DB Cargo baut fast die Hälfte der Stellen in Deutschland ab

6.200 Arbeitsplätze betroffen:DB Cargo baut fast die Hälfte der Stellen in Deutschland ab

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Die Güterverkehrstochter der Bahn befindet sich in der Krise, nun will sich DB Cargo neu aufstellen. Dazu gehören auch massive Einsparungen - etwa beim Personal.

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Die Deutsche Bahn streicht bei der DB Cargo mehr als 6.000 von rund 14.000 Stellen. Der massive Abbau ist Teil einer Umstrukturierung bei der Güterverkehrstochter der Bahn.

19.02.2026 | 0:20 min

Der Chef der seit Jahren kriselnden Bahn-Güterverkehrstochter DB Cargo, Bernhard Osburg, hat den Abbau von fast der Hälfte der Arbeitsplätze in Deutschland angekündigt.

Von den derzeit rund 14.000 Vollzeitstellen hierzulande sollen 6.200 wegfallen, sagte Osburg der Deutschen Presse-Agentur. Das betreffe fast alle Bereiche, etwa Fahrbetrieb, Disposition, Planung, Administration sowie Vertrieb und die IT.

Große Umstrukturierung soll DB Cargo retten

Der Stellenabbau ist Teil eines Umstrukturierungsplans, mit dem Osburg das hochdefizitäre Unternehmen wieder in die Spur bringen will. Viel Zeit bleibt ihm nicht. Noch in diesem Jahr muss DB Cargo infolge eines Beihilfeverfahrens der Europäischen Union wieder schwarze Zahlen schreiben - sonst droht das Aus.

Schon Osburgs Vorgängerin, Sigrid Nikutta, wollte die Tochter der Deutschen Bahn neu aufstellen, musste aber gehen, nachdem ihr Sanierungskonzept in einem externen Gutachten durchgefallen war.

Osburg betont nun, eine Strategie mit mittelfristiger Ausrichtung bis zum Jahr 2030 vorgelegt zu haben. Die gutachterliche Bestätigung wird für Ende Februar erwartet. In dieser Woche wurden die Beschäftigten sowie der Aufsichtsrat von DB Cargo informiert.

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„Weil sie bei der Gütersparte der Deutschen Bahn offenbar sanieren und sparen wollte, ohne dafür aber ein ausreichendes Konzept zu haben“, so ZDF-Börsenexpertin Sina Mainitz.

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DB Cargo: Das hat Chef Osburg jetzt vor

Weil die Nachfrage im Güterverkehr in Deutschland bei den Hauptkunden aus den Sektoren Auto, Chemie und Stahl immer schwächer wird, will Osburg den Fokus zukünftig aufs europäische Ausland legen.

"Wir richten Vertrieb, Planung, Disposition und Produktion deutlich stärker europäisch aus und bauen DB Cargo zum führenden europäischen Schienenlogistiker mit klaren, grenzüberschreitenden Systemlösungen aus", betont er.

Zudem soll bis 2030 bis zu einer Milliarde Euro eingespart werden. Die Maßnahmen dafür umfassen unter anderem den Wegfall von 4.000 Arbeitsplätzen, eine schlankere Verwaltung sowie Produktivitätssteigerungen im Fuhrpark.

Weitere 2.000 Stellen fallen im sogenannten Einzelwagenverkehr weg, der beibehalten, aber grundlegend neu aufgestellt werden soll.

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Des Weiteren soll sich die Unternehmenskultur ändern. Der neue Chef will mehr Verantwortungsgefühl bei den zuständigen Entscheidern in der Fläche und verbindliche Pläne zur Umsetzung des neuen Konzepts.

Bis zum Sommer sollen weitere Details geklärt und das Konzept nach und nach in die Umsetzung gehen, betont Osburg.

Gewerkschaft will "um jeden Arbeitsplatz kämpfen"

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), die mit Nikutta bittere Kämpfe über deren Sanierungskonzept geführt hatte, befürwortet Osburgs Ausrichtung auf den europäischen Markt. "Wir sind uns mit Cargo-Chef Osburg einig: Cargo muss effizienter werden und Cargo kann wachsen", teilte EVG-Vizechefin Cosima Ingenschay mit.

Über den Weg dahin sei sich die Gewerkschaft aber nicht mit dem neuen Vorstand einig. "Bevor ein großer Arbeitsplatzabbau startet, erwarten wir, dass jeder Stein umgedreht und jede Maßnahme zur Steigerung der Effizienz geprüft wird." Die EVG werde um jeden Arbeitsplatz kämpfen.

Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Massive Stellenkürzungen bei DB Cargo" am 19.02.2026 um 12:30 Uhr.

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