Zahl der Erwerbstätigen stagniert:Industrie und Bau verlieren Jobs, Dienstleister legen zu
von Anne Sophie Feil
Erstmals seit 2020 sinkt die Zahl der Erwerbstätigen leicht. Laut Destatis sind Konjunkturflaute und demografischer Wandel die Gründe. Die Branchen entwickeln sich unterschiedlich.
Die Zahl der Erwerbstätigen in Deutschland ist im Jahr 2025 leicht gesunken.
02.01.2026 | 0:22 minRund 46 Millionen Menschen arbeiteten im Jahr 2025 in Deutschland. Das ergibt eine erste Schätzung des Statistischen Bundesamts. Damit liegt die Zahl der Erwerbstätigen geringfügig um 5.000 Personen unter dem Rekordniveau des Vorjahres.
Obwohl in der Industrie teils Tausende Jobs pro Monat abgebaut wurden, stellten andere Branchen gleichzeitig weiter ein.
Dieser Rückgang beendet einen fast durchgehenden Wachstumstrend seit dem Jahr 2006. Nur zu Beginn der Corona-Krise im Jahr 2020 ging die Erwerbstätigenzahl leicht zurück. Doch bereits 2024 flaute die Entwicklung spürbar ab.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Industrie und Bau: Zahl der Jobs sinkt
Den Zahlen des Statistischen Bundesamts zufolge zeigt der Arbeitsmarkt zwei Gesichter: "Außerhalb der Dienstleistungsbranche nahm die Beschäftigung deutlich ab", so die Statistiker. In der Industrie nahm die Beschäftigung deutlich ab, 2025 sank die Zahl der Jobs im Vergleich zum Vorjahr um 1,8 Prozent.
Im Baugewerbe gab es 0,9 Prozent weniger Arbeitsplätze. Insgesamt arbeiteten knapp ein Viertel aller Erwerbstätigen 2025 im Produzierenden Gewerbe.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Dagegen wurden 2025 im Bereich der Dienstleistungen neue Arbeitsplätze geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten stieg im Vorjahresvergleich um 0,5 Prozent. Etwa drei Viertel aller Erwerbstätigen arbeiten inzwischen dort.
Dienstleistungen wachsen
Besonders stark suchten öffentlicher Dienst, Erziehungswesen und Gesundheit Personal. Auch Finanz- und Versicherungsdienstleister stellten ein.
Abgebaut wurde dagegen bei konjunkturempfindlicheren Unternehmensdienstleistern, zum Beispiel bei Zeitarbeitsfirmen. Auch im Bereich Information und Kommunikation sowie Handel, Verkehr und Gastgewerbe sank die Zahl der Beschäftigten.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Gut ein Prozent der Beschäftigten arbeitet im Bereich Land- und Forstwirtschaft und Fischerei. Dort setzte sich der negative Trend der vergangenen Jahre fort, 2025 gab es 0,5 Prozent weniger Jobs als im Vorjahr.
Künstliche Intelligenz stellt die Arbeitswelt auf den Kopf. Experten schätzen, dass rund 800.000 Jobs wegfallen könnten, jedoch auch ähnlich viele neue entstehen.
28.11.2025 | 1:18 minSchwache Konjunktur bremst Neueinstellungen
Die schwache Konjunktur bremst Neueinstellungen. Vor allem die Industrie leidet unter schwachen Exporten und muss die Produktion zurückfahren. Arbeitsmarktforscher Enzo Weber erklärt im Interview mit Deutschlandfunk, die Investitionen seien seit Jahren gesunken. Daher gebe es in der Industrie so wenig neue Jobs wie noch nie.
Entlassungen sind gar nicht höher als sie früher waren. Sondern es wird zu wenig neu entwickelt.
Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB)
Gleichzeitig geht eine große Kohorte in Rente, demografisch bedingt rücken weniger Jüngere nach, schreibt das Statistische Bundesamt. Ohne zugewanderte ausländische Arbeitskräfte und mehr berufstätige Frauen und Ältere wäre der Jobrückgang noch stärker.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Jobsuche wird schwieriger
Die Zahl der Erwerbslosen stieg im Jahresdurchschnitt um 161.000 auf 1,7 Millionen. Die Arbeitslosenquote kletterte von 3,1 auf 3,5 Prozent. Andrea Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit, sieht die Jobchancen für Arbeitsuchende in Deutschland auf einem Tiefpunkt, das sagte sie vergangene Woche gegenüber web.de News. Jungen Menschen rät sie, breiter zu suchen: mehr Regionen, mehr Branchen und mehr Bewerbungen.
Andrea Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit, sieht die Jobchancen für Arbeitslose auf einem Tiefpunkt. Es komme kein Schwung in den Arbeitsmarkt.
26.12.2025 | 0:22 minDie Wahrscheinlichkeit für arbeitslose Menschen, wieder einen Job zu finden, sei "so niedrig wie nie zuvor", so Nahles. Die Regierung habe konjunkturbelebende Maßnahmen wie Investitionsprogramme und vereinfachte Verfahren beschlossen. Am Bau werde das beispielsweise Wirkung zeigen, erwartet sie.
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Die Bundesbank rechnet 2026 wieder mit spürbarem Wirtschaftswachstum. Steigende Löhne und höhere Staatsinvestitionen könnten die Konjunktur stützen. Wer in schrumpfenden Branchen arbeitet, sollte einen Wechsel in Erwägung ziehen.
Anne Sophie Feil ist Redakteurin im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.
Etliche junge Akademiker der Gen Z haben aufgrund ihrer Studiengänge wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Gleichzeitig fehlen Fachkräfte, vor allem im Handwerk.
07.12.2025 | 2:23 minMehr zum Arbeitsmarkt
- Grafiken
Berufseinsteiger, Ältere, Akademiker:Jobchancen auf Tiefpunkt - Wen die Arbeitslosigkeit trifft
mit Video0:22 Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt:Teilzeit-Arbeit wird beliebter, trotz Wirtschaftsschwäche
von Sybille Schultz und Anne Sophie Feilmit Video1:30Mehr Teilzeit, weniger Belastung:Sicherer Arbeitsplatz immer mehr im Trend
von Anne Sophie Feilmit Video43:38