Bayern in der Champions League:FC Bayern Frauen gegen Benfica: Bühl ist Bayerns Retterin
von Victoria Kunzmann
Die FC Bayern Frauen fahren im zweiten Champions-League-Spiel den ersten Sieg ein. Gegen Benfica Lissabon zeigt Klara Bühl einmal mehr ihre Klasse – die Schwierigkeiten bleiben.
Die wichtigsten Szenen des Frauen-Champions-League-Spiels zwischen SL Benfica und Bayern München. Mit dem Original-Kommentar von Norbert Galeske.
30.09.2026 | 7:07 minSie strahlte, als sie nach der Partie im imposanten Estádio da Luz in der portugiesischen Hauptstadt zum ZDF-Mikrofon lief. Klara Bühl war bestens gelaunt und hatte auch allen Grund dazu. Denn sie war es, die die FC Bayern Frauen gegen Benfica in die Spur brachte, das Tor zum 1:0 schoss (74.) und den dritten Treffer von Franziska Kett auflegte (88.).
Dazwischen traf Torjägerin Pernille Harder noch einmal. "Ein 3:0 sieht sehr, sehr gut aus", resümierte sie und fügte gleich hinzu: "Aber da hat sehr viel Arbeit dahintergesteckt." Erneut taten sich die Bayern lange schwer und fanden kaum Lösungen gegen einen kompakt stehenden Gegner.
Wieder zähe erste Halbzeit
Erst am Sonntag hatten die Bayern ein "Desaster", wie sie es selbst nannten, in den letzten Spielminuten im DFB-Pokal gegen Borussia Mönchengladbach abgewendet. Der Zweitligist hatte hier sogar lange Zeit geführt, ehe die Bayern kurz vor Schluss mit einem Doppelpack durch Verteidigerin Vanessa Gilles die Partie drehten.
Lange sah alles nach einer Pokal-Überraschung aus: Gladbach bringt die Bayern-Frauen ins Wanken. Dann schlägt München doch noch eiskalt zurück. Ein Pokalkrimi mit spätem Bayern-Comeback.
27.09.2026 | 4:30 minIn der Champions League zeigte sich nun ein ähnliches Bild. Wieder brachten die Bayern kaum etwas zustande. Bianca Rech, Bayern Leiterin Frauenfußball, schimpfte in der Halbzeitpause im ZDF:
Da fehlt eine ganze Menge, wir können überhaupt nicht zufrieden sein. Vor dem Tor sind wir einfach schwach. Das ist eindeutig zu wenig. Punkt.
Bianca Rech, Bayern Leiterin Frauenfußball
Mehr als ein Abschluss von Harder (37.) und eine Flanke von Bühl gab es offensiv vonseiten der Bayern in Hälfte eins nicht zu sehen. Neben der Abschlussschwäche fehlte auch einiges mehr, etwa, die offenen Räume zu suchen oder den mutigen Weg nach vorne zu laufen. Man brauche "Konstanz" sagte Bühl nach dem Spiel. Man müsse schneller sein und die Fehler des Gegners ausfindig machen. Qualitäten, die die Bayern in der Vergangenheit oft genug ausgemacht hatten.
Immer wieder Bühl
Bühl befreite Bayern schließlich. Rech weiß, warum sie sagt: "Sie ist eine der besten Spielerinnen gerade. Da ist, glaube ich, jeder Verein dran." In fast jedem Spiel, in dem sie in dieser Saison auflief, gelang ihr ein Tor oder ein Scorer. Bisher kommt sie auf vier Tore und sechs Assists. Die Mannschaft habe in der Halbzeitpause das Pressing angepasst, sagt sie. Ihr Tor sei ein "Dosenöffner" gewesen.
Ihre Schnelligkeit auf dem Flügel und ihre Explosivität verschaffen ihr die Räume, die die anderen Spielerinnen mühsam suchen. Sie erkennt den Raum, steht richtig und kann auflegen oder selbst einschieben.
Während die 25-Jährige, die schon einmal vor einem Wechsel zum FC Barcelona stand, ihren Torriecher beweist, suchen die beiden etatmäßigen Stürmerinnen Jovana Damnjanovic und Pernille Harder die Form - oder präziser: ihren Torriecher.
Trotz 3:0: Bayerns Druck bleibt
Die drei Punkte gegen einen schwächeren Gegner befreiten Trainer José Barcala und sein Team aber nicht vom Druck, von der ewigen Anspannung des FC Bayern, immer gewinnen zu müssen. In der Champions League erwarten die Münchnerinnen sehr anspruchsvolle und gute Teams, als nächstes Real Madrid (28. Oktober, 18:45 Uhr), später Paris Saint-Germain (10. November, 21 Uhr).
Die zerfahrene Offensive wieder anstacheln, das ist Barcalas Aufgabe für die kommenden Spiele. Gegen Eintracht Frankfurt geht es am Samstag weiter, danach ist erst einmal Länderspielpause.