Haaland, Sørloth und Thorstvedt:Drei Norweger auf den WM-Spuren ihrer Väter
von Heiko Oldörp
1994 spielten ihre Väter bei der Fußball-WM in den USA. Nun stehen Erling Haaland, Alexander Sørloth und Kristian Thorstvedt für Norwegen in Amerika auf dem WM-Rasen.
Erling Haaland mit Vater Alf Inge, hier im Jahr 2024 beim Spiel Malmö FF - IFK Göteborg
Quelle: Imago / Bildbyran / Mathilda DahlbergAls Erling Haaland noch kein globaler Star und Toptorjäger von Manchester City war, sondern lediglich ein kleines, blondes Kind im südnorwegischen Bryne, fiel ihm daheim immer ein Fußballtrikot mit der Rückennummer 18 auf.
Aber er war eben noch zu jung, um zu verstehen, dass dies ein ganz besonderes Stück Stoff war - das Nationalmannschaftstrikot seines Vaters von der Weltmeisterschaft 1994 in den USA.
Die drei Väter derzeit wieder in den USA
Alf-Inge Haaland war damals ein 21 Jahre alter Rechtsverteidiger. Zum Team gehörten auch der 31 Jahre alte Torwart Erik Thorstvedt und der gleichaltrige Stürmer Gøran Sørloth.
Alle drei denken derzeit häufiger an den Sommer 1994 zurück. Denn alle drei sind gegenwärtig wieder in den USA, zur Fußball-Weltmeisterschaft. Und alle drei sind stolze Väter, deren Söhne Erling Haaland, Kristian Thorstvedt und Alexander Sørloth nun das norwegische Nationaltrikot tragen.
WM ist Familien-Angelegenheit geworden
"Mir gefällt, dass die WM eine Familien-Angelegenheit geworden ist", sagt Alexander Sørloth. Er ist Stürmer, so, wie es einst sein Vater war. Gøran Sørloth sprach von "einem wahr gewordenen Märchen", als er beim WM-Auftakt der Norweger in Boston gegen den Irak seinen Sohn zusammen mit Erling Haaland von Beginn an stürmen sah. Haaland erzielte beim 4:1-Sieg zwei Tore.
In der 73. Minute wurde Mittelfeldmann Kristian Thorstvedt eingewechselt - die norwegisch-amerikanische WM-Story war somit komplett.
Der DFB-Vorrundengegner Elfenbeinküste traf im WM-Sechzehntelfinale auf Geheimfavorit Norwegen. Die Zuschauer in Dallas sahen ein Spiel der Traumtore.
30.06.2026 | 8:30 minVater und Sohn bei WM keine Seltenheit
In der langen Geschichte des Fußballs hat es schon einige Sprösslinge gegeben, die ihren Vätern auf die WM-Bühnen gefolgt sind. Den Anfang machten Luis und Mario Pérez. Luis war für Mexiko 1930 bei der WM-Premiere in Uruguay dabei, Mario vertrat "El Tri" 20 Jahre später beim Turnier in Brasilien. Aktuell hütet Luca Zidane das Tor von Algerien. Er ist der Sohn von Frankreichs Legende Zinedine Zidane.
1994 in der Vorrunde knapp gescheitert: Norwegen mit unter anderem Alf-Inge Haaland (oben ganz rechts) und Erik Thorstvedt (unten Mitte).
Quelle: Imago / Allstar Picture Library LtdDann gab es unter anderem noch die Italiener Cesare und Paolo Maldini, Spaniens Miguel Angel und Xabi Alonso oder Frankreichs Lilian und Marcus Thuram. Aber gleich drei Söhne in einem Team? Noch dazu im selben WM-Gastgeberland wie einst ihre Väter? Das gab es noch nie.
Turnier 1994 für Väter nach Vorrunde vorbei
Erik Thorstvedt stand bei der WM 1994 in allen drei Partien im Tor, Gøran Sørloth und Alfie Haaland absolvierten je ein Spiel. Für sie war das Turnier allerdings nach der Vorrunde beendet. In Gruppe E hatten alle vier Teams jeweils einmal gewonnen, einmal Unentschieden gespielt und einmal verloren - und somit vier Punkte.
Da auch alle eine ausgeglichene Tordifferenz aufwiesen, musste die Anzahl der geschossenen Treffer entscheiden, wer ins Achtelfinale kam. Es waren Mexiko (3:3 Tore), Irland und Italien (jeweils 2:2). Norwegen (1:1) musste nach Hause fahren.
Bei der Fußball-WM sorgen Norwegens Fans für Begeisterung. Sie "rudern" in den Stadien - und stecken auch die Mannschaft mit guter Stimmung an.
23.06.2026 | 0:17 minHaaland aktueller Torgarant für Norwegen
Ex-BVB-Profi Erling Haaland ist der Hauptgrund, warum die jetzige Generation mit ganz anderen Ambitionen zur WM nach Amerika gereist ist als die vor 32 Jahren. In der Vorrunde gewannen die Wikinger 4:1 gegen den Irak und 3:2 gegen Senegal. In beiden Partien traf Haaland jeweils zweimal.
Der Irak hält gegen Norwegen über weite Strecken gut mit. Der Außenseiter bringt sich durch groteske Patzer aber selbst ins Hintertreffen.
17.06.2026 | 7:56 minAuch im Sechzehntelfinale gegen die Elfenbeinküste war der 25-Jährige der Matchwinner, schoss in der 85. Minute das 2:1-Siegtor. Es war im 53. Länderspiel sein 60. Treffer. Vater Alfie Haaland bejubelte das fünfte Turniertor seines Sohnes auf der Tribüne mit weit aufgerissenem Mund und geballten Fäusten.
Im Achtelfinale gegen Brasilien
Nun treffen die Norweger am Sonntag, 22 Uhr MESZ, in East Rutherford am Stadtrand von New York auf Brasilien. Einen klaren Favoriten gibt es nicht. Das wiederum zeigt, wie weit sich diese Norweger mittlerweile entwickelt haben. Haaland, Sørloth und Thorstvedt Junior sind kein Vergleich mehr zu den Underdogs, die ihre Väter 1994 noch waren.
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