iPhone-Konzern gegen KI-Unternehmen:Apple verklagt OpenAI: Vorwurf des Geheimnis-Diebstahls
Apple zieht gegen OpenAI vor Gericht. Das KI-Unternehmen soll Geschäftsgeheimnisse des iPhone-Konzerns gestohlen haben. Ein Prozess würde OpenAI den Börsengang erschweren.
Apple verklagt die Entwickler von ChatGPT: Dem KI-Unternehmen OpenAI wird vorgeworfen aggressiv Apple-Mitarbeiter abgeworben und so Geschäftsgeheimnisse gestohlen zu haben.
11.07.2026 | 0:27 minIm Streit um die Entwicklung neuer Hardware hat Apple am Freitag (Ortszeit) den ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie zwei ehemalige Mitarbeiter verklagt. Der iPhone-Konzern wirft dem KI-Unternehmen vor, systematisch vertrauliche Informationen zu Design und Fertigungsprozessen gestohlen zu haben, um den eigenen Einstieg in das Hardware-Geschäft zu beschleunigen.
OpenAI wies die Vorwürfe zurück. "Wir haben kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen", erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Der Fokus liege auf der Entwicklung innovativer Technologien.
Über 400 Ex-Apple-Mitarbeiter bei OpenAI beschäftigt
Es lägen Beweise dafür vor, "dass Mitarbeiter von OpenAI unrechtmäßig geheime und vertrauliche Informationen von Apple über unsere noch nicht veröffentlichten Technologien, Prozesse und Produkte entwendet haben", erklärte Apple in seiner 41-seitigen Klageschrift, die der Konzern bei einem kalifornischen Bundesgericht eingereicht hat.
Auch der US-Bundesstaat Florida geht juristisch gegen OpenAI vor. In der Klage heißt es, die Software ChatGPT sei eine Bedrohung für die öffentliche Sicherheit.
02.06.2026 | 0:27 minDerzufolge arbeiten inzwischen mehr als 400 frühere Apple-Beschäftigte für OpenAI. Apple erklärte in der Schrift, man habe OpenAI bereits im Februar wegen der Bedenken kontaktiert, jedoch keine Antwort erhalten.
Die beiden namentlich genannten Ex-Mitarbeiter sollen unter anderem interne Dateien heruntergeladen und Lieferantendaten entwendet haben. Bei einem von ihnen handelt es sich um Tang Yew Tan, den ehemaligen Vizepräsidenten für das Produktdesign von iPhone und Apple Watch, der nun als Hardware-Chef bei OpenAI arbeitet.
Er soll Bewerber dazu ermutigt haben, für Vorstellungsgespräche bei OpenAI Bauteile von Apple mitzubringen. Zudem sollen OpenAI-Mitarbeiter einen Apple-Zulieferer unter falschen Angaben dazu gebracht haben, eine geheime Technik zur Metallveredelung anzuwenden.
Apple hat eine Klage in der EU verloren: Ein Gericht bestätigte, dass der Technologiekonzern App-Store und iOS stärker für den Wettbewerb öffnen muss.
08.07.2026 | 0:44 minKonkurrenzstreit, weil OpenAI ins Hardware-Geschäft will?
Bei dem zweiten Beschuldigten handelt es sich um den ehemaligen leitenden Elektroingenieur Chang Liu. Ihm wird vorgeworfen, seinen Apple-Firmenlaptop nicht zurückgegeben und einen Fehler bei der Authentifizierung genutzt zu haben, um Dutzende vertrauliche Hardware-Dateien aus dem internen Netzwerk herunterzuladen.
Hintergrund des Streits ist der Versuch von OpenAI, sich ein zweites Standbein neben der Software aufzubauen. Die KI-Firma hatte im vergangenen Jahr für 6,5 Milliarden Dollar das Hardware-Start-up io Products gekauft. Dieses wurde vom ehemaligen Apple-Star-Designer Jony Ive gegründet, der in der Klage jedoch nicht namentlich genannt wird.
Apple-Konzernchef Tim Cook hat auf der jährlichen Entwicklerkonferenz "Siri AI" vorgestellt. In der EU ist die Assistenzsoftware zunächst nicht verfügbar.
09.06.2026 | 0:22 minApple-Klage könnte Börsengang von OpenAI erschweren
Analysten zufolge könnte das Unternehmen an einem eigenen KI-Gerät arbeiten, das in direkte Konkurrenz zum iPhone treten würde. Die juristische Auseinandersetzung eskaliert die Spannungen zwischen den beiden Technologiekonzernen, die eigentlich kooperieren: Apple hatte erst in diesem Jahr ChatGPT in sein Betriebssystem und den Sprachassistenten Siri integriert.
Medienberichten zufolge erwog OpenAI vor einigen Monaten eine Klage gegen Apple mit dem Vorwurf des Vertragsbruchs, weil diese Partnerschaft sich schlechter entwickelt habe als von der KI-Firma erwartet. Die Klage von Apple dürfte die Pläne von OpenAI für einen mit Spannung erwarteten Börsengang erheblich erschweren.
Die KI-Branche will an die Börse. Was sich OpenAI, Anthropic und Co davon versprechen: Einschätzungen von ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann.
09.06.2026 | 1:37 minWichtiger Hinweis in eigener Sache
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