Ständig schlaflos
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Abend für Abend das Gleiche: Unruhig und mit düsteren Gedanken wälzt man sich hin und her. Ab wann spricht man von einer Schlafstörung und was hilft dagegen?
Einige sind tagsüber einfach "nur" zu kaputt, um Freunde zu treffen oder Sport zu treiben - andere müssen in Extremfällen ihren Beruf aufgeben: Chronische Schlafstörungen können für die Betroffenen zur Qual werden. Rund vier Millionen Deutsche schlafen weder richtig ein noch durch.
Bei einer Schlafstörung handelt es sich um ein komplexes Zusammenspiel aus Erwartungshaltung und Druck: Man will einschlafen, setzt sich aber zu sehr unter Stress, so dass das Ein- oder auch Durchschlafen nicht funktioniert. Am Tag ist man so angeschlagen, dass man einen Druck auf die Nacht aufbaut - und nachts keine Ruhe findet. Ein Teufelskreislauf beginnt.
Dreier-Regel
Schlafmangel kann der Körper über einen langen Zeitraum kompensieren. Der Mensch verträgt viel - auch eine permanente Schlafstörung. Außerdem schlafen viele Menschen objektiv mehr, als sie subjektiv denken. Von einer Schlafstörung spricht man, wenn man an drei Nächten pro Woche, drei Wochen lang drei Stunden wach liegt.
Der Beginn einer Schlafstörung wird oft durch eine gestresste Lebensphase ausgelöst. Doch sobald der Stress weg ist, bleibt die Schlafstörung. Man spricht von primärer Insomnie. In vielen Fällen ist die Schlafstörung ein Symptom - beispielsweise einer Depression oder Angststörung.
In jedem Fall muss geklärt werden, ob eine organische Ursache hinter der Schlaflosigkeit steckt: Sind die Schilddrüsenwerte okay? Was ist mit dem Zuckerspiegel? Liegt ein Restless Legs-Syndrom oder eine Schlafapnoe vor? Betroffene sollten sich gründlich vom Arzt durchchecken lassen.
Gründlicher Körpercheck
Der beste Ansprechpartner ist ein Schlafmediziner oder Neurologe. Er untersucht den Patienten und entscheidet den nächsten Schritt. Er kann auch eine Analyse im Schlaflabor empfehlen.
Im Schlaflabor werden die Hirnströme gemessen. Sie geben Ausschluss über tiefer liegende organische Probleme. Liegen keine vor, dann lässt sich erkennen, ob es Tiefschlafphasen gibt, wie lange sie sind und ob die Schlafenszeit vermindert ist. Dann handelt es sich um eine primäre Schlafstörung.
Akupunktur und Entspannungsverfahren
Es gibt unzählige Möglichkeiten wie Akupunktur und Entspannungsverfahren. Auch eine vorübergehende Gabe von Schlafmitteln kann die Situation entspannen. Bei psychosomatischen Ursachen empfiehlt sich eine Psychotherapie. Arzt und Therapeuten können verschiedene Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen.
Das Gute: Jeder Mensch kann wieder schlafen lernen. Es gibt natürlich auch schwere Fälle, beispielsweise Medikamentenabhängigkeit, die einen erholsamen Schlaf ohne Pillen erschweren. Aber auch in diesen Fällen lässt sich die Situation verbessern.
Simple Einschlaf-Regeln
Es gibt einfache Regeln, den Schlaf zu festigen. Man sollte einen festen Tag-Nacht-Rhythmus einbehalten. Denn die innere Uhr verlangt nach festen Zeiten. Es sollte zudem dunkel, leise und kühl sein. Schlafkiller sind Alkohol über die Maßen - mehr als zwei, drei Bier -, Medikamente oder auch Fernsehen.
Belastet die Schlaflosigkeit die Partnerschaft, kann man auch überlegen, ob vorübergehend getrennte Schlafbereiche sinnvoll sind - bis die Schlafstörung behoben ist.
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