Autoindustrie unter Druck: Schlechte Zahlen, neue US-Zölle

Aktuelle Zahlen des Ifo-Instituts:Autoindustrie: Stimmung sinkt, Zölle verschärfen Krise

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Sinkende Erwartungen, fehlende Materialien und die Ankündigung neuer US-Zölle: Die Aussichten für die Autoindustrie trüben sich weiter, eine schnelle Erholung ist nicht in Sicht.

EU-Fahnen wehen vor dem Gebäude EU-Kommission.

Die Europäische Union kritisiert die neuen Zollpläne von US-Präsident Trump. Er kündigte an, die Abgaben auf Autos und Lastwagen aus der EU von 15 auf 25 Prozent zu erhöhen.

02.05.2026 | 0:21 min

Die Stimmung in der deutschen Autoindustrie hat sich weiter verschlechtert - eine Trendwende ist vorerst nicht in Sicht. Der vom Ifo-Institut erhobene Geschäftsklimaindex sank im April auf minus 23,8 Punkte, nach minus 19,0 Punkten im März (saisonbereinigt), wie das Institut mitteilte.

Zusätzlichen Druck dürfte die jüngste Ankündigung von US-Präsident Donald Trump erzeugen, die Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU auf 25 Prozent anzuheben.

Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage etwas besser einschätzten als im Vormonat, brachen die Erwartungen für die kommenden Monate deutlich ein. Der entsprechende Indikator fiel auf minus 30,7 Punkte, nach zuvor minus 15,3 Punkten.

Zunehmende Materialknappheit belastet Produktion

Zusätzlich machen sich laut Ifo-Institut verstärkt Engpässe bei wichtigen Vorprodukten bemerkbar. Im April berichteten fast zehn Prozent der Unternehmen von fehlenden Materialien - im März lag dieser Anteil noch bei knapp einem Prozent.

ZDF-Korrespondent David Sauer

US-Präsident Trump möchte die Zölle für Autos aus der EU von 15 auf 25 Prozent erhöhen. ZDF-Korrespondent David Sauer ordnet die neueste Entwicklung ein.

01.05.2026 | 1:37 min

Der Krieg in Iran beeinträchtige unter anderem die Produktion und Lieferung von Helium. Das Edelgas wird etwa in der Herstellung von Chips, Batterien und Airbags benötigt. Rund 40 Prozent des in die EU importierten Heliums stammen aus Katar.

Trump kündigt neue Zölle an

Neben den direkten Auswirkungen auf die Lieferketten hat der Krieg in Iran auch indirekte Folgen: Die wachsende Unsicherheit bei Unternehmen und Verbrauchern könnte dazu führen, dass Investitionen und insbesondere der Kauf von Neuwagen zurückhaltender ausfallen.

Zusätzlichen Druck erzeugt die Handelspolitik der USA. US-Präsident Donald Trump kündigte am vergangenen Freitag an, Zölle auf Autos und Lastwagen aus der EU ab kommender Woche auf 25 Prozent zu erhöhen. Als Begründung führte er an, die EU halte sich nicht an das vereinbarte Handelsabkommen.

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete die ZDFheute Xpress am 02.05.2026 in dem Beitrag "EU kritisiert Trumps neue Zollpläne" ab 10:00 Uhr.

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