Inflation unter zwei Prozent:Günstige Energie drückt Preise - Heizkosten steigen dennoch
Die Inflation fällt im Dezember wegen günstigerer Energiepreise auf 1,8 Prozent. Warum Haushalte trotzdem mit höheren Heizkosten rechnen müssen - und wie sich Preise entwickeln.
Sprit, Strom und Gas waren laut Statistikamt im Dezember 1,3 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Wegen höheren Verbrauchs dürften die Heizkosten für viele Haushalte dennoch steigen.
16.01.2026 | 0:32 minÜberraschende Entlastung für Deutschlands Verbraucherinnen und Verbraucher: Günstigere Energie und eine Entspannung bei den Nahrungsmittelpreisen haben die Teuerung in Deutschland im Dezember unter die auch psychologisch wichtige Marke von zwei Prozent gedrückt.
Mit 1,8 Prozent stiegen die Verbraucherpreise nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes so langsam wie in keinem Monat im vergangenen Jahr.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Niedriger war die Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft zuletzt im September 2024 mit seinerzeit 1,6 Prozent. Von November auf Dezember 2025 blieben die Verbraucherpreise unverändert.
Inflation im Jahresdurchschnitt wie 2024 bei 2,2 Prozent
Für das Gesamtjahr 2025 bestätigten die Wiesbadener Statistiker ebenfalls ihre vorläufigen Berechnungen: Im Jahresdurchschnitt des vergangenen Jahres stiegen die Verbraucherpreise hierzulande um 2,2 Prozent. Damit lag die Teuerungsrate in Deutschland auf dem gleichen Niveau wie 2024.
Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft: Die Menschen können sich für einen Euro weniger leisten, Einkommenszuwächse werden von der Teuerung aufgezehrt. Für den Euroraum strebt die Europäische Zentralbank (EZB) ein stabiles Preisniveau bei mittelfristig 2,0 Prozent Inflation an.
Nach immensen Preissprüngen, vor allem in den Corona-Jahren, hat sich die Inflation eingependelt. Dennoch haben viele Menschen weiterhin nicht das Gefühl, mehr Geld in der Tasche zu haben.
06.01.2026 | 2:43 minDienstleistungen teurer, Lebensmittel teils günstiger
Im Dezember verteuerten sich Dienstleistungen wie in den Vormonaten überdurchschnittlich um 3,5 Prozent. Darunter fallen etwa Personenbeförderungsdienste, soziale Dienstleistungen oder Versicherungen. Die Lebensmittelpreise hingegen lagen nur noch um 0,8 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Butter und Olivenöl wurden zum Beispiel billiger.
Allerdings kosten viele Nahrungsmittel deutlich mehr als noch vor einigen Jahren: Fleisch von Rind (+14,1 Prozent) und Geflügel (+6,3 Prozent) war im Dezember deutlich teurer als ein Jahr zuvor.
Entspannung gab es im Dezember bei den Energiepreisen: Sprit, Strom und Gas waren nach Berechnungen des Bundesamtes im Dezember 1,3 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Im Jahresdurchschnitt war Energie sogar 2,4 Prozent günstiger als 2024. Ohne diesen Posten hätte die Jahresteuerungsrate 2,6 Prozent betragen.
Im Dezember ist die Inflationsrate in Deutschland deutlich gesunken. Wie ist diese Entwicklung einzuordnen? Dazu ZDF-Börsenexpertin Stephanie Barrett.
06.01.2026 | 1:35 minTrotz niedrigerer Energiepreise höhere Heizkosten
Dennoch müssen Verbraucher damit rechnen, dass ihre Heizkosten für das vergangene Jahr deutlich gestiegen sind. Der Grund: Es gab insbesondere im Februar und November kältere Perioden als in den vorangegangenen, wärmeren Jahren - und dadurch heizten die Menschen mehr, berichtet ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann.
Der Energiedienstleister Techem und das Vergleichsportal Verivox errechneten für einen Musterhaushalt mit Gasheizung Mehrkosten von knapp 13 Prozent.
Verbraucher müssen damit rechnen, dass ihre Heizkosten für das vergangene Jahr deutlich gestiegen sind. ZDF-Wirtschaftsexperte Frank Bethmann berichtet.
14.01.2026 | 2:06 minSinkt die Teuerungsrate weiter?
Volkswirte erwarten, dass die Inflationsrate in Europas größter Volkswirtschaft Deutschland im laufenden Jahr über der Marke von 2 Prozent bleiben wird. Es rechnet jedoch kein Experte mit rasant steigenden Preisen wie 2022 und 2023 nach dem russischen Überfall auf die Ukraine, als sich Energie und Lebensmittel sprunghaft verteuerten.
Das Ifo-Institut prognostiziert für 2026 eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent und 2,3 Prozent für 2027. Gegen eine deutlichere Verlangsamung des Preisdrucks spricht nach Einschätzung von Ökonomen unter anderem der Preisanstieg beim Deutschlandticket und die Erhöhung des Mindestlohns, der sich auf den Dienstleistungssektor auswirkt.
Auch die Baukosten in Deutschland steigen weiter und das deutlich schneller als die Inflation. Wie genau gehen die Preise in die Höhe? ZDF-Börsenexperte Frank Bethmann berichtet.
10.10.2025 | 1:14 minMehr aus dem Wirtschafts-Ressort
Statistisches Bundesamt :Große Preissprünge bei Lebensmitteln
Video1:53Weniger Mehrwertsteuer für Lokale:Steuersenkung in Gastronomie: Sinken jetzt die Preise?
mit Video2:22Brief an die Koalition :Merz: Lage in einigen Wirtschaftsbereichen "sehr kritisch"
von Dominik RzepkaDer "Kranich" feiert Geburtstag:100 Jahre Lufthansa: Eine deutsche Jahrhundertgeschichte
von Susanne Biedenkopfmit Video5:28