E-Autos: Die E-Auto-Kaufprämie wirkt - doch wer profitiert? 

Andrang auf E-Autos:Die E-Auto-Kaufprämie wirkt. Doch wer profitiert wirklich? 

von Frank Bethmann und Florian Neuhann

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Neue Daten zeigen: Die Kaufprämie motiviert offenbar viele Verbraucher zum Umstieg vom Verbrenner auf das E-Auto. Vom Anstieg profitieren vor allem ausländische Hersteller.

Archiv Ein Mann entfernt an einem Auto mit Plug-in-Hybrid-Antrieb in Berlin-Mitte den Stecker.

Die Kaufprämie wirkt - es gibt einen Andrang auf E-Autos.

Quelle: dpa

An der Zapfsäule entscheidet sich gerade, was in den Autohäusern läuft. Zwei Euro der Liter; Super E10 kostete zuletzt im Tagesdurchschnitt knapp unter zwei Euro, Diesel sogar noch etwas mehr. Nach den Preisausschlägen des Frühjahrs, als der Dieselpreis nach dem Irankonflikt an sechs aufeinanderfolgenden Tagen Allzeithöchststände markierte, hat sich bei vielen Autofahrern eine einfache Kalkulation durchgesetzt: Das E-Auto kostet an der Steckdose deutlich weniger.

Doch der Spritpreis ist nicht der einzige Treiber. Die für dieses Jahr beschlossene Wiederaufnahme der staatlichen Förderung von Elektroautos sei "ein psychologisch wichtiges Signal", sagt Simon Rosenberger, der in Frankfurt Autos der Marken Seat und Cupra verkauft.

Ein E-Auto.

Neue Zuschüsse sollen den Kauf von E-Autos attraktiver machen. Wie hoch die Förderung ausfällt, wer die Kaufprämie beantragen kann und welche Rolle Einkommen und Kinder dabei spielen.

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Daten zeigen: Prämie wirkt offenbar

Tatsächlich zeigen aktuelle Daten des Marktführers bei privaten Autoversicherungen, der HUK Coburg, dass die staatliche Kaufprämie offenbar Wirkung hat. Nach einer Auswertung von HUK Coburg sind im ersten Quartal 2026 so viele Deutsche privat von einem Verbrennermotor auf ein Elektroauto gewechselt wie nie zuvor.

Eine Grafik zeigt den Wechsel vom Verbrenner zum E-Auto bei der Versicherung HUK Coburg
Quelle: ZDF

Vor allem im März sei diese "Umstiegsquote", so die Auswertung, sprunghaft angestiegen - von 5,5 auf 8,9 Prozent der gesamten Fahrzeugwechsel. Umgerechnet ein Anstieg um 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Abschluss Umweltministerkonferenz

Seit Mitte Mai kann die staatliche Kaufprämie für E-Autos beantragt werden. Was gefördert wird und wer in welcher Höhe profitiert, erklärt Valerie Haller vom ZDF-Wirtschaftsteam.

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Hat dieser große Anstieg derjenigen, die von einem Verbrenner- auf ein E-Auto umsteigen, tatsächlich etwas mit der staatlichen Kaufprämie zu tun? Um das herauszufinden, ließ die HUK Coburg zusätzlich eine repräsentative Umfrage erstellen. Ergebnis: 18 Prozent der befragten Bundesbürger gaben an, durch die staatliche Kaufprämie entweder "erstmals über den Kauf eines Elektroautos nachzudenken" oder diesen Kauf "wahrscheinlich vorzuziehen."

Grafik zur sozialen Staffelung und E-Autoförderung

Grafik zur sozialen Staffelung und E-Autoförderung

Quelle: ZDF

Welche Marken profitieren

Interessant wird die Auswertung der HUK Coburg dann beim Blick auf die Frage, welche Marken von dem Umstieg von Verbrenner- auf Elektrofahrzeuge profitieren - und zwar stärker als im vergangenen Jahr. Eindeutige Gewinner demnach: die Marken aus dem Ausland - ob französische oder chinesische Hersteller.

Lag der Anteil von Citroen bei den Umstiegen 2025 noch bei 1,6 Prozent, so stieg er im ersten Quartal 2026 auf 4,2 Prozent. Ähnlich bemerkenswert die Anstiege bei den chinesischen Herstellern BYD (von 0,8 Prozent 2025 auf 2,0 Prozent im ersten Quartal 2026) und Leapmotor (von 1,8 Prozent auf 3,6 Prozent).

Eine Grafik zeigt, welche Hersteller von der E-Auto-Kaufprämie profitieren
Quelle: ZDF

Auch Tesla profitierte stark: 2025 lag der Anteil des US-Herstellers an den Umstiegen bei 5,6 Prozent - im ersten Quartal 2026 bei satten 13,6 Prozent. Zu den großen Umstiegs-Verlierern zählten der HUK-Auswertung zufolge ausgerechnet die beiden deutschen Hersteller BMW und VW, die jeweils mehrere Prozentpunkte Marktanteil bei den Umsteigern einbüßten.

E-Autos in der Produktion

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Experte: Es fehlt an günstigen Angeboten der deutschen Hersteller

Der Mannheimer Wirtschaftswissenschaftler Prof. Moritz Kuhn, der E-Auto-Kaufprämien wissenschaftlich untersucht, findet das wenig überraschend. "Wenn man mit einer Kaufprämie gezielt Haushalte mit niedrigeren Einkommen fördert, kaufen diese eben vor allem kleinere E-Autos", so Kuhn zu ZDFheute. Und da deutsche Hersteller dieses Segment nur wenig bedienen, würden von der staatlichen Kaufförderung vor allem ausländische Anbieter profitieren, die günstigere E-Autos anbieten.

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Ein Dilemma

Kuhn spricht von einem Zielkonflikt: Eine sozial gestaffelte Kaufprämie sei eben kein Subventionsprogramm für deutsche Autohersteller - sondern helfe den Haushalten, die kleinere und für sie bezahlbarere E-Autos kaufen. Im Ergebnis könne man aber immerhin ein Ziel erreichen: mehr Elektro-Autos auf deutschen Straßen.

Dazu beitragen dürfte laut Autoverkäufer Rosenberger noch eine andere wichtige Gruppe: die Wiederholungskäufer. Wer bereits ein Elektroauto fährt, kennt die Ladekurven, hat die Reichweitenangst überwunden, weiß, wo die Wallbox hängt. "Diese Käufer brauchen nicht mehr überzeugt werden", so Rosenberger. Die entscheiden sich beim nächsten Autokauf von vornherein für ein Fahrzeug mit Elektroantrieb.

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Über das Thema berichtete das ZDF im heute journal update vom 28.5.2026 ab 0:30 Uhr und in der Sendung "Volle Kanne" vom 7.5.2026 ab 9:07 Uhr.

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