Warken wirbt für Reformkurs der Regierung :Wirtschaftsverbände und Großkonzerne fordern Reformen
Unternehmen stünden unter "erheblichem Druck", schreiben Wirtschaftsverbände und Großkonzerne an die Bundesregierung. Kanzleramtschefin Warken wirbt für Reformkurs.
Vor der Kabinettsklausur mahnen Verbände und Unternehmen wie BMW und Siemens zu Reformen. In einem Brandbrief an die Regierung fordern sie unter anderem niedrigere Sozialabgaben.
21.08.2026 | 1:37 minWirtschaftsverbände und Großkonzerne wie BMW und Siemens haben die Bundesregierung in einem gemeinsamen Schreiben zu schnellen Reformen aufgefordert. "Schleunigst und ohne irgendwelche Abstriche" müssten angekündigte oder im Koalitionsvertrag festgehaltene Reformvorhaben umgesetzt werden, heißt es in dem Schreiben von Verbänden und Unternehmen aus Bayern und Baden-Württemberg, aus dem die Mediengruppe Bayern (Freitagsausgaben) zitiert.
Wegen hoher Energiekosten und sich wandelnder wirtschaftlicher Rahmenbedingungen stünden Unternehmen in Deutschland unter "erheblichen Druck", heißt es in dem Schreiben.
Gerade in dieser Lage entscheidet die konkrete Ausgestaltung sozial- und wirtschaftspolitischer Rahmenbedingungen darüber, ob Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, Arbeitsplätze halten und Investitionen an unseren Standorten tätigen können.
Schreiben von Verbänden und Unternehmen aus Bayern und Baden-Württemberg
Rund 15.000 Stellen fallen jeden Monat weg, vor allem, weil neue Jobs und Investitionen fehlen. Zugleich steigen die Gründungszahlen: Können Start-ups und politische Reformen die Wende bringen?
21.08.2026 | 2:32 minSchreiben an Merz, Bas und Reiche adressiert
Zu den Unterzeichnern gehören den Angaben zufolge unter anderem die Konzerne Audi, BMW, ZF, Mercedes-Benz, Porsche, Siemens und Eberspächer. Auch die Verbandsspitzen der bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber sowie ihres baden-württembergischen Pendants Südwestmetall haben sich angeschlossen.
Empfänger des Schreibens sind neben Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) auch Arbeitsministerin Bärbel Bas (SPD), Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) sowie die Fraktionsvorsitzenden der Regierungsparteien.
Die schwarz-rote Koalition hat ihre Reformpläne vorgestellt. An den Plänen gibt es teils heftige Kritik – etwa aus der Linken und von Verbänden.
02.07.2026 | 2:32 minIn dem Brief wird unter anderem gefordert, die Beitragsbelastung in der Sozialversicherung nachhaltig zu reduzieren. Diese liege mit über 42 Prozent derzeit auf einem Höchststand. Es sei "inakzeptabel, dass die Beitragsbelastung für Teile der Wirtschaft und der Versicherten trotz stabiler Beitragssätze steigt, weil die Beitragsbemessungsgrenzen angehoben werden", kritisieren die Unterzeichner.
Warken will an Reformkurs festhalten
"Wir stehen vor großen Herausforderungen, das ist klar", sagte Kanzleramtschefin Nina Warken (CDU) im ZDF-Morgenmagazin mit Blick auf die Wirtschaftslage.
Wir müssen schauen, dass unser Land wieder wettbewerbsfähiger wird, als es jetzt ist. Das ist ein großes Ziel der Bundesregierung.
Kanzleramtsministerin Nina Warken (CDU)
Da gebe es "ganz viele Stellschrauben, die wir jetzt drehen müssen", so Warken. Sie nannte etwa die Lohnnebenkosten, die Energiekosten und die Frage von mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten. Hier gebe es "großen Handlungsbedarf".
"Wir stehen vor großen Herausforderungen", sagt Nina Warken, CDU. Die Kanzleramtschefin spricht über die anstehende Kabinettsklausur und notwendige Bewegung in Wirtschaft und Arbeitsmarkt.
21.08.2026 | 6:27 minSie räumte ein, dass die Reformvorhaben etwa bei der Rente oder der Pflege "auch zu Einschnitten bei den Bürgerinnen und Bürgern" führten. "Dafür braucht es Mut, und dafür ist man dann nicht unbedingt auch beliebt - aber darum geht es auch nicht, sondern es muss jetzt gehandelt werden."
Diese "großen Reformpakete" seien unverzichtbar und müssten nun im Herbst beschlossen werden, sagte die Ministerin. Dafür brauche es einen langen Atem, weil die Wirkungen der Reformen nicht sofort einträten.
Warken kündigte an, dass die Bundesregierung bei ihrer Kabinettsklausur kommende Woche im brandenburgischen Schloss Neuhardenberg die Stärkung der Wirtschaft in den Mittelpunkt stellen werde. Dazu seien auch Gesprächspartner aus der Wirtschaft eingeladen - etwa der Chef von Siemens, der Handwerkspräsident und eine junge Startup-Unternehmerin.
Lassen Sie sich Beiträge von ZDFheute bevorzugt bei Google anzeigen.
→ Hier ZDFheute als bevorzugte Quelle einstellen.
Mehr zur Wirtschaft
Reaktionen zu Beschlüssen der Koalition:Wirtschaft zum Reformpaket: "Wichtige Schritte", aber ...
von Sina Mainitz und Arlette Geburtigmit Video1:08- Grafiken
BIP, Inflation, Arbeitslosigkeit:Wie geht's der deutschen Wirtschaft unter Kanzler Merz?
von Robert Meyer, Moritz Zajonzmit Video0:21 Trotz Iran-Kriegs:Deutsche Wirtschaft wächst auch im zweiten Quartal
mit Video4:02Regierungserklärung im Bundestag:"Die Mitte liefert" - Merz verteidigt Reformpläne
mit Video24:49