Konkurrenz durch chinesischen Autobauer:Dudenhöffer: BYD sorgt für Preisdruck bei Plug-in-Hybriden
Viele in Deutschland verkaufte Plug-in-Hybride kommen mittlerweile von BYD. Die Konkurrenz setze der Autobauer aus China dabei gleich doppelt unter Preisdruck, so ein Experte.
Die chinesische Automarke BYD verkauft mittlerweile viele Plug-in-Hybride in Deutschland. (Symbolbild)
Quelle: Jonas Roosens / dpaDer chinesische Autobauer BYD verschärft nach Einschätzung des Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer den Preiswettbewerb bei Plug-in-Hybriden in Deutschland. BYD übe dabei "gleich doppelten Preisdruck aus", schreibt Dudenhöffer in einer regelmäßigen Marktstudie des privaten "Center Automotive Research (CAR)". Das geschehe einerseits "durch niedrige Listenpreise und zum zweiten durch die höchsten Rabatte".
Fahrzeuge mit Plug-in-Hybrid haben sowohl einen Verbrennungs- als auch einen Elektromotor.
Gebrauchte E-Autos waren bisher nicht so beliebt, unter anderem wegen Unsicherheiten bezüglich der Lebenszeit der Akkus. Im Zuge steigender Spritpreise ändert sich diese Haltung zunehmend.
10.08.2026 | 1:30 minBYD in Deutschland: Viele Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden
Dudenhöffer deutet das als Import des "Preiskriegs aus China". Dort herrscht aufgrund der geringen Nachfrage seit einiger Zeit ein harter Rabattwettbewerb. BYD habe im ersten Halbjahr 2026 gut eine Million Fahrzeuge verkauft - und damit rund 40 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Mittlerweile belege der Hersteller bei Neuzulassungen von Plug-in-Hybriden Spitzenpositionen in Deutschland, so Dudenhöffer. Im Juli erreichte BYD beim Marktanteil in diesem Segment demnach 10,7 Prozent - und damit Platz 4. Im Mai erzielte der Konzern bei den Zulassungen zwischenzeitlich sogar den ersten Platz - vor VW, Audi, BMW und Mercedes-Benz.
Die Bundesregierung plant, die bisherigen Regeln für Verbrennungsmotoren aufzuweichen. So könnten auch nach 2035 Autos mit kombiniertem Verbrenner- und Elektroantrieb weiter zugelassen werden.
02.06.2026 | 9:03 minHohe Rabatte bei Plug-in-Hybriden
Bei den 15 meistverkauften Plug-in-Hybriden wurden im August demzufolge im Schnitt knapp 20 Prozent Nachlass auf den Listenpreis gewährt. Bei den zwei BYD-Modellen im Ranking mussten Autokäufer aber noch weniger bezahlen: Die Rabatte betrugen 27,5 beziehungsweise 31,8 Prozent.
Zum Vergleich: Im März betrugen die Durchschnittsrabatte auf Hybride noch 18,2 Prozent. Die Angaben beruhen unter anderem auf Recherchen des Instituts bei Internetvermittlern und auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes.
Der Spritverbrauch von Fahrzeugen mit Plug-in-Hybrid-Antrieb ist - laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts - viel höher als von Herstellern angegeben. Das führt zu einem höheren CO2-Ausstoß.
18.02.2026 | 0:29 minBundesumweltminister fordert Zölle
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hatte erst am Samstag Zölle auf Plug-in-Hybride chinesischer Hersteller gefordert. "Bei der Elektromobilität wie bei der Batterieproduktion brauchen wir ein Level Playing Field mit China, also faire Wettbewerbsbedingungen", sagte Schneider der "Rheinischen Post". Das sei momentan allein schon wegen der massiven Unterbewertung der chinesischen Währung nicht der Fall.
"Für rein batterieelektrische Autos gibt es schon Ausgleichszölle, für chinesische Plug-in-Hybride bislang nicht", betonte Schneider. Das müsse sich ändern:
Ich bin dafür, für chinesische Plug-in-Fahrzeuge vergleichbare Zölle einzuführen wie für vollelektrische Fahrzeuge.
Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD)
Experte kritisiert E-Auto-Förderung
Bei reinen Elektroautos und Verbrennern waren die Rabatte der Analyse zufolge im August leicht gesunken. Für die 25 meistverkauften E-Modelle ermittelte das Institut im August durchschnittliche Nachlässe von 17,4 Prozent - und damit 0,2 Prozentpunkte weniger als im Juli. Bei den beliebtesten Verbrennern lag der Durchschnittsrabatt bei 18,9 Prozent (minus 0,5 Punkte).
Die Subventionierung von E-Autos sorgte zuletzt für einen starken Anstieg der Zulassungszahlen. Dabei profitierten vor allem chinesische und französische Hersteller.
28.05.2026 | 1:33 minAuch die Differenz beim Anschaffungspreis zwischen den beiden Antriebsarten ist leicht gesunken, betrug aber weiterhin mehr als 2.000 Euro. Im Dezember 2025 hatte der Preisunterschied noch bei 1.328 Euro gelegen. Dudenhöffer macht dafür die staatliche Elektroauto-Förderung verantwortlich. Diese sei kontraproduktiv und werde von den Autobauern genutzt, "um ihre Rabatte für Elektroautos einzukürzen".
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