VW-Gewinn eingebrochen - im zweiten Quartal um ein Drittel

Europas größter Autobauer:VW-Gewinn im zweiten Quartal um ein Drittel eingebrochen

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Volkswagen setzt seine Talfahrt fort. Der Nettogewinn des Autobauers brach im zweiten Quartal um 32,9 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro ein.

VW

Bis 2030 sollen 50.000 Jobs wegfallen, weltweit womöglich noch mehr, berichtet ZDF-Reporter Peter Kunz. Hauptgrund bleibt der Umsatzeinbruch in China und die steigenden Produktionskosten.

24.07.2026 | 3:33 min

Der Gewinn des Volkswagen-Konzerns ist im zweiten Quartal erneut eingebrochen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sei das Konzernergebnis nach Steuern in den Monaten April bis Juni um 32,9 Prozent von 2,29 Milliarden Euro auf 1,54 Milliarden Euro gesunken, teilte Europas größter Autobauer in Wolfsburg mit. Das waren damals bereits 36 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

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VW-Chef Blume will den Autokonzern mit einem radikalen Sparkurs neu aufstellen. Statt 50.000 könnten weltweit sogar bis zu 100.000 Stellen gestrichen werden, vier deutschen Werken droht das Aus.

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Im chinesischen Markt gehen Verkäufe um mehr als ein Drittel zurück

Die Auslieferungen fielen konzernweit um fast 9 Prozent auf 2,08 Millionen Fahrzeuge. Das hatte der Konzern bereits zuvor mitgeteilt. Auf dem wichtigen Markt China sackten die Verkäufe sogar um mehr als ein Drittel auf 424.300 Fahrzeuge ab. Abseits Chinas sah es im Verkauf etwas besser aus.

Produktionskosten in Deutschland zu hoch, Nachfrage zu gering

Der Einbruch in China sei der Hauptgrund für die Krise von VW, erklärt Peter Kunz, ZDF-Reporter in Wolfsburg. Weil woanders aber die Verkaufszahlen zumindest leicht stiegen, gehe VW-Boss Oliver Blume davon aus, dass sich die Situation zumindest in diesem Jahr stabilisieren werde. Aber:

Das ändert nichts daran, dass zumindest in Deutschland die Produktionskosten zu hoch sind.

Peter Kunz, ZDF-Reporter

VW müsse de facto eine Million Fahrzeuge im Jahr weniger bauen. Darauf stelle sich der Konzern auch ein, erklärt Kunz.

VW-Chef Blume: Können uns nicht mit Kostenstruktur in China messen

VW-Chef Blume sagte dazu am Freitag: "Wir haben heute eine Situation, dass wir sehr starken Export von chinesischen Produkten zu chinesischen Kosten nach Europa haben, die zum Teil nicht durch Zölle geschützt sind. Das sind die Plug-in-Hybriden."

Wir sind einfach mit unserer Kostenstruktur in Deutschland und Europa nicht wettbewerbsfähig, wenn wir uns mit Chinesen messen müssen, die dort eine andere Kostenstruktur haben.

Oliver Blume, VW-Chef

Das seien Ansätze, "die wir zügig angehen müssen, um dort eine Wettbewerbsgleichheit zu schaffen, die wir natürlich in anderen Weltregionen auch haben", ergänzte Blume. Darüber hinaus gebe es viele Ansätze, die "in Richtung Made in Europe" gingen, etwa, um Investoren nach Europa zu bringen. "Und da haben wir gemeinsam noch einiges zu tun", bilanzierte der VW-Boss.

VW plant massiven Stellenabbau

Zölle, Kriege, geopolitische Spannungen und härter werdende Konkurrenz sorgten für Gegenwind, hatte Konzernchef Oliver Blume bereits im Frühjahr erklärt.

Er plant daher neue Sparmaßnahmen bei Volkswagen mit deutlichen Einschnitten: Bis zu 50.000 Stellen weltweit und vier Werke in Deutschland stehen auf dem Prüfstand - zusätzlich zu den 50.000 Jobs, die bis 2030 bereits abgebaut werden sollen. "Das macht die Zahl von 100.000 komplett", so ZDF-Reporter Peter Kunz.

Von Gewerkschaft und Betriebsrat kommt bereits kräftig Gegenwind. Ebenso vom Land Niedersachsen, das mit 20 Prozent an VW beteiligt ist und zwei Mitglieder im Aufsichtsrat stellt. Zusammen mit den Arbeitnehmern stellen sie dort die Mehrheit. In dem Gremium fielen die Pläne Berichten zufolge dann auch zunächst durch.

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Bis 2030 hat Volkswagen bereits den Abbau von konzernweit 50.000 Stellen in Deutschland angekündigt. 35.000 Jobs sollen bei der Kernmarke wegfallen, der Rest bei Töchtern wie Audi und Porsche. Mehr als 37.000 Beschäftigte haben bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben.

ZDF-Reporter: Werksschließungen offenbar die "Ultima Ratio"

Auch Werksschließungen waren zuletzt im Gespräch. Die seien nach den Worten von Konzernchef Blume aber die "Ultima Ratio", berichtet Peter Kunz aus Wolfsburg. Alternativen seien zum Beispiel stärkere Co-Produktionen mit chinesischen Partnern in Deutschland oder ein stärkerer Fokus auf den Mobilitätssektor der Rüstungsindustrie, so Kunz.

Das Keyword "Werksschließung" sei auch eine Art Weckruf des Konzerns, um aufzuzeigen, wo es enden könne, wenn nicht jeder mitziehe, ordnet Kunz ein.

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Quelle: dpa, AFP
Über die Lage bei Volkswagen berichtete das ZDF am 24.07.2026 um 05:30 Uhr im ZDF-Morgenmagazin.
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