Diese Städte sind Spitzenreiter:Großstadt-Mieten in zehn Jahren um 44 Prozent gestiegen
In deutschen Großstädten müssen Wohnungssuchende heute im Schnitt 44 Prozent mehr zahlen als vor zehn Jahren. Spitzenreiter ist Berlin - welche Städte sonst noch vorne liegen.
Den höchsten Zuwachs verzeichnet die deutsche Hauptstadt Berlin mit einem Plus von 69 Prozent.
Quelle: dpaTrotz Mietpreisbremse müssen Wohnungssuchende in Großstädten heute im Schnitt 44 Prozent mehr zahlen als vor zehn Jahren. In Berlin sind es sogar 69 Prozent mehr - der höchste Zuwachs bundesweit. Dies geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken-Abgeordneten Caren Lay hervor.
Das Bauministerium bezieht sich dabei auf Angebotsmieten ohne Nebenkosten von im Internet inserierten Wohnungen in 14 Großstädten. Demnach stieg die geforderte Kaltmiete in Berlin von 9,02 Euro je Quadratmeter im Jahr 2016 auf 15,25 Euro im vergangenen Jahr. Bei den Steigerungsraten lag Leipzig mit 67 Prozent auf Platz zwei, danach kamen Bremen und Duisburg mit jeweils 46 Prozent plus, Essen und Düsseldorf mit 43 und Hamburg mit 42 Prozent.
Vor allem in Großstädten müssen viele für ein WG-Zimmer oft mehr als die Hälfte des Monatsbudgets ausgeben. Gerade für Studierende sind knapper Wohnraum und hohe Mietpreise ein großes Problem.
04.04.2026 | 1:35 minMünchen bei Quadratmeterpreis Spitzenreiter
München liegt mit einem Plus von 37 Prozent unter dem Schnitt, doch waren dort die Mieten schon 2016 sehr hoch. Mit 21,29 Euro je Quadratmeter war die bayerische Landeshauptstadt bei Neuvermietungen 2025 so teuer wie keine andere deutsche Großstadt. Frankfurt am Main erreichte nach einem Zehn-Jahres-Plus von 39 Prozent einen Durchschnittswert von 16,58 Euro. In Stuttgart waren es bei 37 Prozent Zuwachs nun 16,06 Euro je Quadratmeter.
Das Ministerium weist darauf hin, dass neue Vermietungen über andere Wege als Internetinserate womöglich günstiger sind, so etwa über Wartelisten bei Wohnungsbauunternehmen oder direkte Vermittlung.
Die Angebotsmieten im Internet inserierter Wohnungen sind nicht repräsentativ für das gesamte Wohnungsangebot von Neuvermietungen.
Bauministerium
Mieten und Kaufpreise steigen weiter, Neubauziele werden verfehlt. Gleichzeitig leben Millionen in unpassenden Wohnungen – zu groß oder zu klein.
26.03.2026 | 2:17 minLinken-Politikerin spricht von "Mietpreisexplosion"
Linken-Politikerin Lay verweist dennoch auf eine "Mietpreisexplosion" und spricht von politischem Versagen.
Die Mietpreisbremse kann im Einzelfall wirken, taugt aber nicht, um den rasanten Anstieg von Angebotsmieten auszubremsen.
Caren Lay, Linken-Abgeordnete
Die Mietpreisbremse gilt seit 1. Juni 2015 für die Vermietung von bestehenden Wohnungen in sogenannten angespannten Wohnungsmärkten. Die Miete darf höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Lay kritisiert, dass Ausnahmen das Instrument schwächten, so etwa Möblierungszuschläge oder Kurzzeitvermietungen.
Die Linke wirbt seit Jahren für einen bundesweiten Mietendeckel, der Mieten strikter begrenzen würde als die Preisbremse. Zudem will die Partei ein härteres Vorgehen gegen Mietwucher, also Mieten, die 20 Prozent oder sogar 50 Prozent über der üblichen Vergleichsmiete liegen.
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