Verkaufszahlen 2025 erneut gesunken:Heizungsbranche meldet schwächsten Absatz seit 15 Jahren
Die Heizungsindustrie warnt wegen sinkender Absatzzahlen vor Stellenabbau und fordert von der Regierung mehr Planungssicherheit. Die Wärmepumpe war 2025 der Bestseller der Branche.
Die Heizungsbranche hat ein neues Rekordtief erreicht. Der Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie meldet für das vergangene Jahr die niedrigsten Verkaufszahlen seit 2010.
31.01.2026 | 0:22 minDie Absatzzahlen der Heizungsindustrie haben im vergangenen Jahr in Deutschland den niedrigsten Stand seit 2010 erreicht. Abgesetzt wurden 627.000 Geräte in Deutschland, ein Minus im Vorjahresvergleich von zwölf Prozent, wie der Bundesverband der deutschen Heizungsindustrie (BDH) der "Welt am Sonntag" mitteilte.
Ein Sprecher des BDH bestätigte diese Entwicklung. Der Absatz über alle Geräteklassen hinweg ging 2025 demnach um zwölf Prozent im Vergleich zu 2024 zurück.
Beim Klimaschutz kommt Deutschland nur schleppend voran. Die Regierung hat große Ziele, doch viele Fragen bleiben offen. Warum zentrale Reformen stocken und steigende CO2-Preise verunsichern.
08.01.2026 | 3:23 minNachfrage nach Ölheizungen um 74 Prozent gesunken
Vor allem die Nachfrage nach Ölheizungen war vergangenes Jahr gering: 22.500 dieser Wärmeerzeuger wurden verkauft, ein Minus von 74 Prozent, wie aus der Jahresbilanz hervorgeht.
Auch bei den Gasheizungen registrierte der BDH einen Dämpfer. So wurde etwa bei den Gas-Brennwertkesseln, von denen 229.000 Stück abgesetzt wurden, ein Rückgang um 36 Prozent innerhalb eines Jahres verzeichnet.
Bei der Deutschen Wärmekonferenz wird nach Wegen gesucht, wie klimafreundliches und bezahlbares Heizen gelingen kann – mit Ideen, die in Duisburg schon erprobt werden.
14.10.2025 | 1:30 minWärmepumpe wird zum Bestseller der Branche
Einen deutlichen Zuwachs gab es jedoch bei Wärmepumpen, die damit den Gasbrennwertkessel als bislang meistverkauften Wärmeerzeuger ablösten. Der Absatz von Wärmepumpen stieg BDH-Angaben zufolge 2025 um 55 Prozent auf rund 299.000 Geräte.
Ein Plus von 23 Prozent gab es bei Biomasse-Heizungen, der Verkauf von Öfen für Holzpellets legte dabei um 38 Prozent zu. Insgesamt waren es aber nur rund 29.000 Anlagen.
Die neue Bundesregierung wird das Gebäudeenergiegesetz von Robert Habeck, auch als Heizungsgesetz bekannt, laut Koalitionsvertrag abschaffen - und das neue "technologieoffener" machen.
17.06.2025 | 7:47 minBDH-Chef fordert mehr Planungssicherheit
BDH-Hauptgeschäftsführer Markus Staudt mahnte "endlich stabile gesetzliche Vorgaben und Förderbedingungen" an. Andernfalls sei mit "personellen Maßnahmen" wie Stellenabbau und Kurzarbeit zu rechnen.
Die Lage ist schwierig, die Heizungsindustrie steht vor wirtschaftlichen Herausforderungen.
Markus Staudt, BDH-Hauptgeschäftsführer
Bereits 2024 war der Absatz von Heizanlagen den Angaben zufolge um 25 Prozent eingebrochen.
"Der Heiz-Hammer" - es ist still geworden um das Reizthema des vergangenen Jahres. Die Ruhe trügt.
15.10.2024 | 9:31 minUmweltminister Schneider: Koalition soll "rasch für Klarheit sorgen"
Die schwarz-rote Koalition wollte eigentlich bis Ende Januar Eckpunkte eines neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) vorlegen. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums sagte am Freitag, die Gespräche zwischen den Ministerien und den Fraktionen liefen noch. Umwelt- und Klimaschutzminister Carsten Schneider (SPD) mahnte eine zügige Einigung auf neue Regeln für den Heizungstausch an:
Von den Heizungsbauern über die Installateure bis zur Energiewirtschaft und den kommunalen Spitzenverbänden rufen alle: Stiftet kein neues Chaos, ändert möglichst wenig, und schafft endlich Planungssicherheit.
Carsten Schneider, Bundesumweltminister
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) gibt es eigentlich schon seit 2020. Seitdem regelt es die Anforderungen an die energetische Qualität von Gebäuden und zum Beispiel auch den Einsatz von Energieausweisen. Zum "Heizungsgesetz" wurde es erst Anfang 2024, nachdem eine Änderung den Einsatz erneuerbarer Energie beim Einbau neuer Heizungen auf mindestens 65 Prozent festlegte. Dafür gibt es aber viele Ausnahmen.
Die Diskussionen nach dieser Novelle waren groß und wurden nicht immer sachlich geführt. Von "Austauschpflicht" war die Rede und vom "Heizhammer". Dahinter stand die Angst vor sozialen Härten. Die daraufhin entschärfte Variante - so sind etwa auch Gasheizungen erlaubt, die in Zukunft auf den möglichen Betrieb mit Wasserstoff umgerüstet werden können - gilt bis heute.
Warm und kuschelig wollen es die meisten von uns auch im Herbst und Winter gern zuhause haben. Was jeder von uns tun kann, um dabei dennoch teure Energie zu sparen, zeigt der Service.
10.11.2025 | 2:30 minDiese Mahnung sollte die Koalition hören und "rasch für Klarheit sorgen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Samstag. Dabei sei es entscheidend, CO2-Einsparungen zu erreichen.
Das ist nicht nur fürs Klima wichtig, es ist auch fairer für die Haushalte.
Carsten Schneider, Bundesumweltminister
Das Verfeuern von Gas und Öl werde immer teurer. "Und wenn wir die Leute nicht jetzt dazu bringen, auf erneuerbare Heizquellen umzusteigen, lassen wir sie in die Kostenfalle laufen."
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