Vor Rodel-EM in Oberhof:Felix Loch: Ärger in der Heimat, Vorfreude auf Titeljagd
von Lars Becker
Felix Loch ist mit 36 wieder die Nummer 1 der Rodel-Welt und greift in Oberhof nach EM-Titel Nummer sieben. Die Vorfreude auf Olympia trübt nur der Frust über Königssee.
Felix Loch bei der Einkleidung für Olympia
Quelle: dpaRein sportlich ist derzeit alles eitel Sonnenschein für den dreimaligen Rodel-Olympiasieger Felix Loch. Mit 36 ist er wieder die Nummer 1 der Welt, geht als Favorit in die am Wochenende anstehende Rodel-EM in Oberhof und freut sich schon auf die in vier Wochen anstehenden Olympischen Spiele in Cortina.
Wenn da nicht der Ärger über die weitere Verzögerung bei der Sanierung seiner 2021 bei einem Hochwasser zerstörten Heimbahn am Königssee wäre.
Lochs Heimbahn am Königssee wird später fertig - WM in Gefahr
"Chapeau an Italien, in was für einer Zeit sie die Rodel-Bahn hingestellt haben. Da haben wir in Deutschland und Berchtesgaden ein paar andere Probleme", so die Rodel-Legende im ARD/ZDF-Mittagsmagazin.
Wir schaffen es leider nicht in fünf Jahren, eine Bahn zu reparieren.
Felix Loch, Rodel-Olympiasieger
Zwar soll die Bahn am Königssee im Herbst 2026 wiedereröffnet werden, aber ohne den Männerstart. Dessen Fertigstellung verzögert sich nach Streitigkeiten mit dem Bund und Naturschutz und bürokratischer Hürden nun voraussichtlich auf 2029. Deshalb kann die bereits vergebene WM 2028 voraussichtlich nicht auf der Heimbahn von Felix Loch stattfinden. Derzeit wird mit Innsbruck und Lake Placid verhandelt, ob die Titelkämpfe ein Jahr später über die Bühne gehen können.
Fehlender Eiskanal schreckt Rodel-Nachwuchs ab
Felix Loch nervt das nicht in erster Linie deshalb, weil er unweit der Bahn wohnt und trotzdem nicht dort trainieren kann. Er sieht die dramatischen Folgen für den Eis-Nachwuchs in der Region, der sich laut Sportdirektor Thomas Schwab schon um mindestens 50 Prozent reduziert hat.
Auf dem für 30 Millionen Euro umgebauten Eiskanal in Innsbruck-Igls können derzeit keine Rodel- und Skeleton-Weltcups stattfinden.
01.12.2025 | 0:45 minSpätestens bei den Winterspielen 2034 wird es laut Schwab bei den deutschen Goldgaranten im Rodeln, Bob und Skeleton eine Erfolgs-Delle geben. Zur Einordnung: Bei Olympia 2022 in Peking wurden in der Eisbahn neun von zwölf olympischen Goldmedaillen für Deutschland gewonnen.
Loch: "Werden gewaltige Spiele"
Bei den in drei Wochen beginnenden Winterspielen von Mailand und Cortina gibt es glücklicherweise noch Erfolgsgaranten wie Felix Loch. "Das werden gewaltige Spiele, nicht nur für uns Rodler. Nicht in Asien, sondern endlich wieder in Europa. Da können Familie und Freunde dabei sein - ich freue mich mega", schwärmte Loch im ZDF-Interview während der Olympia-Einkleidung in München.
Es werden seine fünften Winterspiele sein. Drei Goldmedaillen hat der 14malige Weltmeister und siebenmalige Gesamtweltcupsieger schon daheim liegen, 2018 (Platz fünf) und 2022 (Platz vier) schrammte er jedoch knapp am Olympia-Podium vorbei. Das soll sich diesmal ändern, deshalb hat Loch so hart wie vielleicht nie trainiert.
Dritter Saisonsieg im vierten Rennen für Felix Loch. Der Rodel-Altmeister siegt auch in Sigulda und ambitioniert seine Ansprüche für die Olympischen Spiele.
04.01.2026 | 0:30 minHauptkonkurrent: Jonas Müller aus Österreich
Im Weltcup liefert er sich ein dramatisches Duell mit dem Österreicher Jonas Müller, in dem Loch vor den beiden Wettkampf-Wochenenden in Oberhof mit 431:430 Punkten führt. Müller kann auf das Material von Rodel-Legende Georg Hackl bauen, der zuvor Felix Loch in Deutschland nach oben geführt hatte.
Loch hat in diesem Winter ebenfalls prominente Unterstützung: Vater und Ex-Bundestrainer Norbert Loch ist als Bahncoach zurückgekehrt.
Das gibt mir zusätzliche Sicherheit, er weiß, wie ich rodle und mich wohlfühle.
Felix Loch, Rodel-Olympiasieger
Auch Lochs Söhne rodeln
Die Familie gibt dem Rodel-Star Rückhalt. Seine beiden Söhne versuchen sich ebenfalls schon in der Eisrinne, mit seinem größeren Buben Lorenz war der berühmte Papa in den Ferien schon in Bludenz, Innsbruck und Oberhof zum Training.
Nicht nur deshalb freut sich Felix Loch auf die EM am Wochenende in Thüringen. "In Oberhof fahre ich wirklich immer sehr gerne, ich war auch kurz nach Weihnachten nochmal dort für zwei Tage zum Trainieren. Die Bahn taugt mir und dann geht es eh schon Richtung Olympia." Die Titeljagd kann trotz des Ärgers in der Heimat für Felix Loch beginnen.
In Rekordzeit wurde die Olympiabahn in Cortina gebaut. Die Athleten sind begeistert. Olympiasieger und ZDF-Experte Johannes Ludwig erklärt die Herausforderungen der Bahn.
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