EM: Die Wiederauferstehung der deutschen Handballer

Vorrundenfinale Deutschland-Spanien:Die Wiederauferstehung der deutschen Handballer

von Erik Eggers

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Mit einem hart erkämpften 34:32 gegen Spanien ziehen Deutschlands Handballer in die EM-Hauptrunde ein – und haben dank der Medienstrategie des Trainers wieder Medaillenchancen.

Antonio Serradilla (Spanien, 05) und Johannes Golla (Deutschland, 04) kämpfen.

Deutschland hat bei der Handball-EM doch noch die Hauptrunde erreicht. Die Auswahl gewann das abschließende Vorrundenspiel gegen Spanien mit 34:32 und ist damit Gruppenerster.

19.01.2026 | 7:30 min

Als die Schlacht in Herning geschlagen war, eines "der körperlich intensivsten Spiele für die Nationalmannschaft", wie der Magdeburger Lukas Mertens danach erschöpft konstatierte, setzte der Bundestrainer Alfred Gislason sein breitestes Lächeln auf.

Der 34:32-Sieg im letzten Vorrundenspiel der Handball-Europameisterschaft gegen Spanien hatte mit einem Mal alle Spannungen gelöst.

Nur 48 Stunden nach der Schmach gegen Serbien, die für manche schon den Untergang des deutschen Handballs zu markieren schien, feierten die deutschen Handballer nicht nur eine schnelle Wiederauferstehung.

Das Team hat plötzlich nun wieder Medaillenchancen, da es auch 2:0-Punkte mit in die Hauptrunde nimmt. Dort ist am Freitag wahrscheinlich Gastgeber und Topfavorit Dänemark der erste Gegner.

Dänemark erster Hauptrundengegner

Gislason, der nach dem Kollaps gegen Serbien in die Zielscheibe der Medienkritik geraten war, sagte:

Ein solcher Sieg ist eine immens wichtige Erfahrung für meine junge Mannschaft.

Alfred Gislason, Bundestrainer

Er habe ganz bewusst die Schlagzeilen auf sich gezogen, um das junge Team zu schützen, sagte der 65-Jährige. "Das hat ganz gut funktioniert", sagte er nach der Partie in den Pulk der Medienschaffenden und lachte: "Danke dafür."

Die deutschen Handballspieler Julian Köster und Matthes Langhoff stören den österreichischen Gegenspieler Nikola Bilyk beim Wurf

Vor allem in der ersten Halbzeit lieferte die deutsche Handball-Nationalmannschaft um Keeper Andreas Wolff beim EM-Auftaktsieg gegen Österreich eine bärenstarke Leistung ab.

16.01.2026 | 1:31 min

Kapitän Johannes Golla (SG Flensburg-Handewitt) lobte die besonnene Reaktion des Coaches. Gislason habe mit seiner ruhigen Art die richtigen Worte gefunden. "Er hat uns vermittelt, dass mit einer Niederlage die Welt nicht untergeht", sagte Golla und betonte:

So, wie gegen Serbien nicht alles schlecht war, war heute auch nicht alles gut.

Johannes Golla, Kapitän

Das Lob des Kapitäns

So hatte die Mannschaft, obwohl schwer unter Druck stehend, einen großen Schritt hin zur erforderlichen Turnierform gemacht. Dabei hatte die Abwehr, das eigentliche Prunkstück des Teams, gar nicht ihren besten Tag erwischt - war aber in der entscheidenden Schlussphase, als der Gegner auf den Ausgleich drängte, immer wieder zur Stelle.

Bemerkenswert, dass Gislason in dieser Phase auf die jungen Tom Kiesler (Gummersbach) und Justus Fischer (Hannover) im Mittelblock vertraute.

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Vor allem der Angriff wird dem Team nun Mut machen. Denn das Positionsspiel, das von Spielmacher Juri Knorr gesteuert wurde, war so torgefährlich wie lange nicht mehr.

Immer wieder zogen Knorr, Julian Köster (Gummersbach) und Renars Uscins (Hannover) mit schnellen Kreuzungen die spanische Abwehrmauer auseinander und ermöglichte dem Rückraum so gute Wurfpositionen.

Uscins "Man of the match"

Uscins wurde mit acht Treffern als bester Spieler des Matches ausgezeichnet - Höhepunkt war der Kempa-Trick, den Uscins auf Vorlage von Mertens ins Tor bugsierte. Aber auch Köster erzielte mit sechs Treffern aus acht Versuchen eine hohe Quote und steigerte sich enorm. Gislason erklärte:

Ich habe Knorr, Köster und Uscins so lange auf dem Parkett gelassen, weil sie einfach am besten eingespielt sind.

Alfred Gislason, Bundestrainer

Aber alle Akteure, die er in die Partie warf, hätten sich sofort gut eingefügt.

Spielmacher Knorr, der wie aufgedreht agierte, wirkte nach der Partie erleichtert. Der 24-Jährige hatte nach dem Serbien-Spiel für Aufsehen gesorgt, als er in einem Interview einige Dinge ansprach, die man als Kritik am Bundestrainer auffassen konnte. Es sei schwer gewesen, sich von diesem Trubel fernzuhalten, gab der Profi des dänischen Topvereins Aalborg zu.

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Knorr lieferte

Aber auch Knorr lieferte nun ab - und lobte den Bundestrainer dafür, diese Kritik lässig weggesteckt zu haben. Gislason habe ihn keineswegs zur Rede gestellt und im Gegensatz ihn sogar aufgefordert, offene Worte zu sprechen.

Das sei nicht selbstverständlich. So brachte die Strategie des Coaches, alle Kritik auf sich zu ziehen, die Mannschaft wieder in die Spur.

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Quelle: Reuters

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Über dieses Thema berichtete das ZDF in der Live-Übertragung der Partie Deutschland gegen Spanien am 19.01.2026 ab 20:15 Uhr.

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