Machtkampf mit Trump:Fed-Direktorin Cook reicht Klage ein
Donald Trump will Fed-Vorständin Cook entlassen - sie klagt gegen die Entscheidung. Der Machtkampf zwischen dem US-Präsidenten und der US-Notenbank Fed geht in die nächste Runde.
Die Fed-Gouverneurin Lisa Cook wehrt sich juristisch gegen eine Entlassung durch US-Präsident Donald Trump.
Quelle: dpaDie US-Notenbank-Vorständin Lisa Cook will mit einer Klage gegen Donald Trump verhindern, dass der US-Präsident sie wegen angeblichen Hypothekenbetrugs ihres Amtes enthebt.
Die Entlassung aus dem Vorstand der Federal Reserve (Fed) sei rechtswidrig und solle durch eine einstweilige Verfügung gestoppt werden, hieß es in einem entsprechenden Gerichtsdokument.
Cook will zudem Klarheit schaffen, wann die sogenannten Gouverneure der Notenbank entlassen werden dürfen. Mit Cooks Klage geht der Machtkampf zwischen Trump und der US-Notenbank in die nächste Runde.
Trump sorgt in den USA für Aufregung, indem er eine Fed-Gouverneurin entlassen will und die Unabhängigkeit der Notenbank infrage stellt. ZDF-Börsenexpertin Valerie Haller erklärt.
26.08.2025 | 1:01 minCook: Unabhängigkeit der Fed bedroht
Cook begründete, dass ein Präsident nicht einfach ein vom Senat bestätigtes Mitglied der Notenbank absetzen darf - auch, weil damit die Unabhängigkeit der Fed bedroht werde. Vor Gericht soll nun zudem geklärt werden, dass Vorstandsmitglieder der Notenbank nur "aus triftigen Gründen" ihres Amtes enthoben werden dürfen.
Als Beispiele führten Cooks Anwälte unter anderem "Ineffizienz, Pflichtverletzung, Amtsmissbrauch oder vergleichbares Fehlverhalten" auf. Das letzte Wort dürfte noch lange nicht gesprochen worden sein: Eine Regierungssprecherin kündigte am Mittag an, den "Kampf" fortführen zu wollen.
Inmitten von Handelskonflikten sind die Aussichten für die US-Wirtschaft düster. Trump attakiert deswegen Notenbankchef Powell – und stellt so die Unabhängigkeit der Fed in Frage.
22.04.2025 | 2:50 minEZB-Ratsmitglied sieht globale Risiken
Die Auseinandersetzung zwischen Trump und der Fed könnte sich laut EZB-Ratsmitglied Olli Rehn erheblich auf die globalen Finanzmärkte und die Wirtschaft auswirken. Die Unabhängigkeit der Federal Reserve sei seit den 1980er Jahren als unantastbares Prinzip etabliert, sagte der Chef der finnischen Zentralbank am Donnerstag.
Jetzt gerät dieses Prinzip jedoch stark ins Wanken. Dies könnte erhebliche globale Folgewirkungen sowohl auf die Finanzmärkte als auch auf die Realwirtschaft haben.
Olli Rehn, EZB-Ratsmitglied
Durch die Zollpolitik von US-Präsident Trump entstehen neue Probleme für international aktive Unternehmen rund um den Globus. Experten zufolge, schaden sich die USA damit selbst.
07.08.2025 | 1:34 minFed-Direktorin weist Trumps Vorwurf eines Hypothekenbetrugs zurück
Trump hatte Anfang der Woche auf seiner Plattform Truth Social mitgeteilt, Cook mit sofortiger Wirkung aus ihrem Amt zu entlassen. In einem Brief an die Ökonomin begründete er den Schritt damit, dass es hinreichende Gründe für die Annahme gebe, dass sie in einem oder mehreren Hypothekenverträgen falsche Angaben gemacht habe.
Cook hatte daraufhin über ihre Anwälte rechtliche Schritte angekündigt. Sie argumentierte, der Präsident dürfe sie gar nicht abberufen.
Trumps Vorwurf eines Hypothekenbetrugs sei kein Grund für eine Amtsenthebung. Die Gouverneurin bestritt in einem Gerichtsdokument, in einem entsprechenden Antrag falsche Angaben gemacht zu haben - zumal bislang nur die Anschuldigung im Raum steht, aber noch keine Untersuchung oder Anklage als Grundlage für Trumps Entlassung herangezogen wurde.
Cook argumentierte ferner, dass auch wenn sie unwissentlich falsche Angaben gemacht haben sollte, dies Jahre vor dem Amtsantritt bei der Aufnahme einer privaten Hypothek geschah.
Keines der angeblichen Fehlverhalten ereignete sich während der Ausübung der Aufgaben von Gouverneurin Cook als Mitglied des Vorstandes.
Anwälte von Lisa Cook
US-Notenbankchef Powell hat eine mögliche Zinssenkung in den kommenden Monaten angedeutet. Der Dow-Jones-Index legte daraufhin kräftig zu, berichtet Frank Bethmann.
22.08.2025 | 1:43 minTrump hat auch Fed-Chef Powell im Visier
Seit Monaten pocht Trump auf Zinssenkungen, bekommt sie von der Notenbank aber nicht. Daher hat er mehrfach den Rücktritt des derzeitigen Fed-Chefs Jerome Powell gefordert - obwohl weiter unklar ist, ob er ihn tatsächlich feuern darf. Rechtlich ist nicht abschließend geprüft, ob ein Präsident den Notenbankchef entlassen darf.
Anders als oftmals von Trump suggeriert entscheidet Powell als Fed-Chef nicht alleine über den Leitzins, sondern der Zentralbankrat. Powells Amtszeit dauert noch bis Mai an. Neben Powell hat Trump mittlerweile auch Cook im Visier.
Trump hatte US-Notenbankchef Powell mehrfach beschimpft und mit Entlassung gedroht - nun rudert er zurück: Eine Absetzung sei nicht geplant - er erwarte aber weiterhin Zinssenkungen.
23.04.2025 | 0:25 minDie Fed soll als Notenbank eigentlich unabhängig von politischem Einfluss agieren und mit ihrer Zinsentscheidung für wirtschaftliche Stabilität sorgen. Die Fed hat weltweit eine große Bedeutung. Die Zentralbank der Vereinigten Staaten setzt sich zum Ziel, zur Finanzstabilität der USA beizutragen.
Die Fed legt etwa Zinssätze fest, was einen großen Einfluss auf Kreditkosten hat. Die Auswirkungen sind auch in Deutschland zu spüren - beim Wirtschaftswachstum und auf den Finanzmärkten im Euroraum.
Leitzing weiterhin auf hohe Niveau
Die Fed hatte zuletzt den Leitzins auf hohem Niveau beibehalten. Seit gut einem halben Jahr verharrt dieser in der Spanne von 4,25 bis 4,5 Prozent - zu diesem Zinssatz können sich Geschäftsbanken von der Zentralbank Geld leihen. Für Verbraucher und Unternehmen kann ein niedriger Leitzins attraktiv sein, wenn sie Kredite zu besseren Konditionen aufnehmen möchten.
Mehr Geld im Umlauf kann wiederum die Wirtschaft ankurbeln - eins von Trumps Argumenten. Zu niedrige Zinsen könnten aber dafür sorgen, dass sich die Inflation weiter anheizt, weswegen Powell einen restriktiveren Kurs befürwortete.
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