Volkswagen: Aufsichtsrat stimmt Sanierungsplan zu

Abbau von Stellen und Zukunft der Werke:Volkswagen: Aufsichtsrat stimmt Sanierungsplan zu

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Einigung in Wolfsburg: Der Aufsichtsrat von VW stimmt dem Sanierungsplan für den Autobauer zu. Zehntausende Stellen sollen wegfallen. Vier Werke stehen auf der Kippe.

Das VW-Logo leuchtet auf dem Dach des Markenhochhauses im Volkswagen Stammwerk (Archivfoto)

Der VW-Aufsichtsrat gibt grünes Licht für das Sparpaket des Konzernvorstands.

Quelle: dpa | Moritz Frankenberg

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem Sanierungsplan des Vorstands zugestimmt. Die Abstimmung sei einstimmig erfolgt, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach einer Sitzung des Präsidiums gegenüber ZDFheute mit. Der Sanierungsplan sieht eine "konzernweite Anpassung der Beschäftigtenzahl in Höhe von rund 50.000 abzubauenden Stellen - inkl. Management-Positionen" vor.

Für die Werke Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm könne "aktuell keine wettbewerbsfähige Folgebelegung" gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden - hier prüfe man "alternative Verwendungsmöglichkeiten". Für die europäischen Werke solle bis Ende Juni 2027 ein mit dem Zielbild zu vereinbarendes Konzept für eine nachhaltige und wettbewerbsfähige Produktionsstruktur entwickelt werden.

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In Zwickau ist wie auch an anderen VW-Standorten offen, wie es nach 2030 weitergehen soll. Dabei war es das erste Werk, das auf E-Mobilität setzte. Jetzt bangen 8.000 Beschäftigte um ihre Jobs.

31.08.2026 | 2:46 min

Blume spricht von "starkem Signal"

Der Vorstandsvorsitzende Oliver Blume sieht in der Zustimmung des Aufsichtsrates "ein starkes Signal für die Zukunft des Volkswagen Konzerns". In den nächsten Jahren investiere man eine "dreistellige Milliardensumme" in die Wettbewerbsfähigkeit des Autobauers.

Die Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats, Daniela Cavallo, hält die Umsetzung des Plans für "eine Notwendigkeit, um unseren Konzern erfolgreich ins nächste Jahrzehnt zu führen, ohne dass die damit verbundenen Vorhaben einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen".

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8.000 Beschäftigte bangen um die Zukunft des VW-Werks Zwickau. "Wir reden nicht über Subventionen", sagt Ministerpräsident Michael Kretschmer. Er fordert weniger Regulierungen und niedrigere Kosten.

31.08.2026 | 6:10 min

IG Metall und VW-Betriebsrat: Vorstand muss Hausaufgaben machen

IG Metall und der Konzernbetriebsrat betonten in einer ersten Reaktion, mit der Einigung sei eine Eskalation verhindert worden. Der Vorstand müsse jetzt seine Hausaufgaben machen. In einer gemeinsamen Erklärung von IG-Metall-Chefin Christiane Benner und Betriebsratschefin Cavallo heißt es:

Der Konfrontationskurs und die Kommunikation des Vorstands in den vergangenen Wochen war nicht zielführend.

Mitteilung von IG Metall und dem VW-Betriebsrat

Eine Ausgliederung der Kernmarke Volkswagen Pkw und der VW-Komponente ist laut Benner und Cavallo vom Tisch, der Angriff auf die Mitbestimmungsstrukturen sei damit erfolgreich abgewehrt.

Kein Werk wurde aufgegeben, und entgegen mehreren Medienberichten ist keine Werksschließung besiegelt.

Mitteilung von IG Metall und dem VW-Betriebsrat

"Vielmehr müssen jetzt für alle Standorte konkrete Lösungen erarbeitet werden - dabei sehen wir weiterhin ausdrücklich den Vorstand in der Pflicht", betonten Benner und Cavallo. Vor zwei Monaten waren die Spar- und Zukunftspläne des Vorstands erstmals im Aufsichtsrat behandelt worden - und dort am Widerstand der Arbeitnehmer und des Landes gescheitert.

Christiane Benner ist beim ZDF-MoMa zu sehen.

Die IG-Metall-Vorsitzende Benner kritisiert den VW-Vorstand. Dieser hatte einen weiteren Stellenabbau und mögliche Werksschließungen ins Gespräch gebracht.

01.09.2026 | 0:44 min

Lies will "langfristige Perspektiven"

Für Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies geschieht die Umsetzung der Sanierung laut einer Konzernmitteilung angesichts "enormer" Herausforderungen im Wettbewerb: "Wir investieren kräftig in Zukunftsfähigkeit und wir verbessern die Wettbewerbsfähigkeit."

Gleichzeitig werden wir für unsere Standorte langfristige Perspektiven entwickeln.

Olaf Lies, Ministerpräsident in Niedersachsen

Der Wirtschaftsminister des Landes, Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne, kündigte noch im Vorfeld der Aufsichtsratssitzung Widerstand gegen die Umbaupläne des Vorstands an. "Mit einem Aushebeln des VW-Gesetzes und dem Schleifen der Mitbestimmung, um maßlosen Stellenabbau und Werksschließungen durchzusetzen, wird sich die Landesregierung nicht abfinden", sagte Tonne dem Newsletter Industrie und Handel des Nachrichtenmagazins Politico am Donnerstag.

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Quelle: Reuters, ZDF, dpa
Über dieses Thema berichtete das ZDF in mehreren Sendungen, darunter im ZDF-Morgenmagazin am 31.08.2026 ab 05:30 Uhr.

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