500 Jobs betroffen: Porsche schließt drei Tochterfirmen

Rund 500 Jobs betroffen:Kurswechsel: Porsche schließt drei Tochterfirmen

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Porsche beendet die Aktivitäten von Cellforce, eBike Performance und Cetitec. Etwa 500 Beschäftigte sind betroffen. Der Konzern will künftig stärker auf sein Kerngeschäft setzen.

Drei Autos auf hohen Säulen neben einem dem Gebäude des Autoherstellers Porsche in Stuttgart bei Abendstimmung.

Porsche schließt drei Tochterunternehmen und streicht rund 500 Jobs. Betroffen sind Batterie-, E-Bike- und Softwarebereiche im Zuge der Neuausrichtung.

Quelle: Imago

Der kriselnde Sportwagenbauer Porsche will sich auf sein Kerngeschäft konzentrieren - und schließt drei Tochterfirmen. Die Batterie-Tochter Cellforce, die eBike Performance GmbH sowie die Software-Tochter Cetitec sollen nicht weitergeführt werden, wie das Stuttgarter Unternehmen mitteilte. Das hätten Vorstand und Aufsichtsrat beschlossen.

Insgesamt sind demnach etwa 500 Beschäftigte betroffen. Erst vor zwei Wochen hatte Porsche angekündigt, unter anderem seine Beteiligung an der Luxus-Sportwagenschmiede Bugatti verkaufen zu wollen.

Der Porschesitz ist zu sehen und eine rote Ampel.

Porsche im Krisenmodus: Der Gewinn des Sportwagenbauers ist im vergangenen Jahr um 91,4 Prozent eingebrochen. Grund seien das China-Geschäft und Belastungen durch US-Zölle.

11.03.2026 | 0:44 min

Porsche muss sich nach Angaben von Vorstandschef Michael Leiters wieder auf das Kerngeschäft fokussieren. Das sei die unabdingbare Grundlage für eine erfolgreiche strategische Neuausrichtung.

Das zwingt uns zu schmerzhaften Einschnitten - auch bei unseren Tochtergesellschaften.

Michael Leiters, Vorstandschef Porsche

Bis wann die Töchter abgewickelt werden sollen, war zunächst unklar.

Batterie-Produktion bei Cellforce schon 2025 eingestellt

Erst im vergangenen August hatte die VW-Tochter einen Personalabbau bei Cellforce angekündigt. Nach früheren Informationen der Deutschen Presse-Agentur waren damals mehr als zwei Drittel der 280 Mitarbeiter betroffen. Die Batterie-Tochter sollte sich eigentlich künftig auf die Forschung und Entwicklung fokussieren.

Dr. Oliver BLUME, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, CEO,

Volkswagen bekommt die Folgen hoher US-Zölle, den kostspieligen Umbau des Konzerns und die Probleme bei Porsche deutlich zu spüren. Der Gewinn brach im vergangenen Jahr ein.

10.03.2026 | 2:50 min

Grund für den Schritt war ein Strategiewechsel - weg von den ambitionierten E-Auto-Zielen, wieder hin zu mehr Verbrennern. Im Rahmen der strategischen Neuausrichtung mit einer technologieoffenen Antriebsstrategie besteht für Cellforce keine ausreichend tragfähige Perspektive mehr, teilte Porsche nun mit. Rund 50 Mitarbeiter seien vom Personalabbau betroffen.

Bei eBike Performance GmbH sind rund 350 Jobs betroffen

Die Porsche eBike Performance GmbH wurde einst zur Entwicklung von E-Bike-Antriebssystemen gegründet. Die Aktivitäten werden den Angaben nach wegen grundlegend veränderter Marktbedingungen eingestellt. Die Betriebsschließung an den Standorten Ottobrunn und Zagreb betreffe rund 350 Mitarbeiter.

Ein fertig produzierter Elektro-Bulli ID Buzz steht im Werk von Volkswagen Nutzfahrzeuge.

Volkswagen hat 2025 deutlich weniger Gewinn gemacht. Der Betriebsgewinn halbierte sich auf knapp sieben Milliarden Euro. Grund seien US-Zölle sowie die schlecht laufenden Geschäfte bei Porsche.

10.03.2026 | 0:23 min

Bei der Softwarefirma Cetitec mit Sitz in Pforzheim sind etwa 60 Mitarbeiter in Deutschland und 30 in Kroatien von der geplanten Abwicklung betroffen. Dort wird die Geschäftsleitung Gespräche mit dem Betriebsrat aufnehmen.

Verhandlungen über umfassenden Stellenabbau

Porsche-Chef Leiters hatte bereits bei seinem ersten öffentlichen Auftritt im März einen umfassenden weiteren Stellenabbau angekündigt - zusätzlich zu einem ersten Paket. Denn bis 2029 sollen in der Region Stuttgart bereits rund 1.900 Stellen sozialverträglich wegfallen. Zusätzlich sind die Verträge von etwa 2.000 befristeten Angestellten ausgelaufen. Über ein zweites Sparpaket wird bereits länger verhandelt. Bisher ergebnislos.

VW-Schild vor dunklen Wolken - Fotomontage Symbol Autokrise

Europas größter Autobauer Volkswagen steckt in der Krise: Der Gewinn ist um 28 Prozent eingebrochen, auf knapp 1,6 Milliarden Euro. Der Konzernriese will sein Geschäftsmodell verändern.

30.04.2026 | 0:27 min

Auch die Konzernmutter Volkswagen bekommt die anhaltend schwierigen Marktbedingungen zu spüren. Der Autobauer ist mit einem deutlichen Gewinnrückgang ins Jahr 2026 gestartet: Das Konzernergebnis nach Steuern sank im ersten Quartal um 28,4 Prozent auf 1,56 Milliarden Euro.

Als Gründe nennt VW unter anderem geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren, verschärfte Regulierung und intensiven Wettbewerb. Gleichzeitig belasten hohe Investitionen in die Transformation zur Elektromobilität sowie Software- und Plattformstrategien die Ergebnisse zusätzlich.

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete ZDFheute Xpress am 30.04.2026 um 09:29 Uhr in dem Beitrag "Jahresauftakt: Volkswagen-Gewinn geht zurück".
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