XXL-WM: Wie die FIFA dem Sturz ins Gewöhnliche entgeht

WM-Erweiterung auf 64 Teams?:Wie die FIFA dem Sturz ins Gewöhnliche entgeht

von Andreas Morbach

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Nach der ersten WM mit 48 Mannschaften wird bereits über die nächste Erweiterung diskutiert. Dabei gibt es einen Weg, den aktuellen Umfang des Turniers leichtgängiger zu gestalten.

Gianni Infantino

Gianni Infantino kann sich eine erneute Erweiterung der WM-Teams vorstellen.

Quelle: AFP

Die erste Fußball-WM mit 48 Teilnehmern ist noch gar nicht zu Ende gespielt, da wird bereits die nächste Mega-Erweiterung des Turniers hoffähig geredet. Und das Mikrofon fest in der Hand hält - selbstverständlich - Gianni Infantino.

Dem expansionsfreudigen FIFA-Präsidenten flatterte bereits im Frühjahr 2025 ein Vorschlag aus Südamerika ins Haus: Alejandro Dominguez, paraguayischer Chef des dortigen Kontinentalverbandes, regte für 2030 eine Endrunde mit 64 Teilnehmern an. Dominguez’ Vordenker in der Angelegenheit: Ignacio Alonso, Präsident des Fußballverbandes Uruguays.

Etwas mehr geht bei der FIFA immer

Zum 100-jährigen Jubiläum der Fußball-Weltmeisterschaft haben Argentinien, Paraguay und Uruguay - neben den Hauptgastgebern Marokko, Portugal und Spanien - für 2030 bislang drei Partien zugesprochen bekommen. Aber etwas mehr darf es in der Welt des Gianni Infantino bekanntlich immer sein.

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Dem Schweizer Pay-TV-Kanal "blue Sport" schwärmte der gebürtige Walliser bereits zu Beginn der K.-o.-Runden vor: "Man sieht, dass die Qualität der Teams extrem hoch ist - und sie wird immer höher, überall auf der Welt." Eine Erhöhung auf 64 Mannschaften sei deshalb "auf jeden Fall ein Thema".

Bunter, lebendiger - aber nicht zwingend besser

Die mutigen und teilweise spektakulären Auftritte des WM-Neulings Kap Verde stützen Infantinos Einschätzung sogar. Auch Teams wie Ägypten oder die Demokratische Republik Kongo überraschten positiv.

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Die WM ist durch sie bunter, attraktiver, lebendiger geworden. Eine erneute umfassende Erweiterung des Teilnehmerfeldes rechtfertigt das aber nicht. Dafür bot zum Beispiel allein das Gros der neun Vertreter Asiens zu biederen Fußball.

Zweifel bei Ghanas Nationalcoach

Ab welchem Umfang eine WM noch etwas Besonderes ist, darüber könne man streiten - erklärte Ghanas damaliger Nationalcoach Carlos Queiroz nach Abschluss der Gruppenphase. Dem 73-jährigen Portugiesen selbst waren die diesmal 48 Starter schon zu viel.

"Das kann die Weltmeisterschaft zu etwas Vulgärem und Gewöhnlichem machen", warnte Queiroz.

Das kann die Weltmeisterschaft zu etwas Vulgärem und Gewöhnlichem machen.

Ghanas ehemaliger Nationalcoach Carlos Queiroz

Sein Team hatte es dabei ins neu eingeführte Sechzehntelfinale geschafft, als eines von acht Gruppendritten. Für den kritischen Queiroz kein Grund, das angewendete System gut zu finden.

Schräger Modus für die erste K.-o.-Runde

Vor allem der aus sportlicher Sicht schräge Modus, fast alle Gruppendritten in die erste K.-o.-Runde durchzuwinken, war ein großer Malus dieser 48er-WM.

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Eleganter zu handlen wäre das Turnier mit 64 Mannschaften - die Qualifikation verkäme angesichts von 211 FIFA-Mitgliedern dann allerdings zur Farce. Oder alternativ mit 32 Teams - wahrscheinlicher als ein solcher Rückschritt der umsatzbewussten FIFA ist aber, dass Infantino US-Präsident Donald Trump einmal einen Wunsch abschlägt.

Besserer Modus - bei 48 Teams

Bleibt der Blick auf den Status quo - und der Gedanke, wie sich ein Feld mit 48 Teilnehmern geschickter konzertieren ließe als gerade in Nordamerika.

Womöglich rafft sich die FIFA ja auf und kramt ihren alten Plan mit 16 Gruppen à drei Teams noch mal aus der Schublade. Die Gruppensieger kämen direkt ins Sechzehntelfinale, ihre jeweiligen Gegner dort würden die Zweiten und Dritten in 16 Play-off-Matches ausfechten.

Acht Spiele weniger als 2026

In diesem Format wäre garantiert, dass jede teilnehmende Nation mindestens drei Partien austrägt. Gruppensieger hätten bis zu einem möglichen WM-Titel zudem ein Pensum von "nur" sieben (statt aktuell acht) Begegnungen zu absolvieren.

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Ein weiterer Vorteil, wenn auch nicht für die vermarktende FIFA: Die Anzahl der Spiele würde sich dezent von 104 auf 96 reduzieren. Eine Kröte, die Infantino und seine Gefolgsleute mit Blick auf eine zur Abwechslung mal positive Publicity vielleicht sogar schlucken würden.

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