Neue Wohnungen für die Bundeswehr als Milliarden-Markt?

Vonovia bekundet Interesse:Neue Wohnungen für die Bundeswehr als Milliarden-Markt?

von Miriam Hantzsche

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Die Bundeswehr wächst - und benötigt mehr Wohnraum. Das Immobilienunternehmen Vonovia zeigt Interesse am Bau von Soldatensiedlungen. Gleichzeitig liegen alte Standorte brach.

Gelöbnis von Rekruten der Bundeswehr in Düsseldorf

Soldat*innen bis zum 25. Lebensjahr sind kasernenpflichtig und haben ein Anrecht auf eine dienstliche Unterkunft.

Quelle: ddp

Das Wehrdienst-Modernisierungsgesetz soll am 1. Januar 2026 in Kraft treten. Das Ziel: Die Erhöhung der zur Verfügung stehenden Reservistinnen und Reservisten und Stärkung der aktiven Truppen der Bundeswehr. Laut Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) eine Notwendigkeit:

Die Bundeswehr muss aufwachsen. Die internationale Sicherheitslage, vor allem das aggressive Auftreten Russlands, erfordern dies.

Boris Pistorius (SPD), Bundesverteidigungsminister



Deutsche Schule in Vilnius

Im Zuge des Aufbaus des Bundeswehrstandorts Brigade Litauen ziehen viele Soldaten-Familien gerade nach Vilnius. Auch eine deutsche Schule ist dort gestartet, erste deutsche Kinder lernen dort.

01.10.2025 | 2:37 min

Immo-Riese sieht "Werkswohnungsbau 2.0" entgegen

Berechtigt ist die Frage, wo 80.000 neue Soldat*innen dauerhaft untergebracht werden sollen, durchaus. Vonovia-Vorstandschef Rolf Buch brachte sich nun kürzlich als Betreiber von neuen Soldatensiedlungen ins Spiel.

Dank unserer langjährigen Erfahrung im Wohnungsbau sind wir in der Lage, passende Unterkünfte zu errichten und im Rahmen von Kooperationen Belegungsrechte für die Bundeswehr einzuräumen.

Rolf Buch, Vonovia-Vorstandschef

Buchs Unternehmen habe bereits früher Bestände vom Bund übernommen, kenne sich also mit Werkswohnungsbau aus. Es mache keinen Sinn, dass Unternehmen neue Werkswohnungsgesellschaften gründeten, denn diese könnten nicht von Anfang an so effizient arbeiten wie ein großes Wohnungsunternehmen.

Der Moderator zeigt auf ein Bild eines Panzers in seinem Hintergrund. Rechts ist eine Deutschlandfahne über seiner Schulter abgebildet.

Der "Neue Wehrdienst" soll kommen. Es ist noch nicht die Rückkehr zur Wehrpflicht. Der Gesetzentwurf sieht aber vor, dass junge Männer künftig wieder zur Musterung gehen müssen.

11.09.2025 | 11:18 min

Vonovia will "Bauturbo" nutzen

Die Wohnraumoffensive der deutschen Bundesregierung soll den Wohnungsbau und die Modernisierung durch schnellere Baugenehmigungen bis Ende 2030 beschleunigen.

Diesen "Bauturbo" würde Buch sich gerne zu Nutze machen. Vonovia besitzt Grundstücke, auf denen bis zu 70.000 Wohnungen gebaut werden können. Doch Neubauten müssten auch irgendwie finanziert werden, und daran hapert es: "Das geht nicht von heute auf morgen."



Chancen auf Revitalisierung strukturschwacher Regionen

Wer neue Soldatensiedlungen bauen wird und in welchem Umfang, hänge letztendlich auch von geplanten Standorten ab, erklärt Dr. Christian Oberst vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Er sieht Potenzial darin, gerade strukturschwache Regionen außerhalb oder in der Nähe von Ballungszentren in den Fokus zu nehmen. Außerdem könne man jetzt ehemalige Standorte reaktivieren, wie beispielsweise im Sauerland in Nordrhein-Westfalen, in Brandenburg, Schleswig-Holstein oder Thüringen.

Die Wohnungswirtschaft ist regional geprägt. Vonovia kennen wir überregional, aber es gibt viele weitere Anbieter, die so etwas stemmen können - zwar nicht unbedingt flächendeckend, aber vor Ort mit zuverlässigen Netzwerken und Zulieferern.

Dr. Christian Oberst, Institut der Deutschen Wirtschaft

Auch sogenannte öffentlich-private Partnerschaften seien dafür grundsätzlich ein gutes Mittel. Dabei könne es aber sinnvoll sein, die regionale Immobilienlandschaft zu stärken und auf ortsansässige Unternehmen zu setzen, erklärt er. Dies habe den Vorteil, dass die Bundeswehr sich nicht von einem einzigen Unternehmen abhängig mache.

heute journal - der Podcast mit Stefan Leifert und Dunja Hayali

Zum 18. Geburtstag einen Brief vom Staat bekommen, ob man bereit ist, in der Bundeswehr zu dienen. Ab nächstem Jahr soll das Realität werden. Aber wie viel Pflicht steckt da wirklich drin?

28.08.2025 | 40:52 min

Bundeswehr prüft Infrastrukturbedarfe genau

Soldat*innen bis zum 25. Lebensjahr sind kasernenpflichtig und haben ein Anrecht auf eine dienstliche Unterkunft durch die Bundeswehr. Alle weiteren Soldat*innen mieten Wohnungen außerhalb von Liegenschaften der Bundeswehr auf dem freien Wohnungsmarkt an. Ein Bundeswehrsprecher sagt dazu:

Die Prüfungen und Planungen für den Aufwuchs der Streitkräfte laufen aktuell. Dabei werden bundesweit Infrastrukturbedarfe geprüft, vorrangig unter Nutzung bestehender Unterbringungsmöglichkeiten.

Klaus Sasse, Sprecher des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr

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