DHB-Team vor EM-Auftakt:Gislasons Hoffnung auf die fantastischen Vier
von Erik Eggers
Die deutschen Handballer starten mit großem Selbstvertrauen in die EM. Die vier Debütanten eröffnen dem Bundestrainer Alfred Gislason völlig neue Möglichkeiten.
Miro Schluroff (l., Deutschland) und Tom Kiesler (Deutschland) sollen die Abwehr bei der EM verstärken.
Quelle: dpaDie deutschen Handballer scheinen bereit für die EM 2026. "Wir sind gut aufgestellt", befand Bundestrainer Alfred Gislason, als sein Team mit 33:27-Toren auch das zweite Testspiel gegen den einstigen Angstgegner Kroatien siegreich beendet hatte.
Gislason: Sind ausgeruhter und fitter als vor WM
Vor dem EM-Auftakt im dänischen Herning gegen Österreich (Donnerstag, 20.30 Uhr / ARD) strotzen Kapitän Johannes Golla & Co. vor Selbstvertrauen.
Dank eines herausragenden Andreas Wolff im Tor haben die deutschen Handballer ihre EM-Generalprobe bestanden. Das DHB-Team besiegte Kroatien deutlich mit 33:27.
11.01.2026 | 2:37 minCoach Gislason wies darauf hin, dass sein 18er-Kader ausgeruhter und fitter wirke als noch vor einem Jahr, als Schlüsselspieler wie Juri Knorr und Julian Köster angeschlagen in die WM gingen.
Insbesondere an der Leistung der vier Turnier-Debütanten erfreute sich Gislason:
Ich bin extrem zufrieden, wie die Neuen reingekommen sind.
Alfred Gislason, Bundestrainer
Gislasons Sonderlob
Rechtsaußen Mathis Häseler (VfL Gummersbach) erhielt nach der Partie in Hannover gar ein seltenes Sonderlob. Die Art und Weise, wie der pfeilschnelle Flügelspieler einen eigentlich zu weiten Abwurf des Keepers Andreas Wolff noch erwischte und ein spektakuläres Tor erzielte, begeisterte Gislason: Das habe Häseler "sehr stark" gemacht.
Noch mehr Zuversicht aber speist sich für den Bundestrainer aus der Tatsache, dass die drei anderen Neulinge ihm in der Defensive zahlreiche Varianten ermöglichen.
Auf die deutsche Handball-Nationalmannschaft warten bei der EM schwere Gegner. DHB-Jungstar Julian Köster betont im Sportstudio-Gespräch, dass es auf die Defensive ankommen wird.
10.01.2026 | 4:01 minWährend bei der WM mit Golla, Julian Köster (Gummersbach) und Justus Fischer (Hannover) nur drei Mittelblocker zur Verfügung standen, kommen hier nun Matthes Langhoff (Berlin) und Tom Kiesler (Gummersbach) hinzu.
Flexible Abwehrspieler
Beide, urteilt Gislason, zählten zu "den flexibelsten oder stabilsten Abwehrspielern überhaupt, weil sie alle Positionen in der Abwehr spielen können. Und es sind nicht viele Spieler weltweit, die das können. Und das hilft uns jetzt enorm." Tatsächlich hatte Kiesler im zweiten Testspiel auf gleich vier Abwehrpositionen verteidigt.
Nach dem 33:27-Testsieg gegen Kroatien herrscht große Zuversicht bei Trainer und Spielern. Alfred Gislason, Kapitän Johannes Golla und Linksaußen Lukas Mertens im Interview mit Johanna Rüdiger.
11.01.2026 | 6:25 minDer Defensivspezialist, 24, scheint sich in der Nationalmannschaft pudelwohl zu fühlen, obwohl er gegen Kroatien erst seine Länderspiele Nummer drei und vier absolvierte.
Seine größte Fähigkeit besteht darin, die gegnerischen Angriffszüge durch schnelles Antizipieren und schnelle Beine zu stoppen. "Aus meiner Sicht hat er die beste Beinarbeit aller Abwehrspieler in Deutschland", lobt der frühere Bundestrainer Heiner Brand.
Kiesler will Medaille
Das Debüt sei "ziemlich plötzlich" gekommen, sagt Kiesler. Aber es habe ihm sehr geholfen, dass mit Köster und Miro Schluroff, dem vierten Turnierneuling, zwei Gummersbacher Vereinskollegen bereits in der DHB-Auswahl spielten.
Nun, wo er einmal dabei sei, wolle er auch unbedingt eine Medaille:
Wenn ich ein solches Turnier spiele, dann nicht, um Vierter zu werden.
Tom Kiesler
Bei Langhoff, dem zweiten variablen Abwehrmann, kommt eine weitere Qualität hinzu: Der 23-Jährige, der im Sommer Deutscher Meister wurde, ist außerordentlich stark im Schnellangriff, der im Arsenal des deutschen Teams zunehmend wichtiger wird. Doch auch im Positionsangriff hat sich der Rechtshänder im letzten Jahr enorm gesteigert.
Langhoffs Qualitäten
Miro Schluroff ist ebenfalls in der Defensive zu gebrauchen. Der 25-Jährige aber gelangte aufgrund einer seltenen Fähigkeit im Angriff in die DHB-Auswahl: Der gelernte Halblinke spielt in Gummersbach ebenso gefährlich auf Halbrechts, der Linkshänder-Position. Weshalb ihn Gislason, als auf dieser Position Not am Mann war, im Frühjahr 2025 erfolgreich testete.
"Ich habe das Gefühl, dass die Mannschaft auf einem höheren Niveau ist", meint Kapitän Golla. Es sind dabei auch die neuen fantastischen Vier in der DHB-Auswahl, die den Bundestrainer nun vor die Qual der Wahl stellen, wenn er vor dem Österreich-Spiel zwei Spieler aussortieren muss.
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