Bertelsmann Studie: Industrie-Beschäftigung sinkt - weniger Jobs

Bertelsmann Studie:Studie: Abwärtstrend bei der Industriebeschäftigung

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Weil andere Bereiche wachsen, sinkt laut neuer Bertelsmann-Studie der Anteil der Beschäftigten in der Industrie am gesamten Arbeitsmarkt. Ein Problem: die wenigen Neueinstellungen.

ARCHIV - 18.12.2025, Mecklenburg-Vorpommern, Wismar: Dampf steigt aus den Schornsteinen der Holzwerke am Seehafen, während die aufgehende Sonne den Himmel orangerot einfärbt.

Die Beschäftigung in der deutschen Industrie ist mit rund 6,6 Millionen Menschen auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren gefallen. Zu den Gründen zählt unter anderem die schwache Konjunktur.

18.06.2026 | 0:27 min

Die deutsche Industrie verzeichnet einen Abwärtstrend bei der Beschäftigung: Weil parallel andere Bereiche gewachsen sind, sank der Anteil der Industriebeschäftigten am gesamten Arbeitsmarkt von 22 Prozent im Jahr 2014 auf aktuell 19 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung. Aktuell seien demzufolge 6,6 Millionen Menschen in Deutschland in der Industrie beschäftigt.

Erstellt wurde die Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW).

Hausdach

Laut einer aktuellen ifo-Umfrage klagen 15,9 Prozent der Industriebetriebe über Lieferengpässe. Durch aktuelle politische Spannungen, wie den Iran-Krieg, ist der Mangel seit 2020 deutlich gestiegen.

04.06.2026 | 1:45 min

Abwärtstrend bei Neueinstellungen in der Industrie seit 2019

Grund sind im aktuellen Strukturwandel laut den Wissenschaftlern aber keine großen Entlassungen, sondern das Zögern der Industrie, frei werdende Stellen zu besetzen. Demnach haben sich bis 2019 Einstellungen sowie beendete Beschäftigungsverhältnisse parallel entwickelt. Doch seitdem öffne sich eine Lücke, schreiben die Experten.

Neueinstellungen gehen laut Mitteilung deutlich stärker zurück als beendete Beschäftigungsverhältnisse. "Die zurückgehenden Neueinstellungen sind ein Warnsignal für die künftige Beschäftigungsentwicklung", sagte Luisa Kunze, Arbeitsmarktexpertin der Bertelsmann Stiftung.

Wir brauchen eine Wiederbelebung der Arbeitsnachfrage in der Industrie und mehr Dynamik am Arbeitsmarkt.

Luisa Kunze, Bertelsmann Stiftung

Nur dann entstünden auch wieder neue Chancen für Einsteiger und Einsteigerinnen, berufliche Wechsel würden leichter und die Industrie könne sich weiter erneuern, sagt Kunze.

Sachsen, Leipzig: Mitarbeiter von Siemens arbeiten an Schnellladesäulen vom Typ "Sicharge D" für E-Autos.

Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im Jahr 2025 leicht gesunken. Grund sei neben der schwachen Konjunktur auch der demographische Wandel, so das Statistische Bundesamt.

02.01.2026 | 0:22 min

Studie von Bertelsmann zu Löhnen und Attraktivität

Die Industrie hat aus Sicht der Arbeitnehmer in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren. Laut Studie gab es 2014 noch einen Lohnvorteil bei den Einstiegsgehältern im Vergleich zu anderen Branchen von 20,4 Prozent. 2024 lag der Vorsprung nur noch bei 10,4 Prozent.

Bei den langfristig Beschäftigten schrumpfte der Lohnvorsprung von 16,5 Prozent im Jahr 2014 auf 8,7 Prozent zehn Jahre später. Die Studienautoren weisen aber darauf hin, dass das Risiko, in der Industrie den Job zu verlieren, 2024 noch niedriger war als zehn Jahre zuvor.

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Von E-Autos bis Stahl: China dominiert zentrale Branchen - auch durch staatliche Hilfe und niedrige Preise. Für deutsche Unternehmen wächst der Druck.

26.05.2026 | 1:52 min

Industrie beklagt hohe Kosten und schleichende Deindustrialisierung

Die Studie erscheint kurz vor dem Tag der Industrie (22./23. Juni) in Berlin, bei dem auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erwartet wird. "Made in Germany" stehe massiv unter Druck, hieß es im Vorfeld vom Bundesverband der Deutschen Industrie.

So entwickelt sich die Beschäftigung

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Der seit Jahren schwächelnde Sektor beklagt im internationalen Vergleich hohe Kosten am Standort Deutschland und eine schleichende Deindustrialisierung. Unternehmen verlagerten Produktion ins Ausland.

Die Bundesregierung hat angekündigt, bis Mitte Juli ein großes Reformpaket auf den Weg zu bringen, zum Beispiel zur Rente, zum Abbau von Bürokratie und zu Flexibilisierungen am Arbeitsmarkt. Merz hat mehrfach betont, oberstes Ziel der Regierung sei die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft wieder zu erhöhen.

China, Zhanjiang: Die Anlagen des integrierten Standorts der BASF in der südchinesischen Provinz Guangdong. Der deutsche Chemieriese BASF hat am Donnerstag (26.03.2026) seinen riesigen Produktionskomplex in Betrieb genommen und damit das größte Einzelinvestitionsprojekt im Besitz eines deutschen Unternehmens in China abgeschlossen.

Laut Wirtschaftsforschungsinstitut ifo stehen deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt zunehmend unter Druck. Jedes vierte Industrieunternehmen verliere außerhalb der EU an Wettbewerbsfähigkeit.

20.05.2026 | 0:19 min

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Quelle: dpa
Über dieses Thema berichtete heute Xpress am 18.06.2026 ab 09 Uhr.

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