Konkurrenz aus China: Deutsche Zulieferer verlieren Marktanteile

Konkurrenz aus China:Deutsche Zulieferer verlieren Marktanteile

Bild von Christian Hauser

von Christian Hauser

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Deutsche Autozulieferer geraten zunehmend unter Druck durch Transformation, Kosten und internationale Konkurrenz. Doch es gibt auch mindestens zwei Standortvorteile.

Arbeiter bei der Auto-Produktion im Autowerk

Die Zulieferbranche ist aufgrund ihrer Innovationsfähigkeit von großer Bedeutung für die Autoindustrie.

Quelle: dpa

Fahrzeuge, insbesondere Verbrenner, sind komplexe Konstrukte. Sie können Komponenten von mehreren hundert Zulieferunternehmen enthalten. Ein bedeutender Teil der Wertschöpfung entsteht dabei nicht bei den Autoherstellern selbst, sondern bei zahllosen spezialisierten Zulieferfirmen wie etwa Bosch oder ZF Friedrichshafen.

Laut einer aktuellen Studie sinken die Marktanteile dieser Zulieferer aus Deutschland gegenüber chinesischen Wettbewerbern.

Die Herausforderungen sind groß: steigender internationaler Wettbewerbsdruck, schleppende Transformation zur Elektromobilität und Standortnachteile in Deutschland. Und doch gibt es auch positive Signale.

Geringe Kosten und Strategie - Chinas Erfolgsrezept

Chinas Autozulieferer holen auf. Spielten sie 2005 praktisch noch keine Rolle, so hatten sie im vergangenen Jahr global bereits einen Marktanteil von zwölf Prozent.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie von "Strategy&", der Strategieberatung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC. Demnach ist Deutschland im vergangenen Jahr wieder auf dem Niveau von 2005 angekommen. Im Jahr 2015 lag der Marktanteil noch drei Prozentpunkte höher.

China holt auf

ZDFheute Infografik

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Die Gründe für die zunehmende Konkurrenz sind vielfältig. "Chinesische Zulieferer punkten vor allem bei den Kosten - sowohl in der Produktion als auch bei der Skalierung", sagt Automobilexpertin Beatrix Keim vom CAR Center Automotive Research ZDFheute. Das liege vor allem an ihrer Größe, staatlicher Förderung und einer klaren industriepolitischen Strategie seitens der chinesischen Regierung.

Die chinesische Zulieferindustrie ist heute kein Billiganbieter mehr.

Beatrix Keim, CAR Center Automotive Research

Gleichzeitig wachsen die Probleme deutscher Zulieferer. "Die Autozulieferbranche steht zwischen zwei Welten. Der Markt für Verbrennungsmotoren schrumpft, während die Elektromobilität langsamer wächst als erwartet", analysiert Keim. "Das zwingt viele Unternehmen dazu, gleichzeitig in bewährte und neue Technologien zu investieren." Eine klare Fokussierung ist daher kaum möglich.

Deutsche Zulieferer mit Stellenabbau

Am Montag gab die AE Group bekannt, zwei Standorte in Thüringen und Hessen zu schließen. Davon betroffen sind rund 650 Mitarbeitende. Der Zulieferer für Aluminiumgussteile hatte im August vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet, die Investorensuche blieb erfolglos. Als Grund nannte das Unternehmen eine schwache Nachfrage.

In den vergangenen Jahren waren weitere Zulieferfirmen von ähnlichen Problemen betroffen. Seit dem Jahr 2018 wurden fast 45.000 Stellen in der Automobilzulieferindustrie abgebaut.

Rückgang der Beschäftigten

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Vorteil Deutschland: Hidden-Champions und Bildung

Dennoch kann Deutschland auch punkten. So sind chinesische Firmen weiterhin auf das Know-how von deutschen Fachkräften angewiesen. "Es ist bezeichnend, wie viele deutsche Ingenieure und Entwickler von chinesischen Unternehmen abgeworben werden", so Keim.

Die Ausbildungsqualität in Deutschland ist nach wie vor ein echter Standortvorteil.

Beatrix Keim, CAR Center Automotive Research

Chinesische Hersteller, selbst Marktführer wie BYD, seien auf Komponenten deutscher Unternehmen angewiesen, so Keim.

Viele deutsche mittelständische Unternehmen, oft familiengeführt, gelten weiterhin als Hidden Champions in ihren Bereichen. Also als Unternehmen, die in ihrer Nische weltweit führend sind, aber in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt. "Die deutsche Zulieferindustrie ist nach wie vor extrem stark", so Keim.

Standortvorteile, die deutsche Zulieferer erhalten und gegenüber Wettbewerbern ausspielen können, insbesondere gegenüber China. Dann kann diese Branche auch weiterhin relevant bleiben. Die Studie von "Strategy&" kommt zu dem Schluss: "Es ist zu riskant, nichts zu riskieren." Die deutschen Zulieferer müssten flexibler und schneller werden, mit den Automobilherstellern zusammenarbeiten und Innovationen vorantreiben.

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