Faltbares iPhone und KI: Wer ist Apples neuer Chef John Ternus?

Analyse

Neuer Apple-Chef John Ternus:Der unaufgeregte Manager mit dem faltbaren Telefon

von Carsten Thurau, Washington, D.C.

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Der neue Apple-Chef ist kein Unbekannter, aber ein anderer Typ als sein Vorgänger. Bei seinem ersten großen Auftritt lässt John Ternus erahnen, wohin er den Konzern führen will.

Apple CEO John Ternus waves on stage during an announcement of new products on Wednesday, Sept. 9, 2026, in Cupertino, Calif.

Tim Cook übergibt die Leitung an John Ternus, der vorher für die Hardware-Entwicklung zuständig war. Er gibt sein Debüt als CEO bei der Produktvorstellung von Apple.

09.09.2026 | 2:40 min

Es ist für ihn zum ersten Mal die große Bühne. John Ternus führt als neuer Chef am Mittwoch durch das traditionelle Herbst-Event von Apple und präsentiert die Neuheiten des kalifornischen Tech-Riesen.

Ternus ist zum 1. September auf Tim Cook gefolgt, der nach 15 Jahren an der Spitze das Amt abgegeben hat, dem Konzern aber als Verwaltungsratsvorsitzender erhalten bleibt. Doch wer ist dieser John Ternus?

Team-Player mit Liebe zum Detail

Auf der Bühne steht er mit schwarzer Jeans und dunklem Pullover. Es ist eine von vielen Kameras aufgezeichnete Inszenierung, aber der große Glamour fehlt. Und das ist gut so. John Ternus spricht mit ruhiger Stimme, unaufgeregt, ohne Pathos. Er ist 51 Jahre alt, ein Mann, der den größten Teil seiner Karriere bei Apple verbracht hat. Einer, der in dem Unternehmen groß geworden ist. Der es bis ganz oben geschafft hat.

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Wirklich viel hat die Öffentlichkeit bisher nicht über diesen Mann erfahren. Ein Unbekannter ist er trotzdem nicht: Der Ingenieur war verantwortlich für die Hardware-Entwicklung bei Apple und in dieser Funktion schon in der Vergangenheit bei den Präsentationen im Herbst zu sehen.

Im Unternehmen heißt es, Ternus sei ein echter Team-Player, ein freundlicher Vorgesetzter, einer, der sehr an Lösungen interessiert sei und Liebe zum Detail besitze. Wenn diese Eigenschaften und dieser Führungsstil stimmen, bekommen die Zuschauenden bei der Präsentation einen guten ersten Eindruck.

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Ist John Ternus auch ein Visionär?

Erstaunlich häufig zitiert oder erinnert er an den Apple-Mitgründer Steve Jobs, jenen genialen Kopf hinter dem Konzern, der Apple zu einer Weltmarke machte.

Am deutlichsten wird das mit den von Jobs bekannten berühmten Worten "One more thing", mit denen Ternus das neue faltbare iPhone Duo gegen Ende der Präsentation enthüllt. Gerade diese Präsentationsformel in seinem ersten Auftritt als CEO dürfte nicht zufällig gewählt worden sein.

Möglich also, dass der frühere Hardware-Chef den Fokus tatsächlich verstärkt auf Innovationen und neue Geräte legt, während sich Vorgänger Tim Cook vor allem einen Namen als Organisator und erfolgreicher Geschäftsmann gemacht hat, der aus Apple das derzeit zweitwertvollste Unternehmen mit 4,5 Billionen US-Dollar Wert formte.

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Kein radikaler Bruch zu erwarten

Einen radikalen Bruch mit der Cook-Ära wird es indes mit John Ternus nicht geben. Ternus setzt auf Kontinuität und wird dennoch eigene inhaltliche Akzente setzen.

Einer davon dürfte mit dem Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu tun haben. Anders als die Konkurrenz gilt Apple in diesem Bereich als Nachzügler, was aber auch an der Leitlinie des Konzerns liegt, die Privatsphäre seiner Kunden bestmöglich schützen zu wollen.

John Ternus macht deutlich, dass es künftig um alltagstaugliche KI gehen soll - im Zentrum der Nutzung Künstlicher Intelligenz sollen das iPhone und damit Sprachassistent Siri stehen. Persönliche Daten der Nutzer auf eigenen Servern zu speichern, ist für Apple weiterhin tabu.

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Nach diesem ersten Auftritt sprechen manche Experten bereits vom Beginn der Ternus-Ära bei Apple. Einer Zeit, in der "der Neue" auch vor großen Herausforderungen stehen wird - darunter Apples Position im KI-Wettbewerb, steigende Hardware-Kosten und geopolitische Herausforderungen.

Wenn John Ternus das so unaufgeregt, ruhig und selbstbewusst meistert, wie es seine Art erahnen lässt, braucht einem um die Zukunft dieses Konzerns nicht bange zu sein.

Carsten Thurau ist derzeit Reporter im ZDF-Studio Washington, D.C.

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Über dieses Thema berichtete das heute journal am 09.09.2026 ab 21:45 Uhr.
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