Rückschlag bei Handball-EM:DHB-Team verliert zweites Spiel gegen Serbien
Handball-Krimi ohne Happy End: Gegen Serbien kassieren die deutschen Handballer eine enttäuschende Niederlage und müssen um das Weiterkommen zittern.
Die deutschen Handballer spielen gegen Serbien eine schwache zweite Halbzeit und unterliegen 27:30. Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Spanien droht sogar das Vorrunden-Aus.
17.01.2026 | 7:19 minDie deutschen Handballer haben bei der Europameisterschaft ihr zweites Spiel verloren. Gegen den vermeintlich schwächsten Gruppengegner Serbien kassierte das Team von Bundestrainer Alfred Gislason eine 27:30- Niederlage.
Jeweils sechs Tore von Deutschlands besten Werfern Miro Schluroff und Renars Uscins reichten nicht, um die Niederlage abzuwenden. Zum Vorrundenabschluss trifft Deutschland am Montag (20.30 Uhr/ZDF) erneut in Herning auf Spanien.
Spanien bislang ohne Punktverlust
Der zweimalige Europameister ist noch ohne Punktverlust und hatte sich zuvor mit 30:25 gegen Österreich durchgesetzt. In bester Erinnerung dürfte den DHB-Fans noch das dramatische Duell im Olympia-Halbfinale 2024 sein, das Deutschland 25:24 gewonnen hatte.
In der möglichen Hauptrunde dürften die Gegner noch einmal deutlich härter werden. Neben Olympiasieger Dänemark und Titelverteidiger Frankreich warten dort wohl auch der WM-Vierte Portugal und Norwegen.
Serbien nur drei EM-Siege seit Silber 2012
Die Favoritenrolle lag eindeutig auf deutscher Seite. Noch nie hatte eine DHB-Auswahl ein Pflichtspiel gegen Serbien verloren.
Lange souverän, aber gegen Ende wird's nochmal eng: Deutschland startet mit einen 30:27-Sieg über Österreich in die Handball-EM. Positiv dabei: Die DHB-Auswahl liegt ab dem 1:1 immer in Führung.
15.01.2026 | 5:41 minAuch ihrem Ruf als unangenehmer Gegner war die Mannschaft von der Balkanhalbinsel seit Jahren nicht mehr gerecht geworden. Dass Serbien seit dem Vize-Europameistertitel 2012 lediglich drei EM-Siege holte, spricht Bände.
Wolff sieht starken Späth im Tor
Etwas überraschend saß Andreas Wolff nach seiner starken Leistung gegen Österreich auf der Bank. Für ihn rückte David Späth ins Tor, der seine Nominierung mit sehenswerten Paraden zurückzahlte. Der auffälligste Spieler im DHB-Team war aber Juri Knorr.
Der DHB-Spielmacher leistete sich zwar frühe Fehlwürfe, war aber an vier der ersten sechs Tore unmittelbar beteiligt und überzeugte mit seiner Schnelligkeit und Dynamik bei Tempogegenstößen. Deutschland spielte unheimlich mutig, agierte in den Abschlüssen aber oft überhastet.
Wir überholen uns manchmal ein bisschen selbst
Teammanager Benjamin Chatton über Spielweise des DHB-Teams
Nach einer Viertelstunde war beim 8:8 alles offen. Erst die Einwechslung von Miro Schluroff hob den Angriff auf ein neues Level. Der Gummersbacher beeindruckte mit Hochgeschwindigkeitstoren aus dem Rückraum.
Wie in allen Spielen der letzten Wochen tat sich Deutschland unmittelbar nach der Pause schwer und der Vorsprung schrumpfte beim 19:18 auf ein Tor. Auch, weil Serbiens Torhüter Dejan Milosavljev von den Füchsen Berlin eine starke Partie zeigte. 19 Minuten vor Schluss glich der Außenseiter aus.
Zwölf Minuten vor Spielende gerät Deutschland in Rückstand
Nach einer Auszeit schickte Gislason Wolff ins Tor, den die deutschen Fans nach einem gehaltenen Siebenmeter mit lauten Sprechchören feierten. Zwölf Minuten vor Spielende geriet der Olympia-Zweite in Rückstand. Das Momentum hatte komplett gewechselt und die deutsche Abwehr fiel immer weiter auseinander.
Mit einer Auszeit zum ungünstigsten Zeitpunkt verhinderte Gislason drei Minuten vor Spielende einen Treffer. Der Ball war im Tor, aber der Bundestrainer hatte vorher auf den Buzzer gedrückt. Das sollte sich rächen.