Ernteeinbußen wegen Hitze und Trockenheit: Was jetzt teurer wird

Bauern rechnen mit Ernteeinbußen:Hitze und Trockenheit: Was jetzt teurer wird

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Trotz einer geringeren Ernte drohen laut einer Expertin keine leeren Regale und Preisexplosionen. Bei einigen Produkten und Warengruppen dürften die Preise aber weiter steigen.

Ein Mann legt seinen Einkauf auf das Laufband an einer Kasse in einem Supermarkt

Landwirte spüren die Folgen von Hitze und Trockenheit: Ernten teilweise nur halb so groß, wie üblich. Besonders betroffen ist der Süden. Ökonomen rechnen mit steigenden Kosten.

18.08.2026 | 2:37 min

Wegen wochenlanger Hitze und kaum Regen rechnet der Deutsche Bauernverband in diesem Jahr mit einer deutlich kleineren Ernte. Drohen nun leere Regale und deutliche Preissteigerungen bei bestimmten Produkten? Judith Dittrich, Marktanalystin für Verbraucherforschung bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI), erwartet das nicht.

Der Markt wird versorgt.

Judith Dittrich, Marktanalystin

Expertin: Salatgurken und Kartoffeln teurer als 2025

Gleichzeitig geht Dittrich davon aus, dass einige Produkte teurer sein werden als zuletzt. "Salatgurken waren zuletzt zum Beispiel schon deutlich teurer als letztes Jahr", sagte die Expertin der Deutschen Presse-Agentur.

Durch die Ernteausfälle als Folge der wochenlangen Dürre könnten die Preise vieler Lebensmittel steigen.

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18.08.2026 | 1:08 min

Auch die Apfelernte falle kleiner aus als im erfolgreichen Jahr 2025. Weil derzeit noch große Lagerbestände abverkauft werden, dürfte sich der erwartete Preisanstieg erst in nächster Zeit zeigen. Bei Kartoffeln sei der Preisanstieg dagegen schon jetzt zu erkennen.

Expertin: Erntemengen dürften Brotpreise kaum beeinflussen

In den Bäckereien erwartet Dittrich dagegen keine großen Preiserhöhungen, zumindest nicht aufgrund der geringen Erntemengen bei Getreide. "In diesem Bereich gibt es viele Prozesse zwischen der Getreideernte und dem Verkauf von Brot, daher ist der Effekt der Ernte auf die Verbraucherpreise geringer", betonte sie. Ein wichtiger Faktor seien etwa die Energiekosten bei der Verarbeitung des Getreides.

Die Preise für Nahrungsmittel sind in den vergangenen Jahren bereits deutlich gestiegen. Zwischen Juli 2021 und Juli 2026 stiegen die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke dem Statistischen Bundesamt zufolge um 32,6 Prozent. Zum Vergleich: Die allgemeine Preissteigerung in Deutschland lag in diesem Zeitraum bei 21,5 Prozent.

Inflation in Deutschland (insgesamt, Energie, Nahrung)

ZDFheute Infografik

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Verbraucher kaufen weiterhin preisbewusst ein

Barbara Kopske vom Marktforschungsunternehmen Nielsen IQ betonte, dass es neben den Erntemengen viele Faktoren gibt, die sich auf die Preise etwa von Nahrungsmitteln auswirken. Sie geht jedoch davon aus, dass die Preise in verschiedenen Warengruppen weiter steigen werden.

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18.08.2026 | 1:55 min

"Wir sehen beispielsweise, dass die Preise für Tiefkühlkost zuletzt bereits gestiegen sind. Geringere Erntemengen könnten diese Entwicklung zusätzlich verstärken", sagte Kopske der dpa. Die Preise für Molkereiprodukte seien dagegen gesunken.

In der Summe liegen die Preise für Nahrungsmittel derzeit leicht unter dem Vorjahresniveau.

Barbara Kopske vom Marktforscher Nielsen IQ

"Dazu tragen unter anderem der weiterhin hohe Anteil von Promotions und damit Käufen zu reduzierten Preisen, die verstärkte Nachfrage nach günstigeren Eigenmarken sowie die anhaltend hohe Bedeutung der Discounter als Einkaufsstätte bei", erklärte die Expertin.

Der Marktforscher Nielsen IQ beobachte darüber hinaus, dass die Verbraucher weiterhin ein ausgeprägtes Preisbewusstsein bei Nahrungsmitteln und Konsumgütern des täglichen Bedarfs hätten. Demnach vergleichen die Verbraucher die Preise im Supermarktregal genau.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete das heute journal am 18.08.2026 ab 21:45 Uhr.

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