3.000 Betriebe meldeten Insolvenz an:So viele Gastro-Pleiten wie seit 2011 nicht
Die Gastronomie steckt in einer Krise: Allein 2025 meldeten mehr als 2.900 Betriebe Insolvenz an. Hintergrund sind hohe Kosten für Personal, Energie und Mieten sowie die Inflation.
Im Jahr 2025 sind die Insolvenzen von Gastronomie-Betrieben zum vierten Mal in Folge gestiegen. Mehr als 2.900 Betriebe waren im letzten Jahr betroffen, berichtet die Wirtschaftsauskunft Creditreform.
19.03.2026 | 0:48 minSchwierige Zeiten für die Gastronomie: Die Insolvenzen in der Branche sind laut einer Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform im Jahr 2025 zum vierten Mal in Folge gestiegen. Nach vorläufigen Zahlen waren im vergangenen Jahr mehr als 2.900 Betriebe betroffen.
Das ist der höchste Stand seit 2011 und fast 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit trifft es die Branche deutlich härter als die Gesamtwirtschaft.
Mehr als 11.200 Insolvenzen seit 2020
Zwischen 2020 und 2025 wurden in der Branche laut Creditreform mehr als 11.200 Insolvenzen gezählt. Hinzu kommen fast 69.000 Unternehmen, die Gaststätten, Restaurants, Cafés oder Bars geführt haben und in diesem Zeitraum den Betrieb einstellten.
Pandemie, Energiekrise und Inflation haben die Gastronomie hart getroffen. Viele Betriebe haben diese Abfolge von Krisen nicht überlebt.
Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung
Zu den bekanntesten Insolvenzfällen der vergangenen Jahre gehören die Restaurantketten Sausalitos und Vapiano. Während der Coronavirus-Pandemie hätten Staatshilfen das Überleben vieler Unternehmen gesichert und Schließungen zunächst verhindert, so Hantzsch.
Das schwierige wirtschaftliche Umfeld trifft deutsche Unternehmen hart. Die Zahl der Firmenpleiten wird in diesem Jahr voraussichtlich so hoch sein wie zuletzt im Jahr 2014.
08.12.2025 | 1:31 minWeniger Restaurantbesuche, mehr Bestellungen
In der aktuell verschärften Wirtschaftslage mit hohen Lohnkosten könnten viele Wirte inzwischen aber nicht mehr rentabel arbeiten. "Die steigenden Preise in Lokalen treffen auf eine Bevölkerung, die in vielen Bereichen spart." Die Menschen bestellten häufiger Essen nach Hause, insgesamt gebe es weniger Restaurant- und Barbesuche.
Weniger Aperitif, weniger Nachtisch, weniger Wein. Das schlägt auf den Umsatz.
Patrik-Ludwig Hantzsch, Leiter der Creditreform Wirtschaftsforschung
Kleine Lokale und Bars kämpfen ums Überleben
Hantzsch erwartet 2026 deswegen eine erneute Zunahme der Insolvenzen und ein weiteres Ausdünnen der Gastronomie. Besonders kleine, inhabergeführte Betriebe kämpfen angesichts hoher Energie-, Miet- und Lebensmittelkosten ums Überleben.
Vor allem in kleinen Städten und Dörfern dürfte der Wandel sichtbar werden. Die finanzielle Lage vieler Betriebe ist der Analyse zufolge angespannt. Bei knapp 40 Prozent der Unternehmen liegen die Eigenkapitalquoten bei weniger als 10 Prozent. Knapp ein Drittel schreibt Verluste.
Verband beklagt Kosten für Waren, Personal & Energie
Um die Gastronomie zu entlasten, wurde die Mehrwertsteuer für Speisen zu Jahresbeginn von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Nach der Steuersenkung sind einer Analyse des Datenspezialisten Meoton zufolge die Preise aber nur leicht gesunken.
Von 19 auf sieben Prozent: Die Mehrwertsteuersenkung sollte der Gastronomie Aufschwung und den Kunden günstigere Preise bringen. Doch die Rechnung scheint nicht aufzugehen.
27.02.2026 | 2:59 minNach Angaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (DEHOGA) verzeichnete die Branche 2025 preisbereinigt schon das sechste Jahr in Folge Umsatzverluste. Die Betriebe leiden demnach unter massiv gestiegenen Kosten für Waren, Personal und Energie. Diese haben demnach seit 2022 teilweise um bis zu 40 Prozent zugelegt.
Viele Gastronomen hatten bereits Ende des Jahres betont, dass die Steuersenkung genutzt werde, um die gestiegenen Kosten auszugleichen - und nicht, um die Preise zu senken.
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