Instantnudeln: Warum das Billig-Essen so erfolgreich ist

Milliarden-Geschäft mit Billig-Produkt:Fünf Gründe, warum Instantnudeln so erfolgreich sind

von Bettina Blaß

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Über 400 Millionen Portionen Instantnudeln wurden 2024 in Deutschland verkauft. Warum sie so beliebt sind und mit welchen Tricks Hersteller ihre Gewinne maximieren.

Pia Osterhaus steht mit einer Nudel-Bowl und Essstäbchen in der Han vor einem Regal voller Asia-Tütensuppen. Mit den Essstäbchen hebt sie Nudeln aus der Bowl Richtung Mund und schaut in die Kamera.

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Ob Fünf-Minuten-Terrine oder Ramen aus dem Asia-Shop: Instantnudeln sind ein günstiger Pausensnack und zugleich ein Milliardengeschäft. Die ZDFinfo-Dokumentation "Nice Price - Das Geheimnis der Instantnudeln" zeigt fünf Gründe, warum die Branche boomt.

1. Garantiert Zeit sparen

Fertig in wenigen Minuten - ein Versprechen, das viele Verbraucher lockt. Kein Schnippeln und Brutzeln. Nur Wasser aufkochen und kurz warten, schon ist das Essen fertig. "Wenn auf so einer Verpackung drei Minuten draufsteht, dann ist das für unser gestresstes System wie eine warme Umarmung", erklärt Psychologe Riccardo Frink.

Die Terrine verkauft uns also eigentlich gar kein Essen, sondern so eine kleine Garantie auf den schnellen Feierabend.

Riccardo Frink, Psychologe

Erfunden wurden die Instantnudeln im Japan der Nachkriegszeit. Nach 1945 herrschte Hunger im Land. Die US-Besatzungsmacht lieferte tonnenweise Weizenmehl für Brot. Doch der Unternehmer Momofuku Ando hatte eine andere Idee: Er formte aus dem Mehl Nudeln, frittierte sie und machte sie so haltbar. 1958 kamen die ersten industriell hergestellten Instant-Ramen auf den Markt. 1971 folgten Nudeln im Becher. In den 1980er-Jahren machte Maggi in Deutschland daraus die "5-Minuten-Terrine".


2. Die All-in-One-Lösung

Becher auf, Wasser rein. Mehr braucht es für Instantnudeln nicht. Der Becher ist Verpackung, Topf und Teller zugleich. Den Abwasch kann man sich sparen. Die Idee der Nudeln aus dem Becher kommt aus Japan und ist seit den 1980er-Jahren auch in Europa Kult.

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Die Becher haben noch eine Besonderheit: Sie sehen nach mehr Inhalt aus als die kleinen Tüten. Haben sie aber nicht. Einerseits logisch, denn der Becher ist das Zubereitungsgefäß. Wer daraus gemütlich löffeln will, braucht Platz.

Und teurer ist der Becher auch: Bei den Instantnudeln von Buldak etwa enthalten Becher und Tüte jeweils 140 Gramm. Der Becher ist mit 2,39 Euro aber über einen Euro teurer als die Tüte.

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Verbraucher reagieren schockiert, wenn man sie auf den Preisunterschied zwischen Becher und Tüte aufmerksam macht: "Aber wenn man dann sieht, dass es dieselbe Menge ist, das ist schon Verarsche", sagt eine Verbraucherin bei einer Verkostung von ZDFinfo in Potsdam.

Ernährungswissenschaftlerin Melanie Speck von der Universität Osnabrück sieht einen weiteren Nachteil: den hohen Salzgehalt von Instantnudeln. "Wenn man hier dieses Produkt sich anschaut, nehme ich schon über vier Gramm im fertigen Produkt zu mir." Die tägliche Verzehrempfehlung in Deutschland liege bei sechs Gramm, erläutert Speck.

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3. Fleischgeschmack - aber Produkt ist vegan

Was auf der Packung nach Hähnchen oder Ente aussieht, ist lediglich ein Pulver. Eine Lebensmittelanalyse der Hochschule Niederrhein beweist, dass in den getesteten Produkten der Marken Yum Yum, Knorr und Mama kein Gramm Fleisch enthalten ist.

Was nach Hähnchen und Ente schmeckt, ist deswegen sogar vegan. Kritiker sehen darin aber eine mögliche Verbrauchertäuschung. Hersteller schützen sich jedoch mit dem Hinweis "Serviervorschlag" auf der Verpackung.

Die Produkte haben einen Hühner- oder Rindfleischgeschmack, weil entsprechende Aromastoffe enthalten sind.

Prof. Georg Wittich, Lebensmittelchemiker

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Für die Hersteller ist das praktisch: Mit künstlichen Aromen lassen sich immer neue Geschmacksrichtungen kreieren, schnell und kostengünstig. Außerdem sind Aromastoffe unbegrenzt haltbar. Bei einer Verkostung in Potsdam konnte kaum jemand die Sorten unterscheiden: "Im Grunde könnte alles alles sein", so Teilnehmer Nils Hoppner.

Sehen Sie die Doku "Nice Price - Das Geheimnis der Instantnudeln" am 16. Juli 2026 um 20:15 Uhr bei ZDFinfo oder jederzeit im ZDF-Streaming-Portal.


4. Von Algorithmen nach oben gepusht

K-Pop, Animes und Filme wie "K-Pop Demon Hunters", aber auch Plattformen wie TikTok befeuern den Hype um Instantnudeln. Dort feiern Nutzer immer neue Geschmacksrichtungen. Der Trend entsteht durch tausende Likes und Kommentare. Die steigern die Bekanntheit der Produkte - und damit auch die Verkaufszahlen.

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5. Instantnudeln - großer Gewinn für Hersteller im Supermarkt

Hersteller machen mit dem Verkauf der Produkte einen großen Gewinn. Im Supermarkt kosten Instantnudeln um die zwei Euro. Aber: Online kann man bei der Bestellung großer Mengen einen Becher schon für 17 Cent pro Stück kaufen.

Die Gewinnmargen großer Hersteller können zwischen zehn und 20 Prozent liegen. "Das ist äußerst viel im Vergleich zu anderen produzierenden Unternehmen im Lebensmittelbereich", sagt Nikolaj de Lousanoff, Experte für Food-Innovationen. Dort lägen die Gewinnmargen häufig nur im einstelligen Prozentbereich, so de Lousanoff.

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Über dieses Thema berichtet die Sendung "Nice Price - Das Geheimnis der Instantnudeln", online verfügbar am 08.07.2026 um 5 Uhr, in ZDFinfo am 16.07.2026 ab 20:15 Uhr.

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