Die Zukunft des mobilen Internets:Android: Die stille Macht von Google - auch für KI
von Sven-Hendrik Hahn
Milliarden Smartphones laufen mit dem Betriebssystem Android. Dank KI baut der Google-Konzern seine Macht aus. Wie er die Mobilfunkwelt prägt und bei KI die Spitze erobern will.
Auf den meisten Smartphones, die auf der Mobilfunkmesse in Barcelona vorgestellt werden, befindet sich bereits die Google-KI. Das bedeutet mehr Marktanteile, so ZDF-Reporter Sven-Hendrik Hahn.
01.03.2026 | 0:49 minAuf dem Mobile World Congress in Barcelona präsentieren Hersteller ihre neuesten Smartphones. Samsung, Xiaomi oder Honor werben mit Kameras und leistungsfähigeren Chips. Doch in den meisten Geräten arbeitet ein und dasselbe Betriebssystem: Android von Google. Der Konzern selbst baut kaum Smartphones - prägt die Branche aber stärker als jeder einzelne Hersteller.
Marktmacht für Android
Android ist heute das dominierende Betriebssystem im globalen Smartphone-Markt. Mehr als drei Milliarden aktive Geräte laufen damit. Für Hersteller ist das System die Grundlage ihrer Produkte. Zwar ist Android formal offen, doch zentrale Dienste stammen vom Konzern.
Der Kern - Suche, Maps, Play Store - gehört Google.
Jo Bager, Leitender Redakteur beim Technikmagazin c't
Der Google-Mutterkonzern Alphabet verdoppelt seine KI-Investitionen. Für dieses Jahr kündigte das Unternehmen Investitionen in neue Rechenzentren von bis zu 185 Milliarden Dollar an.
05.02.2026 | 0:28 minMilliarden Nutzer dank Android
Diese Position verschafft Google einen direkten Zugang zu Milliarden Menschen. Neue Funktionen lassen sich über das Betriebssystem verbreiten, ohne dass Nutzer zusätzliche Apps installieren müssen.
Benjamin Black von Deutsche Bank Research spricht von "signifikanten Vorteilen", weil Google seine Dienste und KI direkt integrieren könne. Das Smartphone wird so zum wichtigsten Zugangspunkt für Googles Angebote.
Hunderte Milliarden fließen in KI, doch Investoren zweifeln am Ertrag. Experten warnen: Sollte die Blase platzen, drohen der Weltwirtschaft weitreichende Folgen.
26.02.2026 | 3:16 minGoogle baut KI aus
Diese Reichweite nutzt Google zunehmend für künstliche Intelligenz. Der KI-Assistent wird direkt in bestehende Dienste integriert, als Button in der Suche oder bei speziellen Smartphone-Funktionen, auch wenn die App "Gemini" nur bei einigen Herstellern vorinstalliert ist. In den App-Stores ist der KI-Assistent kostenlos verfügbar.
Ein Quantensprung für Google: Seit kurzem hilft "Gemini" bei Apple aus und fungiert als Gehirn und Unterbau für die KI "Siri".
Google will den Einkauf im Internet umkrempeln. Künftig sollen sogenannte Shoppingagenten wie Google Gemini nach Eingabe von Budget oder Lieferzeit eigenständig Käufe tätigen können.
13.01.2026 | 0:52 minAufgeschreckt durch ChatGPT
Vor zwei Jahren wurde prognostiziert, KI-Chatbots könnten klassische Suchmaschinen verdrängen. Als "etwas naiv" bewertet Jo Bager vom Technikmagazin c't diese Prognose.
Google hatte damals schon eine dominierende Rolle bei der Suche und entwickelte sich weiter: "Die KI-Welle hat Google aufgeschreckt und ein Stück weit dazu gezwungen, seine eigene Suche umzubauen - die mittlerweile mit dem AI-Mode einen eigenen Chatbot enthält", führt Bager aus.
Künstliche Intelligenz ist längst Teil des digitalen Alltags. In welchen Bereichen ist KI nützlich und wann sollte man vorsichtig sein? Sven-Hendrik Hahn dazu im Gespräch.
09.02.2026 | 6:13 minDas Rennen im Chatbot-Markt ist eröffnet
Laut dem Analyse-Tool "Statcounter" dominiert ChatGPT zwar den weltweiten Markt der Chatbots. Aber Google Gemini holte im vergangenen Jahr erheblich auf.
Noch wichtiger für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns: KI ist Teil der Google-Suche, die Systeme verstehen Anfragen besser. Laut Benjamin Black von Deutsche Bank Research hat sich das für den Google-Mutterkonzern Alphabet ausgezahlt. Die Werbewirkung habe sich verbessert und neue Einnahmequellen eröffnet: "Die KI-Anwendungen schaffen neue Nutzererlebnisse und bieten Tools für Werbetreibende."
Chatbots wie ChatGPT, Claude, Gemini oder Perplexity agieren immer nach dem gleichen Prinzip: Man stellt eine Frage, die KI antwortet. Doch welche KI die beste ist, hängt stark von der gestellten Aufgabe ab. Daher ist es am besten, mit verschiedenen Tools zu experimentieren, um herauszufinden, wie KIs sich voneinander unterscheiden, und welche KI für das individuelle Nutzerbedürfnis am besten geeignet ist.
Das geht gut und günstig, denn Betreiber stellen kostenlose Freikontingente zur Verfügung, um die Chatbots auszuprobieren.
Wettbewerbsvorteil bei KI
Im Mobilfunkmarkt liegt der entscheidende Vorteil in der Kontrolle über das Betriebssystem. Google kann neue Technologien gleichzeitig über Android, die Suche, Chrome und andere Dienste verbreiten. Wettbewerber erreichen Nutzer meist nur über einzelne Apps.
Big Tech weiß mehr über die Menschen als sie selbst. Wie Google, Facebook, Amazon und Co. dank personenbezogener Daten zu den mächtigsten und gefährlichsten Firmen der Welt wurden.
23.02.2026 | 44:29 minMacht im mobilen Internet
Der Mobile World Congress zeigt nicht nur neue Geräte, sondern auch die Machtverhältnisse der Branche. Einer der KI-Treiber ist Google mit dem KI-Assistenten Gemini. Im Hintergrund sei Google seit Jahren führend in der KI-Technologie, so c't-Experte Bager, auch wenn andere das aggressivere Marketing hätten und häufiger im Mittelpunkt stünden. Mit Android in Verbindung mit KI baut der Konzern seine Position weiter aus und prägt die Zukunft des mobilen Internets.
Sven-Hendrik Hahn ist Redakteur im ZDF-Team Wirtschaft und Finanzen.
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