DFB-Frauen gegen Slowenien:Bundestrainer Wück gibt neuen Spielerinnen eine Chance
von Frank Hellmann
Im letzten WM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien will Bundestrainer Christian Wück den Konkurrenzkampf anheizen - und fordert noch einen Erfolg ein.
Bundestrainer Christian Wück nutzt das letzte Pflichtspiel in der WM-Qualifikation, um zu routieren.
Quelle: dpaFußball war am vergangenen Wochenende fast ein bisschen zweitrangig für die Frauen-Fußballnationalmannschaft. "Viele Freiräume zum Erholen" hatte Bundestrainer Christian Wück nach eigenem Bekunden gewährt, nachdem am Freitagabend bereits vorzeitig die Qualifikation für die WM 2027 in Brasilien geglückt war. Entsprechend viel Entspannung war erst in Köln, dann in Ljubljana gestattet: Nichtsdestotrotz ist der Auftrag für das letzte Pflichtspiel der DFB-Frauen in Slowenien (Dienstag, 18 Uhr/live ZDF) klar formuliert.
Topspiel gewonnen, Ticket für die Endrunde vorzeitig gelöst: Beim 2:0 gegen Norwegen treffen Marie Müller und Carlotta Wamser für die DFB-Frauen. Beide Tore sind sehenswert.
05.06.2026 | 6:18 min"Wir wollen das Spiel gewinnen, das ist unser Anspruch", sagte Wück am Montag auf der Abschlusspressekonferenz. Zur Weiterentwicklung seines Ensembles, das seit seinem Amtsantritt im August 2024 zu einem erstaunlichen Selbstverständnis, spielerischen Fortschritten und einer klaren Handschrift gefunden hat, seien auch solche Pflichtaufgaben wichtig. Und ganz nebenbei feiert der Bundestrainer am Spieltag seinen 53. Geburtstag.
Janina Minge kehrt gegen Slowenien zurück
Viele aus der Stammbesetzung vom souveränen Heimsieg gegen Norwegen (2:0) erhalten eine Pause. Aber:
Egal, welche Mannschaft von uns auf dem Platz stehen wird, es wird eine Bewährungsprobe werden.
Christian Wück, Bundestrainer
Das Team habe gezeigt, "dass wir auch größere Ausfälle verkraften können", erklärte Wück in Anspielung auf das Fehlen seiner Kapitänin Giulia Gwinn, seiner Entdeckung Franziska Kett und seiner Abwehrchefin Janina Minge, die in Köln eine Rotsperre absaß.
Die Verteidigerin vom VfL Wolfsburg freute sich auf der Tribüne über "ein cooles Spiel zum Angucken", ist aber heilfroh in der Hauptstadt von Slowenien wieder mitwirken zu können. "Wir haben alle nochmal extrem Lust auf das Spiel." Sie wollten einfach "Spaß am Fußball" haben; es sei doch ein Geschenk, "komplett entspannt im Kopf" gegen den Gruppenletzten anzutreten.
Die deutschen Fußballerinnen ließen in der WM-Qualifikation gegen Österreich erstmals Punkte liegen. Die DFB-Frauen kamen in Unterzahl nicht über ein Unentschieden hinaus.
18.04.2026 | 4:52 minLisanne Gräwe erhält Chance im DFB Mittelfeld
Wück deutete an, selbst das Mittelfeldgespann mit Elisa Senß und Sjoeke Nüsken diesmal zu trennen, die gewissermaßen zur Herzkammer seiner Gemeinschaft gereift sind, weil sie das große Ganze zusammenhalten. Wahrscheinlich werde Lisanne Gräwe eine Bewährungschance bekommen, die sich bei Eintracht Frankfurt gut entwickelt habe.
Die Mittelfeldspielerin spielt nächste Saison bei Union Berlin. Einsatzzeit soll auch die von Werder Bremen nach Frankfurt wechselnde Larissa Mühlhaus bekommen, die beim Hinspiel in Dresden (5:0) als Torschützin gefiel.
Wir haben Spielerinnen im Hintergrund, die mit den Hufen scharren. Wir wollen den Konkurrenzkampf mit Blick auf die WM bestätigen.
Christian Wück
Marie Müller pausiert nach starkem Debüt
Erstmal wieder draußen wird Marie Müller nach ihrem märchenhaften Debüt sitzen. Die Novizin von den Portland Thorns war mit ihrem selbstbewussten Auftritt der Hingucker gegen die Norwegerinnen. Wück aber will nichts überstürzen, schließlich hat sich die US-Legionärin im Februar 2025 beim Training auf dem DFB-Campus einen Kreuzbandriss zugezogen.
Das Nationaltrikot der DFB-Elf steht für Geschichte und Emotionen. Ab 2027 ersetzt der Nike-Konzern den bisherigen Ausstatter adidas - das Ende einer prägenden Ära des deutschen Fußballs.
08.06.2026 | 2:21 minGrundsätzlich gilt die 25-Jährige von den Portland Thorns als Spielerin, "die unheimlich viel Potential, unheimlich viel Qualität hat", so Wück.
Beidfüßige Stärke überzeugt Wück und bringt Müller in WM-Fokus
Dass die beim SC Freiburg ausgebildete Rechtsverteidigerin mit links das Führungstor erzielte, obwohl der rechte Fuß der stärkere ist, gefiel dem Fußballlehrer besonders: "Das ist ein Punkt, den ich immer wieder anbringe, dass wir Spielerinnen brauchen, die mit beiden Füßen Fußball spielen können, und da ist sie ein Paradebeispiel dafür."
Auch sie ist nun eine Kandidatin für die WM 2027. Mit der Endrunde am Zuckerhut beschäftigt Wück schon bald: Auf Nachfrage von ZDFheute bestätigte der Bundestrainer, dass er nicht zur Männer-WM in die USA fliegt, sondern lieber nach Brasilien reist, um sich mögliche WM-Quartiere anzusehen: "Wir wollen die Auswahl des Basecamps enger schnüren". Und das lieber heute als morgen.
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