Neue Fußball-Regeln: Gelb-Rot und Ecke, der VAR darf einschreiten

Auch bei Gelb-Rot und Ecken:VAR darf sich künftig öfter melden

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Der VAR darf bei Gelb-Rot und Ecken eingreifen, Wechsel und Einwürfe sollen schneller vonstatten gehen: Das sind neue Fußball-Regeln, die wohl schon bei der WM 2026 greifen.

Der deutsche Schiedsrichter Florian Badstübner sieht sich im Achtelfinale des DFB-Pokal zwischen dem VfL Bochum und VfB Stuttgart eine Szene im VR-Kasten an

Die neuen VAR-Regeln werden in der Bundesliga wohl erst zur nächsten Saison eingeführt.

Quelle: action press

Der Video-Schiedsrichter im Fußball bekommt deutlich mehr Macht. Das haben die internationalen Regelhüter bei der Jahreshauptversammlung des International Football Association Board (Ifab) in Wales beschlossen.

Neue Regeln wohl schon bei WM 2026

Die neuen Bestimmungen treten im Sommer in Kraft und könnten damit bei der WM 2026 angewendet werden. In der Bundesliga dürften sie voraussichtlich ab der kommenden Saison gelten.

Der deutsche ZDF-Schiedsrichterexperte Thorsten Kinhöfer in der Liveschalte beim aktuellen Sportstudio

Der VAR darf künftig öfter einschreiten, beim Wechsel und Einwurf gibt's eine Zeitregel, um die Nettospielzeit zu erhöhen. "Nicht vernünftig", findet ZDF-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer.

28.02.2026 | 3:31 min

Künftig soll der Video-Assistent auch Eckbälle auf ihre Korrektheit überprüfen. Ziel ist es zu verhindern, dass ein zu Unrecht gegebener Eckstoß unmittelbar zu einem Tor führt.

Gelb-Rote Karte wird gecheckt

Gecheckt werden bald auch Gelbe Karten, die zu einem Platzverweis führen. Nicht kontrolliert werden hingegen erste Gelbe Karten oder nicht geahndete Verwarnungen, die zu einer Gelb-Roten Karte hätten führen können - es sei denn, nachweislich wurde der falsche Spieler oder das falsche Team bestraft.

ZDF-Schiedsrichter-Experte Thorsten Kinhöfer kann sich damit nicht anfreunden. "Das wird auch wieder zu Diskussionen führen", sagte er im aktuellen sportstudio.

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Aufbauend auf der sogenannten Acht-Sekunden-Regel für Torhüter beim Abschlag bestätigte die Generalversammlung die Ausweitung des Countdown-Prinzips auf Einwürfe und Abstöße. "Wenn der Schiedsrichter der Meinung ist, dass ein Einwurf oder Abstoß zu lange dauert oder absichtlich verzögert wird, wird ein visueller Countdown von fünf Sekunden gestartet", erklärten die Regelhüter.

Ziel: Mehr Nettospielzeit

Befindet sich der Ball am Ende des Countdowns nicht im Spiel, erhält das gegnerische Team einen Einwurf. Ein verzögerter Abstoß führt zu einem Eckstoß für die andere Mannschaft.

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Außerdem müssen ausgewechselte Spieler künftig das Spielfeld innerhalb von zehn Sekunden nach Anzeige der Auswechseltafel verlassen. Wenn sich der Spieler nicht daran hält, darf der Einwechselspieler erst auf den Platz, sobald es eine weitere Spielunterbrechung gibt.

Behandelte Spieler müssen eine Minute draußen bleiben

Wenn ein Spieler wegen einer Verletzung auf dem Rasen behandelt wird oder seine Verletzung zu einer Unterbrechung des Spiels führt, muss der Spieler das Spielfeld verlassen und eine Minute lang außerhalb des Spielfelds bleiben, nachdem das Spiel wieder aufgenommen wurde.

Zweck ist, die Nettospielzeit zu erhöhen. Thorsten Kinhöfer findet die Zeitregel bei Wechseln und Einwürfen "nicht vernünftig". Stattdessen schlägt er vor, eine Nettospielzeit von "zwei Mal 30 oder 35 Minuten" einzuführen.

Vier britische Verbände im Gremium

Eine verpflichtende Übernahme der neuen Regeln für alle Wettbewerbe gibt es allerdings nicht. Theoretisch könnten sich daher Unterschiede zwischen Liga und DFB-Pokal ergeben. In der Regel einigen sich aber DFB und DFL auf eine Linie.

Traditionell sind in dem Gremium die vier britischen Fußballverbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland mit jeweils einer Stimme vertreten. Die FIFA verfügt über insgesamt vier Stimmen. Die Institution wird als Regel-Instanz allseits akzeptiert.

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Quelle: Reuters

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Quelle: dpa
Über das Thema berichtete das aktuelle sportstudio am 28.02.2026 in dem Beitrag Kinhöfer: "Lieber Zwei Mal 30 oder 35 Minuten".

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