"Three Lions" besiegen Kroatien:Tuchel "liebt" Reaktion seiner Engländer
von Maik Rosner
Nach dem erfolgreichen 4:2-Start in die Titelmission steht der neue Offensivgeist der Engländer im Fokus. Trainer Tuchel muss seine Spieler darin aber erst bestärken.
England ist erfolgreich in die WM gestartet. Gegen Kroatien zeigten die "Three Lions" ein ganz anderes Gesicht als bei der EM 2024 und boten phasenweise begeisternden Offensivfußball.
18.06.2026 | 10:42 minThomas Tuchel sah nach dem erfolgreichen Start in die Titelmission keinen Grund, Kritik zu üben, jedenfalls nicht an seiner englischen Nationalmannschaft. In Richtung FIFA hat der England-Trainer allerdings schon etwas zu meckern: "Ich flehe die FIFA an, die Position der Fotografen während der Nationalhymnen zu ändern", sagte der 52-Jährige im Dallas Stadion.
Es war ein sehr spezieller Moment und ich habe vor einer Mauer von 50 Fotografen gestanden, einen halben Meter entfernt, und ich konnte keinen einzigen Spieler sehen.
England-Trainer Thomas Tuchel
"Und das hat das Erlebnis ein bisschen ruiniert", ergänzte Tuchel. Er hofft, künftig eine freie Sicht zu genießen. Mitsingen möchte er allerdings erst, wenn seine Mannschaft im WM-Finale stehen sollte.
Not amused: Während seine Engländer die Nationalhymne sangen schaute Thomas Tuchel bei der WM in die sprichtwörtliche Röhre.
18.06.2026 | 0:23 minTuchel lobt Englands Reaktion nach 4:2 gegen Kroatien
Ob dieses Ziel erreicht werden kann, ließ sich nach dem 4:2 gegen Kroatien am Mittwochabend noch nicht seriös einschätzen. Zumindest aber war es ein vielversprechender Auftakt gewesen, der einen älteren englischen Reporter zu dem Befund bewog, dass dies seiner Erinnerung nach die beste Offensivleistung einer englischen Nationalelf bei einem großen Turnier gewesen sei. Aber gebe die teils wacklige Defensive nicht zu denken, fragte er Tuchel.
Mit einem leichten Sieg in Lettland machte England das WM-Ticket klar. Das 5:0 ist der sechste Sieg im sechsten Spiel der Qualifikation.
15.10.2025 | 2:59 minJa, seine Mannschaft habe nervös begonnen und zu langsam Entscheidungen getroffen, "aber ich habe die Reaktion nach der Halbzeit geliebt", sagte der deutsche Trainer. Tuchel fand viele lobende Worte, vor allem zu den zahlreichen Torgelegenheiten und Balleroberungen. Aber klar sei auch:
Wir können Dinge verbessern, wir müssen im Turnier wachsen.
England-Trainer Thomas Tuchel
Englands Offensive überzeugt mit Kane und Bellingham
Im Grunde war das schon während des ersten Spiels in der Gruppe L passiert. Zunächst musste mit Fragezeichen versehen werden, ob dieser Mannschaft wirklich eine titelreife Stabilität zuzutrauen ist, damit sie sich in einem Monat wie angestrebt Weltmeister nennen darf. Die Offensive mit Kapitän Harry Kane in der Spitze war aber nach der Pause sehr imposant aufgetreten und hatte durch die vier Tore Ausrufezeichen gesetzt.
Zu tun hatte das offenbar viel mit Tuchels Halbzeitansprache, mit der er die Hemmungen gelöst habe, wie Kane erzählte. Der Trainer verdiene dafür "ein großes Lob", befand der Mittelstürmer des FC Bayern.
Modric verursacht Elfmeter im Spiel England gegen Kroatien
Tuchel sagte, er habe die Spieler zu jener Herangehensweise ermutigt, die sie sich gemeinsam vorgenommen hätten. Er sagte: "Ich möchte, dass sie mutig, tapfer, intensiv und offensiv sind." Auch furchtlos sollen sie sein. Es klang ein wenig, als wolle Tuchel Bravehearts formen.
Dabei erstaunte, dass sich die Engländer zwei Führungen in der ersten Halbzeit wieder hatten nehmen lassen. Früh war Kroatiens Kapitän Luka Modric, 40, eine Unachtsamkeit unterlaufen, als er beim Versuch, den Ball aus dem eigenen Strafraum zu schlagen, Nonso Madueke getroffen und einen Strafstoß verursacht hatte.
Die stolze englische Fußballnation liegt am Boden. Schon lange konnte ihre Mannschaft bei internationalen Turnieren nicht mehr ins Endspiel einziehen. Er soll alles ändern: Gareth Southgate.
24.06.2026 | 58:15 minKane trifft nach Elfmeter-Wiederholung zum 1:0
Kanes ersten Versuch parierte Kroatiens Torwart Dominik Livakovic. Doch weil er sich dabei zu früh von der Linie bewegt hatte, wurde der Strafstoß wiederholt. Auf Kanes erfolgreichen zweiten Versuch in der zwölften Minute folgte der Ausgleich durch Martin Baturina.
Gegen Tuchels Willen hatten sich die Engländer nach ihrer Führung passiv verhalten. Und auch ihren zweiten Vorsprung durch Kanes Kopfball gaben sie noch vor der Pause erstaunlich leicht wieder her. Petar Musa traf in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit.
England entfesselt Offensive in der zweiten Halbzeit gegen Kroatien
Erst zu Beginn der zweiten Halbzeit entfaltete England seine ganze Offensivwucht. Zunächst traf Jude Bellingham schnell zum 3:2. Später, nachdem Tuchel für Anthony Gordon und Madueke Marcus Rashford und Bukayo Saka gebracht hatte, bereitete Saka das 4:2 durch Rashford vor.
Auch ihre Möglichkeiten, von der Bank ohne nennenswerten Qualitätsverlust nachlegen zu können, ließen sich als hoffnungsvolles Zeichen für die Engländer werten. Nach ihrer makellosen Qualifikation mit acht Siegen in acht Spielen und 22:0 Toren sind die Erwartungen ohnehin sehr groß.
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