Jahresbilanz des Autobauers:Porsche-Gewinn um mehr als 90 Prozent eingebrochen
Das Pferd lahmt: Die Krise bei Porsche hat im vergangenen Jahr zu einem Gewinneinbruch von über 90 Prozent geführt. Auch 2026 rechnet der Sportwagenbauer mit Herausforderungen.
Porsche im Krisenmodus: Der Gewinn des Sportwagenbauers ist im vergangenen Jahr um 91,4 Prozent eingebrochen. Grund seien das China-Geschäft und Belastungen durch US-Zölle.
11.03.2026 | 0:44 minDie Milliardenkosten für die Verbrenner-Verlängerung haben den Gewinn des Sportwagenbauers Porsche 2025 größtenteils aufgezehrt. Das Ergebnis nach Steuern brach im Vergleich zum Vorjahr um 91,4 Prozent auf 310 Millionen Euro ein, wie der Konzern mitteilte.
2024 hatten die Stuttgarter unter dem Strich noch fast 3,6 Milliarden Euro verdient. Der Umsatz sank im vergangenen Jahr um fast ein Zehntel auf rund 36,3 Milliarden Euro.
Hatte sich schon 2024 ein scharfer Gegenwind für die Schwaben angedeutet, kam es im vergangenen Jahr noch dicker. Die Geschäfte in China stockten, die Zölle in den USA kosteten viel Geld und die Elektro-Modelle des Unternehmens fanden deutlich weniger Anklang als erwartet. Ex-Porsche-Chef Oliver Blume krempelte daher vor seinem Abgang noch die Strategie um - mehr Verbrenner im Angebot sollen wieder Schub geben.
Porsche: Strategiewechsel kostet mehrere Milliarden
Doch die Kehrtwende kostet erst einmal richtig Geld. Allein dafür fielen rund 2,4 Milliarden Euro an. Zusätzlich belasteten die Abwicklung der Batterie-Tochter mit rund 700 Millionen Euro und die US-Zölle mit etwa demselben Betrag. Insgesamt ergibt das demnach Sonderkosten von rund 3,9 Milliarden Euro.
Porsche meldete im dritten Quartal 2025 fast eine Milliarde Euro Verlust. Zuvor flog der Autobauer aus dem Dax, so ZDF-Börsenexpertin Sina Mainitz.
24.10.2025 | 1:20 minDer operative Gewinn sackte um 92,7 Prozent auf 413 Millionen Euro ab. Im Autogeschäft - also ohne Finanzdienstleistungen - lag der operative Gewinn sogar lediglich bei 90 Millionen Euro. 2024 waren es noch rund 5,3 Milliarden Euro, wie aus der Bilanz der Konzernmutter Volkswagen hervorgeht.
"Die globalen Herausforderungen und die Neuausrichtung des Unternehmens haben das Ergebnis 2025 belastet", teilte Porsche-Finanzchef Jochen Breckner mit.
Auch 2026 werden unsere Maßnahmen zur Rekalibrierung einmalige Ergebniseffekte in hoher dreistelliger Millionenhöhe haben.
Jochen Breckner, Porsche-Finanzchef
Das nehme man in Kauf, um die Widerstandsfähigkeit von Porsche zu stärken.
Porsche rechnet auch 2026 mit schwacher Nachfrage
Insgesamt erwartet Porsche für das laufende Jahr zwar wieder etwas bessere Geschäfte. Das Management um den neuen Unternehmenschef Michael Leiters rechnet aber weiterhin mit "sehr herausfordernden Marktbedingungen" - unter anderem in China, wo das Luxussegment weiter unter Druck steht.
Der Automobilbranche in Deutschland geht es nicht gut. Im letzten Jahr sind rund 50.000 Stellen weggefallen. Das bereitet auch dem Nachwuchs Sorgen wegen fehlender künftiger Arbeitsplätze.
05.03.2026 | 3:27 minAußerdem erwarte man, dass die geopolitischen Unsicherheiten sowie die Zollpolitik der USA bestehen bleiben. Finanzchef Breckner sagte:
Infolgedessen und aufgrund eines von Lieferengpässen selektiveren Produktangebots erwarten wir für dieses Jahr einen deutlich geringeren Fahrzeugabsatz.
Jochen Breckner, Porsche-Finanzchef
Potenzielle Auswirkungen der jüngsten Entwicklungen im Nahen Osten seien laut Unternehmenschef Leiters in der Prognose noch nicht berücksichtigt.
Porsche-Chef will Strategie anpassen
Leiters kündigte auch eine neue Strategie für den Autobauer an: "Seit meinem Amtsantritt hat unser Führungsteam die Lage systematisch analysiert und eine Reihe erster gezielter Maßnahmen eingeleitet", teilte der Manager mit.
Unter anderem werde man die Führungsstruktur verschlanken, Hierarchien abbauen und die Bürokratie reduzieren. Auch der bisher anvisierte Abbau von rund 4.000 Stellen sei richtig. "Aber es gibt definitiv mehr zu tun", so Leiters. Außerdem denke man über eine Ausweitung des Produkt-Portfolios nach.
Auch Volkswagen bekommt die Folgen hoher US-Zölle, den kostspieligen Umbau des Konzerns und die Probleme bei Porsche deutlich zu spüren. Der Gewinn brach im vergangenen Jahr ein.
10.03.2026 | 2:50 minFür 2026 rechnet Porsche mit einem Umsatz von rund 35 bis 36 Milliarden Euro. Für die Konzernumsatzrendite - in dem Fall das Verhältnis zwischen operativem Gewinn und Umsatz - peilt das Management einen Wert zwischen 5,5 und 7,5 Prozent an.
2025 waren es 1,1 Prozent. Leiters hat zu Jahresbeginn die Nachfolge von Oliver Blume angetreten, der sich seitdem auf die Führung der Konzernmutter Volkswagen konzentriert.
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