staubwolke für Aufsehen gesorgt. Schäden sind bislang nicht bekannt.
23.09.2026 | 0:16 minAuf der Zugspitze haben sich mehrere Kubikmeter Felsen gelöst - und Deutschlands höchsten Berg in eine gewaltige Staubwolke gehüllt. Verletzt wurde niemand. Was zu dem Vorfall bekannt ist - ein Überblick.
Was ist an der Zugspitze passiert?
Am Dienstag hat sich an der 2.962 Meter hohen Zugspitze eine bislang unbekannte Menge Gestein gelöst und eine große Staubwolke verursacht. Der Felssturz begann am Morgen auf der Tiroler Seite an der deutsch-österreichischen Grenze - und setzte sich bis zum Mittwoch fort.
"Da löst sich immer wieder was", sagte der stellvertretende Bereitschaftsleiter der Bergwacht Grainau, Franz Dörfler, der Nachrichtenagentur dpa. "Anscheinend bröselt es jetzt auch wieder nach."
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16.09.2026 | 2:58 minGibt es durch den Felssturz Verletzte oder Schäden?
Nach Angaben der Bergwacht wurde niemand verletzt. Auch in der nächstgelegenen Gemeinde Ehrwald gab es einem Mitarbeiter des Gemeindeamts zufolge weder Schäden noch Auswirkungen.
Das betroffene Gebiet befindet sich in einem unzugänglichen Bereich des Bergmassivs, wo es keine offiziellen Steige gibt. Die bei Kletterern beliebte Route "Eisenzeit" hatte die Staubwolke zwar abbekommen, liegt aber auf der anderen Seite des betroffenen Grates. "Wir haben da aktuell keine Bedenken, dass da aufgrund von diesem Felssturz ein größeres Gefahrenpotenzial ist", sagte Dörfer.
Die Bergbahnen laufen ohne Beeinträchtigungen. Sowohl die Tiroler Zugspitzbahn als auch die etwas weiter südlich gelegene Ehrwalder Almbahn nahmen ihren Betrieb wie gewohnt auf.
Wie häufig kommen solche Felsstürze an der Zugspitze vor?
Überraschend seien solche Ereignisse längst nicht mehr, die Dimension jedoch sei ungewöhnlich für die Zugspitze, sagte Dörfler. "In dem Ausmaß ist es definitiv nicht öfter, aber es ist auch nicht überraschend."
Bereits im August 2024 hatte es einen größeren Felssturz auf der Tiroler Seite der Zugspitze gegeben. Damals lösten sich laut ORF in 2.800 Metern Höhe mehrere Tonnen Gestein und donnerten knapp 1.000 Meter talwärts.
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28.05.2026 | 6:28 minFels- und größere Bergstürze gibt es in den Alpen aufgrund der natürlichen Erosion des Gesteins schon seit jeher. Zu erkennen ist das auch für Nichtgeologen leicht an den großen Schutthalden und Felskaren, die sich vielerorts unterhalb steiler Wände finden. In hochalpinen Lagen sind Felsgrate sehr häufig zersplittert - das Gestein wurde im Laufe der Jahrmillionen von Frost und Blitzschlag gesprengt.
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Welche Rolle spielen Klimawandel und Permafrost?
Der Klimawandel verändert den Lebensraum Alpen nach Einschätzung des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos rasant. Demnach steigen die Temperaturen in den Alpen doppelt so schnell wie im globalen Durchschnitt.
Der Temperaturanstieg wirkt sich in den hohen Gebirgslagen auf den Permafrost aus, der als Kitt der Berge gilt. Taut er auf, fehlt der "Kleber" - und Schutt und Felsen können sich lösen und zu Tal donnern. Nach Gewittern und Muren steigt zudem die Gefahr von Murabgängen.
Von Permafrost spricht man, wenn ein Untergrund für mindestens zwei Jahre eine Durchschnittstemperatur von unter 0 °C hat. Forscher gehen davon aus, dass er an der Zugspitze etwa 2040 vollständig verschwunden sein wird, sollten die Temperaturen weiterhin steigen.
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