Trotz Belastungen durch Iran-Krieg :Deutsche Wirtschaft im Frühjahr kräftiger gewachsen
Die Wirtschaft ist im zweiten Quartal stärker gewachsen als zunächst angenommen. Statt 0,2 Prozent Wachstum errechnete das Statistische Bundesamt 0,3 Prozent Plus zum Vorquartal.
Die deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr stärker gewachsen als zunächst gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt stieg dank höherer Exporte von April bis Juni um 0,3 Prozent zum Vorquartal.
25.08.2026 | 0:21 minDie deutsche Wirtschaft ist im Frühjahr trotz Belastungen durch den Iran-Krieg schneller gewachsen als bislang erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni dank höherer Exporte um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.
Eine frühere Schätzung hatte nur ein Plus von 0,2 Prozent ergeben. "Die Wachstumsdynamik der deutschen Wirtschaft vom Jahresbeginn setzt sich fort", sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Das gehe erneut "auf die gute Exportentwicklung zurück".
ZDFheute Infografik
Für die Darstellung von ZDFheute Infografiken nutzen wir die Software von Datawrapper. Erst wenn Sie hier klicken, werden die Grafiken nachgeladen. Ihre IP-Adresse wird dabei an externe Server von Datawrapper übertragen. Über den Datenschutz von Datawrapper können Sie sich auf der Seite des Anbieters informieren. Um Ihre künftigen Besuche zu erleichtern, speichern wir Ihre Zustimmung in den Datenschutzeinstellungen. Ihre Zustimmung können Sie im Bereich „Meine News“ jederzeit widerrufen.
Deutsche Wirtschaft wächst das dritte Quartal in Folge
Europas größte Volkswirtschaft wuchs dadurch bereits das dritte Quartal in Folge: Ende 2025 reichte es zu einem Wachstum von 0,3 Prozent, in den ersten drei Monaten 2026 zu 0,4 Prozent.
Rund 15.000 Stellen fallen jeden Monat weg, vor allem, weil neue Jobs und Investitionen fehlen. Zugleich steigen die Gründungszahlen: Können Start-ups und politische Reformen die Wende bringen?
21.08.2026 | 2:32 minIm Frühjahr wurden insgesamt 2,0 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als in den ersten drei Monaten. In Ausrüstungen - also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge - wurde deutlich weniger investiert als noch im Vorquartal (-1,4 Prozent).
Experten blicken positiv auf Entwicklungen
"Gemessen an den stellenweise düsteren Konjunkturaussichten in Anbetracht des Iran-Krieges, fällt das deutsche Wachstum erstaunlich solide aus", stellte der Chefvolkswirt der Liechtensteiner VP Bank, Thomas Gitzel, fest.
Die guten Nachrichten werden sich fortsetzen: Die Auftragsbücher im verarbeitenden Gewerbe sind gut gefüllt.
Thomas Gitzel, VP Bank
Nach der politischen Sommerpause trifft sich Kanzler Merz mit der CDU-Spitze, ab morgen mit Wirtschaftsvertretern zur Kabinettsklausur. Politik und Wirtschaft stehen vor großen Herausforderungen.
24.08.2026 | 2:36 min"Da nun die Ausgangsbasis zum Jahresbeginn bereits deutlich besser war als zuvor gemeldet, dürfte auch das Wachstum im Gesamtjahr 2026 höher ausfallen als zuvor prognostiziert", erklärte derweil Sebastian Dullien, wissenschaftlicher Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung. Er gehe von einem Unterschied von 0,5 Prozentpunkten aus.
Damit dürfte die deutsche Wirtschaft im Gesamtjahr 2026 um mindestens 1,1 Prozent wachsen.
Sebastian Dullien, IMK, Hans-Böckler-Stiftung
Volksbanken erhöhen Wachstumsprognose auf 1,0 Prozent
Auch der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) verdoppelte seine Wachstumsprognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr von 0,5 auf 1,0 Prozent. Das Rekord-Niedrigwasser auf dem Rhein dämpft der Bundesbank zufolge jedoch die Erholung.
Greenpeace schätzt die Schäden durch die Hitzewellen dieses Sommers auf rund 36 Milliarden Euro. Besonders teuer seien demnach Ernteausfälle, Waldbrände, Gesundheitskosten und Arbeitsausfälle.
24.08.2026 | 0:27 minNur noch begrenzt nutzbare Transportwege auf wichtigen Flüssen wie dem Rhein und kräftig steigende Transportkosten dürften Industrieproduktion und Exportwachstum deutlich beeinträchtigen. "Das Niedrigwasser belastet damit auch die gesamtwirtschaftliche Aktivität im dritten Quartal spürbar", schreibt die Bundesbank in ihrem aktuellen Monatsbericht. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte "allenfalls noch leicht zulegen".
Lebt Deutschland über seine Verhältnisse?
Trotz besserer Konjunktur hat der Staat im ersten Halbjahr tiefrote Zahlen geschrieben. Die Ausgaben von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherung überstiegen die Einnahmen um rund 71,3 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt außerdem bekanntgab.
Damit fiel das gesamtstaatliche Defizit um 36,6 Milliarden Euro höher aus als ein Jahr zuvor. Die Summe entspricht einem Defizit von 3,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Der EU-Wachstums- und Stabilitätspakt sieht eine Obergrenze von drei Prozent vor.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zur Wirtschaft
Vor Volkswagen-Betriebsversammlungen:VW-Chef schwört Belegschaft ein: "Alle müssen mitziehen"
mit Video1:04Vor Kabinettsklausur:Merz: Wirtschaftswachstum ist "das wichtigste Thema"
mit Video1:10Warken wirbt für Reformkurs der Regierung :Wirtschaftsverbände und Großkonzerne fordern Reformen
mit Video1:37Kampf gegen Leerstand in Innenstädten:Zahlen des Schreckens für den Einzelhandel
von Stefan Hanfmit Video5:10