Frankreichs Nationaltrainer:Didier Deschamps, Präsident und General gleichermaßen
von Stephan Klemm
Didier Deschamps kann bei einem Halbfinalsieg gegen Spanien zum dritten Mal in Folge in ein WM-Endspiel einziehen. Das hat bislang noch kein Nationatrainer geschafft.
Der Organisator des französischen Erfolgs: Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps
Quelle: action pressZu den Spielen der französischen Nationalmannschaft erscheint Didier Deschamps stets mit einem königsblauen Anzug. Unter dem Jackett trägt er ein langärmliges weißes Hemd - immer, auch bei der Hitze, die derzeit die Spiele seines Teams bei der Dreiländer-WM im Norden Amerikas flankiert.
Das ist für Frankreichs Nationaltrainer vor allem eine Frage der Disziplin. Mag sein, dass es mit dieser Kleider-Kombination sehr heiß für seinen Körper wird, aber ein anderes als dieses staatstragende Outfit ist für Deschamps nicht denkbar.
Deschamps steht für Disziplin und stringente Ordnung
Diese Disziplin und diese stringente Ordnung lebt Deschamps seinen Spielern aber nicht nur in modischer Hinsicht vor. Sondern vor allem auch fußballerisch. Deschamps, 57 Jahre alt, war als aktiver Spieler ein Lehrbeispiel für das Fach Disziplin.
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10.07.2026 | 7:16 minEr organisierte als defensiver Mittelfeldspieler das Spiel seiner Mannschaften, und zwar sehr erfolgreich, was ihm großen Respekt bei seinen Spielern einbringt. Das gilt auch für Deschamps' zwischenzeitliche Rückkehr nach Frankreich zur Beerdigung seiner Mutter. Er verpasste deshalb das dritte Gruppenspiel gegen Norwegens B-Elf. Sein Team gewann für ihn mit 4:1.
Deschamps gewann als aktiver Fußballer alle denkbaren großen Klub-Titel und mit der Nationalelf 1998 und 2000 den WM- und EM-Titel. Schon als Spieler hat Deschamps wie ein Trainer gedacht, gespielt und gesprochen. Dass er nach seiner aktiven Karriere diesen Beruf ergreifen würde, war fast schon eine Zwangsläufigkeit. Deschamps arbeitete erfolgreich in Monaco, bei Juventus Turin und bei Olympique Marseille.
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01.07.2026 | 8:40 minDeschamps interessiert "nur das Gewinnen"
Nachdem Nationaltrainer Laurent Blanc nach dem Viertelfinal-Aus der Franzosen bei der EM 2012 gegen Spanien zurückgetreten war, übernahm Deschamps als Wunschkandidat des französischen Verbands und formte Schritt für Schritt eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen: Defensiv sicher. Auf Konter setzen.
Das in Paris verlorene Finale bei der Heim-EM 2016 gegen Portugal spornte Deschamps besonders an. Denn sein Credo lautet: Das Spiel an sich interessiere ihn nicht so sehr, "nur das Gewinnen".
Und gewonnen hat Frankreich zwei Jahre später das WM-Finale gegen Kroatien. Vier Jahre später führte Deschamps sein Team erneut ins Endspiel, Gegner war diesmal Argentinien. Frankreich verlor im Elfmeterschießen.
Nach der WM hört Deschamps als Nationaltrainer auf
Deschamps ist General und Präsident der französischen Delegation gleichermaßen. Seine Spieler folgen und vertrauen ihm, weil er darauf verweisen kann, als Spieler und Trainer Weltmeister geworden zu sein. Das gelang zuvor nur dem Brasilianer Mario Zagallo und Franz Beckenbauer.
Deschamps jedoch kann den beiden bei dieser WM mit dem zweiten WM-Titel als Trainer statistisch enteilen - und dann mit Glanz und Gloria abtreten. Denn dieses Turnier bildet den Abschluss seiner Tätigkeit als Nationaltrainer.
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10.07.2026 | 8:08 minSpielerische Weiterentwicklung bei Frankreich sichtbar
Es spricht für Deschamps, dass er angesichts seines formidablen Kaders auch eine spielerische Weiterentwicklung seiner Elf einleitete. Beim aktuellen WM-Turnier beherrscht seine Mannschaft alle Varianten des Spiels: Geduldig trat sie gegen Senegal (3:1) auf, spielerisch überzeugend gegen Irak (3:0) und Norwegen. Champagner-Fußball zeigte Frankreich im Sechzehntelfinale gegen Schweden (3:0).
Mit kühlem Kopf, ohne sich provozieren zu lassen und bewundernswert geduldig, bezwang Deschamps' Team die überharten Paraguayer mit 1:0 im Achtelfinale. In der Runde der letzten Acht ließ Frankreich Marokko keine Chance und steht nun im Halbfinale gegen Spanien.
Schläge, Tritte, ein zertretener Elfmeterpunkt: Paraguay ging im Achtelfinale gegen Frankreich immer wieder über die Grenze des Erlaubten hinaus.
05.07.2026 | 0:26 minFür Deschamps wäre mit einem Erfolg gegen Spanien der dritte Einzug in ein WM-Finale in Serie verbunden. Das hat bislang noch kein Nationaltraier geschafft. Für seinen potenziellen Nachfolger Zinedine Zidane ist das eine große Hypothek. Er wird künftig vor allem an einer Person gemessen: Didier Deschamps.
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