Klagen wegen fehlender Krebs-Warnhinweise:Glyphosat-Streit: Bayer siegt vor US-Gericht - Aktie hebt ab
Erfolg für Bayer im milliardenschweren Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat: Ein Urteil in den USA dürfte Klagen die Grundlage entziehen.
Der Bayer-Konzern hat einen Erfolg im Glyphosat-Streit erzielt.
Quelle: epaDer Pharma- und Agrarkonzern Bayer hat im milliardenschweren US-Rechtsstreit um mutmaßliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat einen entscheidenden Sieg vor dem Obersten Gerichtshof der USA errungen. Der Supreme Court entschied, dass die Zulassungsvorgaben der US-Bundesbehörden Vorrang vor dem Recht einzelner Bundesstaaten haben.
Damit entzogen die Richter Tausenden Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise die Grundlage. Bayer hatte stets argumentiert, dass die US-Umweltschutzbehörde EPA den Wirkstoff als nicht krebserregend einstuft und entsprechende Warnhinweise daher nicht zulässig seien.
Bayer einigte sich im Februar in den USA auf einen Milliarden-Vergleich zu "Roundup" mit Glyphosat. Es gilt als "wahrscheinlich krebserregend". Valerie Haller mit einer Einschätzung.
17.02.2026 | 1:02 minBayer begrüßt Gerichtsentscheidung
An der Börse hob die Bayer-Aktie ab und legte um 17 Prozent zu. Das Urteil werde dazu beitragen, die Rechtsstreitigkeiten nach nahezu einem Jahrzehnt signifikant einzudämmen, teilte der Leverkusener Dax-Konzern mit.
Der Konzern erklärte, dadurch dürften "aktuelle Klagen abgewiesen und mögliche künftige Klagen verhindert werden - soweit sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen".
Der Fall des Klägers John Durnell war ursprünglich im Oktober 2023 in St. Louis verhandelt worden. Die Geschworenen kamen zu dem Schluss, dass das Unternehmen zu einer Krebswarnung auf dem Unkrautvernichter Roundup verpflichtet gewesen sei, und sprachen dem Kläger 1,25 Millionen Dollar zu. Bayer wählte den Fall dann später für den Gang vor den obersten US-Gerichtshof aus, um ein Grundsatzurteil zu erzielen.
Der chemische Wirkstoff Glyphosat wird viel genutzt, ist aber umstritten. Verschiedene Organisationen kommen zu unterschiedlichen Fazits: Die EFSA sieht keine Gefährdung, die IARC hingegen schon.
23.01.2026 | 0:53 minKonzern verweist auf Umweltbehörde
Bayer argumentierte, dass die US-Umweltbehörde EPA in dem Mittel keine Gesundheitsrisiken sehe, wenn es entsprechend den Vorschriften angewendet werde. Die EPA hatte das Produktlabel folglich ohne Warnung genehmigt. Daher sollten laut Bayer auch Schadenersatzansprüche "basierend auf dem Recht einzelner Bundesstaaten vor Gericht keinen Bestand haben".
2018 übernahm die deutsche Bayer AG den US-Agrarkonzern Monsanto für rund 60 Milliarden US-Dollar. Monsanto war vor allem für seinen Unkrautvernichter "Roundup" bekannt, dessen Wirkstoff Glyphosat weltweit verwendet wird. Mit der Übernahme wurde Bayer zum größten Anbieter für Pflanzenschutzmittel und Saatgut.
Folge des Monsanto-Kaufs
Bayer-Chef Bill Anderson, der das Ruder in Leverkusen im Juni 2023 übernommen hatte, verfolgt das Ziel, die US-Rechtsstreitigkeiten bis Ende 2026 signifikant einzudämmen. Diese hatte sich Bayer 2018 mit der Übernahme des US-Agrarchemiekonzerns Monsanto ins Haus geholt. Nach einer ersten Niederlage in einem Glyphosat-Prozess stiegen dann die Klägerzahlen.
Wichtiger Hinweis in eigener Sache
Wer bei Google etwas sucht, bekommt neben den Suchergebnissen auch eine Box mit Schlagzeilen angezeigt.
Mit ZDFheute als hinterlegter Quelle bekommen Sie unsere Inhalte häufiger in die Schlagzeilen-Box gespielt - geprüfte Inhalte, direkt in Ihrem Überblick.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Weitere Nachrichten zur Bayer AG
Hauptversammlung in Krisenzeiten:Bayer: Absturz einer früheren Konzern-"Ikone"
von Cengiz Ünal