DGB-Befragung:40 Prozent glauben nicht an Durchhalten bis zur Rente
Während die Regierung den Renteneintritt schrittweise verschieben will, zeigt eine Umfrage: Viele Arbeitnehmer glauben nicht, dass sie so lange durchhalten. Das hat mehrere Gründe.
Laut einer Umfrage des DGB zweifeln rund 40 Prozent der Beschäftigen, ob Sie ihren Beruf bis zum Rentenalter durchhalten. Dies müsse bei Reformen berücksichtigt werden.
05.07.2026 | 1:43 minBesonders Handwerker zweifeln daran, dass sie bis zum geplanten Rentenalter durchhalten. (Symbolbild)
Quelle: dpaVier von zehn Arbeitnehmern in Deutschland glauben einer Erhebung zufolge nicht, dass sie ihren Job bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters ausüben können. Lediglich 53 Prozent sind hingegen überzeugt, ihre derzeitige Tätigkeit bis zum gesetzlichen Renteneintritt ohne Einschränkung ausüben zu können.
Das geht aus einer neuen Auswertung des DGB-Index Gute Arbeit hervor, über den die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Sonntag berichteten. Knapp 28.000 Beschäftigte wurden in den Jahren 2022 bis 2026 befragt.
Große Zweifel in Handwerksberufen und Pflege
Besonders groß sind die Zweifel in einzelnen Berufsgruppen. So erwarten 72 Prozent der Beschäftigten im Bereich Sanitär, Heizung und Klempnerei, ihren Beruf nicht bis zur Rente ausüben zu können. In der Krankenpflege sind es 71 Prozent, in der Altenpflege 67 Prozent, in Hochbauberufen 66 Prozent und bei Erzieherinnen und Erziehern 57 Prozent.
Die Rentenkommission hat ihre Vorschläge vorgelegt. Bundeskanzler Merz und Arbeitsministerin Bas kündigten eine vollständige und zügige Umsetzung der Empfehlungen an.
23.06.2026 | 2:44 minBeschäftigte mit hoher körperlicher Belastung, ständigem Zeitdruck oder starker Lärmbelastung trauen sich demnach deutlich seltener zu, bis zum Renteneintritt zu arbeiten. Auch lange Arbeitszeiten, geringe Handlungsspielräume und fehlende betriebliche Gesundheitsförderung verschlechtern die Einschätzung.
DGB-Chefin fordert "würdige Übergänge" in die Rente
DGB-Chefin Yasmin Fahimi sprach der Zeitung gegenüber von einem "bitteren Befund".
Diese Realitäten darf die Regierung bei ihren Rentenentscheidungen nicht länger ignorieren.
Yasmin Fahimi, DGB-Chefin
"Statt die Messlatte beim Renteneintrittsalter immer höher zu legen, braucht es würdige Übergänge in die Rente und gesündere Arbeitsbedingungen", sagte Fahimi weiter. Es könne niemand wollen, "dass sich ganze Generationen krank in die Rente schleppen und dann Abzüge einfach hinnehmen müssen".
Im neuen Reformpaket sind Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen sowie Änderungen bei Steuern, Rente, Bürokratie und am Arbeitsmarkt geplant. Kritik kommt aus der Opposition.
02.07.2026 | 1:01 minRegierung will Rente mit 63 abschaffen
Über die Zukunft der gesetzlichen Rente wird derzeit eine heftige Debatte geführt. In dieser Woche haben die Spitzen der schwarz-roten Regierung erklärt, die von der Rentenkommission vorgelegten Vorschläge zu einer Rentenreform "zügig" als Paket umsetzen zu wollen.
Das Gremium hatte 33 Reformvorschläge gemacht. Unter anderem sollen das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung angepasst werden, die sogenannte Rente mit 63 abgeschafft und eine Kapital-Rente eingeführt werden. Ein größerer Kreis soll ins Rentensystem einzahlen.
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