Hofmeister: Endet das Snowboard-Comeback des Jahres mit Gold?

Snowboard-Generalprobe in Rogla:Hofmeister: Endet das Comeback des Jahres mit Gold?

von Lars Becker

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Sprunggelenks-Fraktur, OP und dreieinhalb Monate später wieder ganz oben: Ramona Hofmeister hat ein wahres Wunder vollbracht. Nun greift die Snowboarderin nach den Sternen.

Rogla ist für Ramona Hofmeister der perfekte Ort für die Olympia-Generalprobe. Hier in Slowenien hat mit Gold bei der Junioren-Weltmeisterschaft vor zehn Jahren die Karriere der Snowboarderin so richtig Fahrt aufgenommen. 2021 gewann die Frau aus Bischofswiesen hier WM-Silber. An diesem Wochenende ist Rogla die letzte Weltcup-Station vor den Winterspielen in Italien (6. bis 22. Januar), wo Hofmeister das Happyend einer unglaublichen Comeback-Geschichte schreiben will.

Vom Fußbruch zum Sieg-Wunder

Ende September schien ihr Olympia-Traum nach einem Trainingsunfall in Zermatt nämlich zerplatzt zu sein. Eine Sprunggelenksfraktur plus Außenbandriss machten sogar eine Operation nötig. Doch die 29 Jahre alte Kämpferin weigerte sich, so einfach aufzugeben. Ramona Hofmeister trainierte in der Reha so verbissen wie nie zuvor. "Kurz vor Weihnachten ging es wieder auf den Schnee zum Austesten. Das Gefühl war gleich wieder da, ich hatte die ganze Zeit nur ein Grinsen im Gesicht, weil es funktioniert hat und ich relativ schmerzfrei war", erzählt sie im Gespräch mit dem ZDF.

Ramona Hofmeister beim FIS Snowboard Alpine World Cup am 17.01.2026 in Bansko.

Ramona Hofmeister wird Dritte im Parallel-Riesenslalom in Bansko, Yannik Angenend verpasst knapp das Podest. Die Entscheidung in der Zusammenfassung. Kommentator: Marc Windgassen.

18.01.2026 | 7:40 min

Am 10. Januar kehrte die viermalige Gesamtweltcupsiegerin Hofmeister im schweizerischen Scuol in den Weltcup zurück. Und es passierte ein wahres Wunder: In ihrem ersten Parallel-Riesenslalomrennen nach der Verletzung raste sie gleich zum Sieg und löste das Olympia-Ticket. "Ich habe mich gut gefühlt, aber dass ich die Olympia-Quali mit so einem Traum-Comeback erledigen durfte, war natürlich sehr schön", erzählt Hofmeister. Es folgten im Januar ein weiterer Weltcup-Sieg und ein Podestplatz im bulgarischen Bansko.

Reha-Patientin wird zur Gold-Anwärterin

So ist aus einer Reha-Patientin plötzlich eine Gold-Anwärterin bei den anstehenden Olympischen Spielen geworden. Druck fühlt Ramona Hofmeister, die momentan komplett schmerzfrei ist, deshalb aber nicht. "Ich möchte einen wunderschönen Tag haben, ganz viele Erinnerungen mitnehmen und freue mich riesig, dass meine Familie wieder mit vor Ort ist", sagt sie dem ZDF. Dass die Liebsten beim Rennen im Livigno im Zielraum stehen werden, ist ein gutes Omen. 2018 bei ihren ersten Winterspielen in Pyeongchang war das auch schon so und damals holte Ramona Hofmeister gleich Bronze.

"Das war natürlich unbeschreiblich, dass ich das dann vor Ort mit der Familie teilen konnte. Das war natürlich ein Moment für die Ewigkeit", blickt sie zurück. 2022 bei den Corona-Winterspielen von Peking reichte es ohne familiäre Unterstützung zu Platz fünf. Bei ihren dritten Olympischen Spielen möchte sie beim emotionalen Moment auf dem Siegerpodest wieder dabei sein, wenn die Fahnen nach oben gezogen werden. Am besten wäre es natürlich, wenn dann noch die deutsche Hymne erklingen würde. Vielleicht wird sie zuvor sogar deutsche Fahnenträgerin bei der Olympia-Eröffnungsfeier sein.

Hofmeisters Disziplin droht Olympia-Aus

Doch erzwingen – das weiß Ramona Hofmeister spätestens seit ihrer Verletzung – lässt sich nichts im Leben. Trotzdem würde sie mit spektakulären und erfolgreichen Fahrten bei den Winterspielen gern auch etwas für die Zukunft ihrer Sportart bei Olympia tun. Der wegen seiner Duelle in jedem Lauf sehr attraktive Parallel-Riesenslalom steht nämlich beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) auf dem Prüfstand.

"Es wäre natürlich wahnsinnig schade, wenn der Wettbewerb aus dem Programm rausfliegen würde. Gar nicht mal auf mich bezogen, sondern eher wegen der ganzen Talente. Es gibt wahnsinnig viele starke Nachwuchsfahrerinnen und -Fahrer. Wenn man da jetzt die Olympia-Chance wegnehmen würde, wäre das sehr bitter", sagt Hofmeister.

Die Lust auf ihren Sport würde sie aber auch in diesem Fall nicht verlieren: "Ich bin eine leidenschaftliche Snowboarderin und liebe das, was ich mache." Genau das ist wohl auch der Hauptgrund, warum Ramona Hofmeister schon jetzt den Titel für das Comeback des Jahres sicher hat.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete das ZDF sportstudio am 31.01.2026 um 00:39 Uhr in dem Beitrag "Es ist ein sehr schöner Januar"

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