Schärfere Strafen für Gewalt in Zügen:EVG: Regierung muss handeln - sonst Streik ab Januar
Die Bahngewerkschaft EVG drängt die Bundesregierung zu einem neuen Gesetz. Dieses solle auch die Zugbegleiter schützen. Passiere dies nicht, werde man ab Januar streiken.
Die EVG fordert härtere Strafen für Angriffe auf Zugbegleiter. Sollte die Bundesregierung in diesem Jahr kein entsprechendes Gesetz durchsetzen, droht die Gewerkschaft mit bundesweiten Streiks.
23.08.2026 | 0:24 minDie Bahngewerkschaft EVG hat mit bundesweiten Streiks im Regionalverkehr ab Januar gedroht, sollte die Bundesregierung das Strafmaß bei Angriffen auf Zugbegleiter nicht bald verschärfen.
"Das versprochene Gesetz für härtere Strafen bei Angriffen auf Zugpersonal muss noch in diesem Jahr in den Bundestag, sonst legen wir im Januar den Betrieb lahm", sagte der Gewerkschaftschef Martin Burkert der "Bild am Sonntag".
Bei einem Streit wegen einer Fahrscheinkontrolle war ein Bahnarbeiter nahe Karlsruhe aus dem fahrenden Zug gestürzt. Jetzt weckt ein Überwachungsvideo Zweifel am Tathergang.
20.07.2026 | 1:31 min
Bahngewerkschaft kritisiert Politik: Große Worte, keine Taten
Nach dem Tod des Zugbegleiter Serkan Çalar im Februar habe es von der Politik "betroffene Gesichter und große Worte" gegeben, "aber keine Taten", so Burkert.
Die Regierung betreibt Arbeitsverweigerung, die Eisenbahner zahlen dafür mit ihrer Gesundheit oder gar ihrem Leben.
Martin Burkert, EVG-Chef
Burkert sagte im Interview weiter: "Die Politiker haben Serkan vergessen. Wir nicht."
Im Fall des getöteten Zugbegleiters in Rheinland-Pfalz hat das Gericht entschieden: Der 26‑jährige Angeklagte muss für zehn Jahre ins Gefängnis. Die Familie kündigte an, in Revision zu gehen.
09.07.2026 | 1:19 minDeutsche Bahn: Tödlicher Angriff auf Zugbegleiter
Çalar war in einem Regionalexpress von einem Fahrgast angegriffen und tödlich verletzt worden. Der Fahrgast wurde später wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt.
Der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats bei DB Regio, Ralf Damde, sagte der "Bild am Sonntag": "Es reicht! Statistisch gesehen werden jeden Tag acht Kollegen im Dienst angegriffen. Keiner weiß vor seiner Schicht, ob er wieder gesund nach Hause kommt. Wenn das Gesetz weiter Staub im Ministerium ansetzt, verweigern wir als Betriebsräte die Zustimmung zu den Dienstplänen. Der Politik-Stillstand wird dann zum Zug-Stillstand."
Erstmals seit sieben Jahren macht die Deutsche Bahn im ersten Halbjahr Gewinn. Ein Grund: Mehr Pendler lassen wegen hoher Spritpreise das Auto stehen
30.07.2026 | 1:39 minJustizministerium: Gesetzentwurf noch 2026 in den Bundestag
Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) hatte vor kurzem betont: "Sicherheit im Zug ist kein Randthema. Sie ist eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden öffentlichen Verkehr." Bilger kündigte Gespräche in der Regierung an, um auch bei Angriffen gegen Zugbegleiter zu höheren Strafmaßen zu kommen wie schon für Rettungskräfte.
Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte der Zeitung auf Anfrage, der Gesetzentwurf befinde sich noch in der regierungsinternen Abstimmung. "Unser Ziel ist es, dass der Bundestag den Gesetzentwurf noch in diesem Jahr beraten und gegebenenfalls beschließen kann", sagte der Sprecher demnach. Ob Zugbegleiter in den Gesetzentwurf aufgenommen werden, ließ der Ministeriumssprecher laut "Bild am Sonntag" offen.
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