Festnahmen wegen illegaler Rüstungsgeschäfte mit Russland

Ermittlungen der Bundesanwaltschaft:Festnahmen wegen illegaler Rüstungsgeschäfte mit Russland

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Razzien und Festnahmen: Fünf Verdächtige sollen trotz Embargos tausende Lieferungen für die russische Industrie organisiert haben – auch für mehrere Rüstungskonzerne.

Zollmitarbeiter durchsuchen Gebäude im Zusammenhang mit verbotenen Rusland-Exporten.

Ermittler haben ein kriminelles Netz in Schleswig-Holstein zerschlagen, dass offenbar illegale Rüstungsgeschäfte mit Russland getätigt hat. Exporte sind seit dem Angriff auf die Ukraine strikt verboten.

02.02.2026 | 1:33 min

Weil sie trotz eines Embargos konspirativ Güter für die russische Industrie beschafft und exportiert haben sollen, sind in Schleswig-Holstein fünf Menschen festgenommen worden.

Sie sollen mithilfe einer Firma in Lübeck rund 16.000 Lieferungen nach Russland veranlasst haben, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe am Montag mitteilte. Zu den Endabnehmern der ausgeführten Güter gehörten demnach mindestens 24 gelistete Rüstungsunternehmen in Russland.

Zwei vermummte Zollbeamte stehen am Fenster eines Containers.

Ermittler zerschlagen in Norddeutschland ein Netzwerk, das Russland trotz EU-Sanktionen mit tausenden Lieferungen versorgt haben soll. ZDFheute live analysiert, wie das möglich war.

02.02.2026 | 15:19 min

Gesamtvolumen von mehr als 30 Millionen Euro

Der Wert der Geschäfte soll mindestens 30 Millionen Euro betragen. Hauptbeschuldigter ist Nikita S., Geschäftsführer der Lübecker Firma. Seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine 2022 soll er über ein konspiratives Netzwerk Güter für die russische Industrie beschafft haben. Zur Umgehung der EU-Sanktionen nutzten die Verdächtigen Scheinfirmen und falsche Abnehmer.

Wieder aufbereitete Marder-Schützenpanzer stehen vor einer Halle.

Nach Angaben des Friedensforschungsinstituts Sipri steigerten die 100 größten Rüstungskonzerne ihre Einnahmen 2024 auf 679 Milliarden US-Dollar. Das ist ein Plus von 5,9 Prozent.

01.12.2025 | 0:33 min

Neben dem Deutschrussen Nikita S. wurden zwei deutsche Staatsbürger und ein Mann mit deutscher und ukrainischer Staatsbürgerschaft festgenommen. Vorläufig festgenommen wurde ein weiterer Deutschrusse.

Zudem gab es Razzien in weiteren Städten, unter anderem in Frankfurt am Main, Nürnberg und Ostholstein. Sie richteten sich den Angaben nach gegen fünf weitere Beschuldigte, die sich laut Bundesanwaltschaft jedoch auf freiem Fuß befinden.

Quelle: AFP, Reuters
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress in dem Beitrag "Festnahmen wegen illegaler Rüstungsgeschäfte mit Russland" am 02.02.2026 um 11:37 Uhr, heute in Deutschland ab 14:00 Uhr sowie heute am 02.02.2026 ab 19:00 Uhr.

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